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#107 Aufbruch

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Es ist Donnerstag. Du liest die ”Post aus Dachau”, den wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Opens in a new window).

Diese Woche: Aufbruch, Experimente und offene Fragen. Wie bleibt Kultur relevant? Ein Blick ins Museum und außergewöhnliche Klangwelten. Außerdem die nächste offene Tour.

Servus,

der Sommer macht keine Pause – und der Kulturbetrieb in Dachau und der Region zum Glück auch nicht:

Aufbruch, Experimente und offene Fragen

In dieser Ausgabe stelle ich Dir, auf den ersten Blick, zwei sehr unterschiedliche Formate vor:

Denn im Bezirksmuseum wird über die Zukunft eines traditionsreichen Hauses nachgedacht, während im Münchner ZIRKA zwei Musiker die Grenzen zwischen Mensch und Maschine ausloten.

Und doch verbindet die beiden Veranstaltungen mehr, als man zunächst vermuten würde.

Es geht um die Frage, wie Kultur heute entstehen, vermittelt und erlebt werden kann. In beiden Fällen geht es um Veränderung, Experimentierfreude und neue Formen des kulturellen Erlebens.

Und wenn Du die sommerlichen Tage lieber im Freien verbringen möchtest, habe ich noch einen persönlichen Tipp für Dich:

Meine nächste offene Stadtführung „Schwabing: Bohème, Jugendstil & das besondere Lebensgefühl eines Viertels“ findet am 31. Juli statt. Zwischen Künstlergeschichten, Architektur, Caféhäusern und Großstadtmythen geht es dabei um eines der prägendsten Kulturviertel Münchens.

Hier kannst Du Dich gleich noch anmelden…

Schön, dass Du auch diese Woche wieder mit dabei bist – und bleibst.

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die ihre Stadt genauso lieben wie Du und ich.

Falls Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde, kannst Du Dich «hier (Opens in a new window)» für die nächste Ausgabe anmelden

#Neustart

Wer derzeit über das Bezirksmuseum spricht, spricht längst nicht mehr nur über historische Exponate, alte Handwerksgeräte oder die Geschichte des Dachauer Landes. Es geht um eine grundsätzliche Frage:

Was soll ein Museum im Jahr 2026 eigentlich leisten?

Nach dem Aus für das geplante Museumsforum auf dem MD-Gelände wird in Dachau intensiv darüber diskutiert, wie die Zukunft der bestehenden Museen aussehen kann. Es geht um knappe öffentliche Kassen, sanierungsbedürftige Gebäude, die Frage nach zeitgemäßen Ausstellungskonzepten und letztlich auch darum, welchen Stellenwert Kultur in Kommunen künftig noch haben wird. Zwischen politischen Debatten, finanziellen Zwängen und neuen Ideen steht besonders das Bezirksmuseum vor einem Wendepunkt.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Große Museumstag am kommenden Sonntag fast wie ein öffentlicher Werkstattbesuch. Unter dem Motto

„Alt genug für die Zukunft: Neustart Museum“

öffnet das Bezirksmuseum seine Türen nicht nur für Besucher*innen, sondern lädt sie ausdrücklich dazu ein, über die Zukunft des Hauses mitzudenken.

Das ist bemerkenswert. Denn während vielerorts über Kultur gesprochen wird, möchte das Bezirksmuseum die Diskussion direkt mit den Menschen führen, für die es da ist. Wie kann ein Regionalmuseum heute relevant bleiben? Welche Geschichten fehlen bislang? Welche Themen der Gegenwart gehören künftig in die Sammlung? Und wie kann ein Museum mehr sein als ein Ort, an dem Vergangenheit aufbewahrt wird?

Zwischen Kreativwerkstätten, Entdeckerstationen, historischen Lesungen, Gesprächen im „Museumswohnzimmer“ und Einblicken hinter die Kulissen der Museumsarbeit wird deshalb auch eine Idee sichtbar, die derzeit viele Kulturhäuser beschäftigt:

Kultur soll nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam gestaltet werden.

Besucher*innenwerden dabei nicht bloß zu Zuschauern, sondern zu Beteiligten.

Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Debatten oft schriller und unversöhnlicher werden, ist das keine nebensächliche Frage. Museen gehören zu den wenigen öffentlichen Orten, an denen Geschichte, Identität und Gegenwart miteinander ins Gespräch gebracht werden können. Was gesammelt, erzählt und erinnert wird, prägt schließlich auch das Bild einer Stadt und ihrer Gesellschaft.

Der Museumstag bietet deshalb nicht nur Gelegenheit für einen entspannten Familienausflug. Er liefert auch einen Eindruck davon, in welche Richtung sich das Bezirksmuseum entwickeln könnte – falls Politik, Verwaltung und Zweckverband sich dafür auf die passenden Rahmenbedingungen einigen können.

Und weil hinter dieser Veranstaltung eine weit größere kulturpolitische Debatte steckt, werde ich mich in einer der nächsten Ausgaben der «Post aus Dachau» noch einmal ausführlicher mit der Zukunft der Dachauer Museen und Galerien, den aktuellen politischen Diskussionen und den Ideen für eine Neuausrichtung beschäftigen.

Großer Museumstag
Sonntag, 26. Juli, 10 bis 16 Uhr
Bezirksmuseum Dachau
Eintritt frei

kultur für alle

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#Pendel

Zwischen Kontrolle und Zufall.

Ein Konzert für neugierige Ohren – zwischen Klanglabor, Performance und elektronischem Experiment, aber mit deutlich mehr Groove, als man zunächst erwarten würde.

Beim Münchner Duo 9ms, bestehend aus den Schlagzeugern Florian König und Simon Popp, weiß man nach wenigen Takten, meist noch nicht was einen erwartet.

Ausgangspunkt sind dabei oft scheinbar einfache rhythmische Strukturen, die sich Schicht für Schicht zu komplexen Klanglandschaften entwickeln. Was zunächst nach Schlagzeugduo klingt, wird schnell zu etwas deutlich Größerem: einer ebenso präzisen wie offenen Begegnung zwischen Mensch, Technik und Zufall.

Für ihr aktuelles Album „Lunch“ haben die beiden Musiker ihr ohnehin ungewöhnliches Setup noch einmal erweitert. Sensoren, Schallwandler und ein über Gyroskop gesteuertes Pendel beeinflussen in Echtzeit Echos, Hallräume und Dynamikprozesse. Die Körperbewegungen der Musiker werden damit selbst Teil der Komposition. Rhythmus entsteht nicht nur durch das Spiel, sondern auch durch die Interaktion mit einem System, das nie vollständig kontrollierbar ist.

Das klingt theoretisch, entfaltet seine Wirkung aber vor allem live. Denn bei 9ms geht es weniger um technische Spielereien als um die Frage, was entsteht, wenn sich menschliche Präzision und maschinelle Prozesse gegenseitig beeinflussen. Das Ergebnis bewegt sich irgendwo zwischen Minimal Music, experimenteller Elektronik, improvisierter Musik und hypnotischem Groove.

FOTO: © Dominik Leingartner

Die Location ZIRKA, ein ehemaliges Industriegebäude an der Dachauer Straße, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der spannendsten Orte für unabhängige Kunst- und Kulturproduktionen in München entwickelt. Wo heute Ateliers, Studios, Werkstätten und kulturelle Veranstaltungen unter einem Dach zusammenkommen, entsteht genau jener Freiraum für Experimente, den Projekte wie 9ms benötigen.

Wer Lust auf eingängige Refrains und Mitsing-Hymnen hat, wird hier vermutlich nicht fündig. Wer sich jedoch gerne überraschen lässt und erleben möchte, wie weit sich die Idee eines Schlagzeugkonzerts heute denken lässt, sollte sich diesen Abend vormerken.

9ms live
Donnerstag, 23. Juli, Beginn 20 Uhr
ZIRKA, Dachauer Straße 110c, München
Einlass ab 19 Uhr
Tickets: 15 Euro

#mehrKultur

Manchmal schafft es ein Kulturtipp nicht in die «Post aus Dachau».

Nicht weil er nicht spannend wäre. Sondern weil dieser Newsletter bewusst kuratiert ist. Handverlesen statt vollständig. Mit Themen, die ich jede Woche sorgfältig auswähle und zusammenstelle.

Wenn Du darüber hinaus noch mehr Kultur aus Dachau, München und der Region entdecken möchtest, empfehle ich Dir mein Mastodon-Profil „Post aus Dachau – Kulturnews“.

Dort teile ich zwischen den Newsletter-Ausgaben weitere Veranstaltungstipps, Hinweise, Fundstücke und Kulturtermine, die hier keinen Platz mehr finden.

So erfährst Du diese Woche unter anderem,

🎶 bei welchem 17-tägigen Jubiläums-Festival Du über 200 Konzerte & Shows erleben kannst - völlig umsonst,

🎨 …und welches neue Theaterstück, junge Herzen bewegt und die Zukunft gestaltet.

Die ideale Ergänzung zur wöchentlichen «Post aus Dachau» – damit Du auch zwischen den Ausgaben nichts verpasst.

Und ganz nebenbei ein Beweis, dass digitale Souveränität auch bei Social Media funktionieren kann: ohne Algorithmus, ohne Reichweiten-Tricks, ohne Hass und Hetze.

Mehr Kultur. Mehr Austausch. Mehr Entdeckungen.

Nächste offene Tour

Bild

(Bild KI-generiert)

Lust auf Schwabing – jenseits der Klischees? Bei dieser offenen Tour geht es durch ein Viertel, das bis heute von seiner Geschichte als Bohème‑Hotspot lebt: zwischen Jugendstil, Künstlergeschichte(n) und dem schwer greifbaren „Schwabing‑Gefühl“.

Vielleicht hast Du ja Zeit, mitzukommen – zum Entdecken, Erinnern und mit einem neuen Blick auf einen alten Stadtteil.

Fr, 31. Juli 2026 · 15 Uhr

#meins

Meine Website: https://stadtfuehrung-mit-matthias.de (Opens in a new window)
Meine offenen Termine:
https://stadtfuehrung-mit-matthias.de/termine (Opens in a new window)
Mein Tickets&Gutscheine Shop:
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Meine Newsletter:
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Mein Mastodon-Profil: Matthias Schüßler (@ (Opens in a new window)stadtfuehrungmitmatthias@muenchen.social (Opens in a new window)) - (Opens in a new window)muenchen.social (Opens in a new window) - Die erste Mastodon Instanz für München (Opens in a new window)
Meine Soundcloud: https://soundcloud.com/dachau-tour (Opens in a new window)

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Willst Du auch?

Wie hat Dir mein Newsletter gefallen? Gibt es Themen, über die Du gerne hier lesen möchtest? Dann schreib mir einfach an: servus@dachau-tour.de (Opens in a new window)

Die nächste «Post aus Dachau» erscheint am 30. Juli 2026 - wir sehen uns, in Dachau und München 👋

Freundliche Grüße aus dem ❤️ von Dachau,
Dein Matthias



Matthias Schüßler
Gäste-, Stadt- und Themenführungen in Dachau und München
Rundgänge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

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Mitglied im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. (BVGD)
und Vorstandsmitglied des Dachauer Gästeführer e.V.

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Aus Dachau für die Welt. Mit ❤️ gemacht und von eigener Hand geschrieben.
Für 865 Subscriber*innen und sechs Mitglieder, wie Dich.
Schön, dass Du dabei bist!

© 2024-2026 Matthias Schüßler
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