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Türchen No 24 | Dein Adventskalender für solidarische Resilienz in belastenden Zeiten

Liebe Leser*innen,

jetzt haben wir schon 24 Tage miteinander verbracht und das Thema Solidarische Resilienz bearbeitet. Heute geht es einfach darum, dass wir uns um uns selbst kümmern. Das fällt uns oft genau dann schwer, wenn wir es dringend brauchen.

Betreibe Selbstfürsorge

Selbstfürsorge wird oft missverstanden als Rückzug, Luxus oder individuelle Optimierungsaufgabe. Psychologisch betrachtet bedeutet Selbstfürsorge etwas anderes: den bewussten, verantwortlichen Umgang mit den eigenen körperlichen, emotionalen und sozialen Ressourcen, insbesondere in belastenden Zeiten. Wer langfristig wirken will, muss auf sich aufpassen. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und die Maßnahmen zu finden, die für dich persönlich am besten funktionieren.

Selbstfürsorge ist auch keine rein individuelle Angelegenheit. Für solidarische Resilienz ist Selbstfürsorge zentral. Sie ist die Grundlage dafür, empathisch zu bleiben, Konflikte auszuhalten und Verantwortung zu übernehmen, ohne auszubrennen. Sich selbst ernst zu nehmen ist daher kein Rückzug aus der Gesellschaft – sondern eine Voraussetzung dafür, Teil von ihr zu bleiben. Forschung zu sozialer Unterstützung zeigt auch, dass Menschen ihre eigenen Bedürfnisse besser wahrnehmen und vertreten können, wenn sie sich sozial eingebettet fühlen.

🦖 Deine Übung für Heute

Plane heute bewusst 15 Minuten, in denen du nichts machst, nichts konsumierst, nichts erledigst. Eine kleine Pause im Trubel. Nur für dich. An stressigen Tagen glauben wir oft, dass wir keinen Raum für unsere eigenen Bedürfnisse haben. Eine Mini-Lücke findet sich aber meistens doch. Das kannst Du morgens vor dem Aufstehen machen, indem Du 15 Minuten länger im Bett bleibst. Oder am Nachmittag sich einfach kurz rausziehen.

Sei stolz auf dich, weil du dich genau jetzt um dich kümmerst.

Zum Abschluss

Nun sind wir durch mit dem Adventskalender für solidarische Resilienz. Ich hoffe, die Übungen haben Dir ein wenig Spaß bereitet und Dich gestärkt in dieser turbulenten Zeit.

Vielleicht hast Du die Ergebnisse in ein kleines Heft oder die Notiz-App in deinem Handy geschrieben. Wenn es in Zukunft anstrengend wird, kannst Du die Übungen hervorholen und deine eigenen Ressourcen noch einmal vor Augen führen.

Für jetzt wünsche ich Dir aber erst einmal entspannte Tage,

Pia Lamberty

Hintergrundinfos
Hintergrund: Was ist ein Resilienz-Adventskalender für belastende Zeiten?

Die Welt ist im Wandel – und das in einer Geschwindigkeit, die viele Menschen überfordert. Gewohnte Sicherheiten brechen weg, die psychischen Belastungen nehmen zu. Verschiedene Studien zeigen, dass globale Krisen erhebliche psychische Auswirkungen haben und viele an ihre Belastungsgrenze bringen.

Viele Menschen fühlen sich aufgrund der Krisenpermanenz und zunehmenden Bedrohungslage machtlos – doch sie sind es nicht. Menschen können die Welt verändern und haben mehr Einflussmöglichkeiten als ihnen bewusst wird. Um sich zu engagieren, benötigt es aber mentale Kapazitäten und Skills, um mit Stress umzugehen. Denn: Wer keine Ressourcen übrig hat, wird sich wahrscheinlich weniger einbringen können.

Anleitung: Wie funktioniert der Adventskalender?

Dieser Adventskalender hat 24 kleine Übungen, damit Du deine Resilienz jeden Tag ein bisschen stärken kannst. Jeden Tag geht es um ein anderes Thema, um besser durch turbulente Zeiten zu navigieren.

Du kannst die Ergebnisse deiner Übungen gerne aufschreiben und immer wieder mal anschauen. Das funktioniert in der Notizen-App in deinem Handy. Oder du bastelst dir ein kleines Resilienz-Tagebuch. Jede Übung dauert nicht mehr als 15 Minuten.

Es ist auch nicht schlimm, wenn Du nicht alles schaffst oder Du Übungen nicht magst. Das Ganze soll dich stärken und kein weiterer Stresspunkt werden.

Wenn Du aktuell in Psychotherapie bist, besprich vorher mit deinem bzw. deiner Therapeut*in, ob Du aktuell solche Übungen machen solltest.

Ist Resilienz nicht nur so ein komischer Internet-Trend?

Jein. Der Begriff wird gerade auf Social Media oder bei manchen Feel-Good-Seiten ganz schön überstrapaziert und oft sehr individualistisch betrachtet. Trotzdem beschreibt er eine reale Fähigkeit: gut mit Belastungen umgehen zu können. Und diese Kompetenz brauchen wir leider gerade recht häufig. Resilienz hat natürlich auch seine Grenzen. Es ist keine Superkraft, die plötzlich alles gut macht. Dennoch ist es wichtig, um belastende Phasen besser zu überstehen.

Falls Du mich noch nicht kennst:

Ich bin Dr. Pia Lamberty und Psychologin. Mein Studium der Psychologie habe ich an der FernUniversität Hagen und der Universität Köln (Schwerpunkt Social Cognition und Medienpsychologie) absolviert. An verschiedenen Universitäten – in Köln, Mainz, Brüssel und Beer Sheva – habe ich mich intensiv mit Verschwörungsglauben beschäftigt. Darüber hinaus habe ich auch zu Erinnerungskultur, Antisemitismus und allgemeinen Vorurteilen geforscht. Wer sich für meine Forschung interessiert, kann gerne bei Google Scholar (Opens in a new window) vorbei schauen.

Im Jahr 2020 habe ich gemeinsam mit Katharina Nocun mein erstes Buch veröffentlich - “Fake Facts - Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen” -, das in der Coronapandemie zum Bestellter wurde. Ein Jahr später, 2021, erschien dann “True Facts - Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft” und 2023 der nächste Besteller: “Gefährlicher Glaube - Die radikale Welt der Esoterik”. Im Jahr 2021 habe ich mit anderen dann CeMAS (Opens in a new window)- Center für Monitoring, Analayse und Strategie gegründet und war dort bis Oktober 2025 aktiv.

Promoviert habe ich an der Sozial- und Rechtspsychologie der Universität Mainz - zur Rolle von Verschwörungserzählungen im Kontext von Gesundheitsthemen. Daneben habe ich mich durch die Deutsche Psychologenakademie zur Notfallpsychologin (Opens in a new window)weiterbilden lassen.

Mehr über mich findest Du auf meiner neuen Homepage.

Topic ResilienzAdventskalender

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