Immer wieder bekomme ich die Frage was den Frauenkreise sind, warum ich das mache und vor allem was wir da machen. Darum soll es hier gehen und als kleiner Spoiler - es ist weniger esoterisch als du vielleicht glaubst!
Zuerst geht’s in die Geschichte von Frauenkreisen überhaupt, dann berichte ich dir von meinem Weg damit und am Ende erfährst du wie so ein Frauenkreis bei mir ablaufen könnte.
Lass dir den Text hier von mir vorlesen:
Frauenkreise früher
Schon vor Jahrtausenden gab es in nahezu allen Gegenden und Kulturkreisen Frauen die zusammen kamen. Sie trafen sich um zu handarbeiten zu machen, wuschen gemeinsam die Wäsche, verarbeiten Früchte und was sonst so zu tun war. Sie trafen sich zu verschiedenen Anlässen und zelebrierten diese miteinander. Kinder kamen im Kreise von anderen Frauen auf die Welt, die Kinder wurden oft gemeinsam begleitet (das berühmte “Dorf”), bevor eine Frau heiratet wurde sie von anderen Frauen vorbereitet und es gibt Überlieferungen das Frauen während ihrer Menstruation sich an einem Ort zurückzogen um dort für sich zu sein mit anderen in der selben Phase. Was damals als Rückzug in dieser heiligen Zeit galt, wandelte sich zum Rückzug aus Unreinheit - aber das ich ein anderes Kapitel.

Frauen kamen schon immer zusammen, sie teilten die Geschichten ihres Lebens, gaben ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter und reflektierten vor allem ganz natürlich ihre Erlebnisse, in dem sie davon erzählten.
Sie beobachteten auch gemeinsam die kosmischen, biologischen und natürlichen Vorgänge. Wenn eine Frau immer kurz vor ihrer Blutung die selben Zweifel äußert, fällt es den anderen irgendwann auf. Wenn eine Frau immer wieder jammert das sie so schlecht schläft, fällt einer anderen auf das sie das immer tut wenn nachts der Vollmond zu sehen ist. Sie leben gemeinsam nach den Jahreszeiten, nach dem was sich in der Natur zeigt und sind durch ihre Zusammenkünfte im stetigen Austausch.
Hinzu kommen je nach Region und Kultur noch Rituale die zu bestimmten Anlässen gefeiert werden. Einige davon kennen wir heute noch als die Jahreskreisfeste. Aber auch Schwellengänge wie die Menarche (Beginn der Menstruation), eine Heirat, Schwangerschaft und später sogar der Tod werden gestaltet.
Frauen waren der Kompass in diesem Zusammenleben, in dem Männer nicht weniger wichtig, aber noch nicht so richtungsweisend waren. Frauen waren schon immer feinfühliger, mehr verbunden mit Mutter Natur und durchleben durch ihren Zyklus schon intensiver die verschiedenen Phasen.
Das Patriachat
Irgendwann begann es, dass Männer nach Macht strebten und sich diese auch gewaltsam holten. (Damals wie heute: Not all man, but mostly man.) Männer spürten die Macht die von diesen Frauenkreisen ausging, wie sie ganz selbstlos die Fäden in der Hand hielten und das leben koordinierten. Die Männer wollte mehr Land, mehr Reichtum, mehr zu sagen haben, sie begannen zu kämpfen und zu unterdrücken.
Bei uns war vor allem die Christianisierung präsent auf dem Feldzug des Patriachats. Frauen wurden ausgeschlossen, ihnen wurden Rechte genommen und sie standen vielerorts unter Generalverdacht. Nicht nur Frauen, es gab auch Männer die sich nicht unterordnen wollten und ebenso behandelt wurden.
Aber vor allem war es die Magie der Frauen die den Patriarchen Angst machte. Die Fähigkeit neue Menschen in ihrem Körper wachsen zu lassen und dann zu gebären. Männer durch unsichtbare hormonelle Ausstrahlung zu manipulieren. Krankheiten durch Psychosomatik erklären und heilen zu können. Familiengeschichten durch Ahnenwissen erklären. Mit Kräutern und der Natur gemeinsam zu arbeiten, oft ohne logische oder wissenschaftliche Erklärung.
Und wir sprechen hier noch nicht mal über Hellsinne, Mediation, Channeling und andere spirituelle Praktiken, die es auch schon immer gab. Es gibt so viel was in dem Zuge verteufelt wurde und damit Frauen in Gefahr brachte wenn sie es ausführten oder nutzten.
Dazu gehörten auch Frauenkreise oder Zusammenkünfte. Diese wurden verboten oder zerschlagen, in dem Frauen sich gegenseitig nicht mehr trauen konnten, weil selbst Schwestern sich gegenseitig verrieten um das eigene Leben zu retten.
Das Wissen wurde immer seltener weitergegeben. Die treffen wurden immer schwieriger und damit mystischer. Die Medizin des Kosmos und der Natur wurde immer öfter vergessen. Frauen die so etwas praktizieren würden nannte man Hexen und damit bekam sie alle einen Stempel - die Weisen, die Naturverbundenen, die Heilerinnen und Seherrinnen, ja sogar die einfachen Bauersfrauen und feinfühligen Mädchen. Soweit ich weiß ist das Wort Hexe eine Erfindung um Frauen genau damit negativ zu bewerten und zu verurteilen. So entstanden die Hexenprozesse.
So kam es das wir Frauen nicht mehr zusammenkamen, das Frauenkreise verschwanden und wir uns sogar untereinander immer mehr misstrauten. Man nennt das auch die Schwestern- oder Hexenwunde.
Der Weg zurück
In den letzten Jahrzehnten wurde es für uns Frauen immer sicherer. Unsere Vorfahrinnen haben angefangen wieder mehr für die Frauenrechte zu kämpfen. Es gibt keine tatsächlichen Scheiterhaufen mehr die uns drohen, dafür Shitstorms und ähnliches. Zumindest hier bei uns - in anderen Ländern und Kulturen bzw. Religionen stehen sie noch an einer anderen Stelle der Entwicklung.
Das Wissen ist nicht ganz erloschen und es kommt immer mehr zurück. Immer mehr Frauen entdecken ihre feminine, natürliche Seite wieder. Wir spüren wieder mehr die Verbindung zu Natur, wir dürfen uns wieder mehr mit diesen Dingen beschäftigen.
Und immer mehr von uns fühlen sich davon angezogen, sind neugierig und spüren eine natürliche Verbindung. Für viele ist es wie erinnern wenn sie etwas über diese Themen erfahren, auch für mich. Das wissen ist zwar kognitiv nicht weitergeben worden, aber energetisch über unsere Blutlinie und über das kollektive Gedächtnis von uns Frauen - ja eigentlich sogar von uns Menschen, aber wir Frauen haben in der Regel den besseren Zugang dazu.
Es gibt dabei weder richtig noch falsch. Wir brauchen nicht dogmatisch irgendwelchen Theorien oder Techniken hinterher laufen. Alles hat seine Berechtigung, die eine findet ihren Zugang über stundenlanges barfußlaufen auf dem Waldboden, die nächste sitzt dafür tägliche zehn Minuten zwischen Räucherstäbchen in Stille und die nächste spürte die Verbindung zum Universum mit jedem bewussten Atemzug in ihren chaotischen Alltag. Für die eine ist es ein wohliges Gefühl im Herzen, die nächste nimmt etwas im Becken wahr und noch eine andere hat ein Gefühl im ganzen Körper oder kleinen Zehn.
Es geht niemals um das wie, es geht um die eigene Verbindung.
Meine ersten Kreise
Die ersten bewussten Kreise für mich waren keine Frauenkreise, es waren die Sharingrunden in meiner Coaching-Ausbildung. Es war ein klarere Rahmen, es ging reihum und gab meistens eine Frage, jeder durfte aber auch teilen was gerade präsent war - oft im Zusammenhang mit den Themen die grad in der Ausbildung vorkamen. Das entscheidende an diesen Runden war, das es sicher war. Es wurde vorher kommuniziert, das alles da sein durfte und wir keine ungefragten Ratschläge geben sollten. Es ging darum das wirklich mal das raus durfte was wir in einem anderen Setting vielleicht zurück gehalten hätten. Diese Runde gab es an den Präzenztagen jeden Morgen und Abend, immer zum Anfang und zum Ende und ich fand es damals schon magisch. Was sich zeigt wenn ich anfange zu sprechen, was sich bewegt wenn ich anderen zuhöre und mitfühle oder für mich etwas mitnehme.
Danach habe ich immer wieder solche Kreise in verschiedenen Ausbildungs- und Kursformaten erlebt und finde sie immer wieder sehr bereichernd.
Mein ersten Kreis den ich selbst gehütet habe, war ein Abend den ich gemeinsam mit Franziska als Fotografin gestaltet habe. wir haben einfach mal was neues ausprobiert und ich habe eine Gruppe von Frauen durch eine somstische Session geführt an deren ende alle nackt waren und sich mit Farbe beschmiert haben. Wir haben Leinwände mit unseren Körpern bemalt und Franziska hat alles mit der Kamera festgehalten. Es war ein wundervoller Abend, natürlich ausbaufähig weil es das erste Mal war, aber ich habe gleichzeitig so sehr gespürt das ich in meinem Element bin.
Ich wurde Frauenkreishüterin
Danach habe ich immer wieder überlegt wie ich es gestalten könnte, wie ich es auch allein machen könnte. Ich wollte nicht jedes mal so einen großen aufwand mit Fotografin und Farben fabrizieren. Ich wollte das es niedrigschwellig und keine Mutprobe ist. Ich wollte Embodiment einbauen aber nicht den Fokus drauf legen, das selbe galt für die Farben. Ich hatte so viele Themen und Ideen, aber kein Konzept, keinen Plan und auch keinen Ort dafür.
Dann lief mir die Ausbildung zur Frauenkreishüterin über den Weg und ich spürte sofort das es ein fehlendes Puzzelstück sein könnte. Genau so war es, plötzlich hat ich Hintergrundwissen, einen Plan für den Ablauf, Gestaltungsmöglichkeiten und noch mehr Ideen.
Zu meinem vierzigsten Geburtstag habe ich mir selbst meinen ersten Frauenkreis geschenkt. Ich habe ein paar Freundinnen eingeladen und weil ich zufällig an einem Jahreskreisfest Geburtstag habe das zum Anlass genommen und drumherum gestaltet. Es war ein toller Abend, ich war ziemlich aufgeregt, gleichzeitig fühlte es sich wieder so natürlich an und ich bin ziemlich stolz mich selbst mit diesem Sprung ins kalte Wasser beschenkt zu haben.
Nun sollte es weiter gehen, ich wollte die nächsten Frauenkreise nicht in meinem Wohnzimmer machen. Ich wollte nicht jedesmal unser Familienleben reglementieren damit alles bereit ist. Ich wollte nicht unbedingt Fremde (die ja irgendwann auch Teilnehmen sollten) in meinem Familienreich haben. Ich wollte vor allem alles rechtzeitig vorbereiten und auch währenddessen mir keine Gedanken über die schlafenden Kinder oder meinen Mann im selben Haus machen. Ich wollte mein Familienleben nicht einengen dafür, ich wollte meinen eigenen Raum.
Einen Raum mit Energie.
Garnicht weit weg von uns fand ich einen Raum der passen könnte. Ich nahm dort an einer Veranstaltung teil um mal zu schnuppern und wollte dann Kontakt aufnehmen mit der Vermieterin. Leider stellte sich heraus das sie meine Kontaktversuche auf nahezu allen möglichen Kanälen über Wochen und Monate ignorierte. Ich weiß bis heute nicht warum und verstehe auch nicht warum sie mir nicht einfach absagen konnte. Glücklicherweise habe ich jetzt einen anderen Raum gefunden, der erstmal das zu Hause von meinen Frauenkreisen sein darf und sich sehr nach zu Hause anfühlt für mich. Im Sommer kann ich mir gut vorstellen auch draußen Frauenkreise anzubieten und meine Tochter wünscht sich sehr einen Mutter-Kind-Kreis im Sommer.
Doch nun zu einer der wichtigsten Fragen:
Wie läuft es denn ab?
Ich gestalte meine Frauenkreise jedes Mal neu, doch der grobe Ablauf ist doch oft ähnlich.
Als erstes überlege ich mir, was denn überhaupt das Thema sein soll oder was ich bzw. wir machen. Dabei ist die größte Herausforderung, dass ich das meistens noch nicht weiß wenn ich die Einladungen veröffentliche, warum es dort oft allgemein gehalten ist. Vor allem beim letzten Mal konnte ich mit jeder Anmeldung deutlich merken wie sich die Energie des abends formt und sich in der Woche davor dann ordnen lässt.
Der mögliche Ablauf
Also ich starte am liebsten mit einer kleinen Bewegung oder Atemübung um anzukommen, im Raum und im eigenen Körper. Vielleicht spreche ich noch ein sogenanntes Kreisgebet zum eröffnen und wir singen gemeinsam, das Symbolisiert die Verbindung und Schwesternschaft für den Moment, für den Abend.
Je nach dem ob die Gruppe sich schon kennt mache ich dann gern eine kleine Vorstellungsrunde, wirklich nur kurz und dann starten wir schon ins Thema des Abends.
Das kann ganz unterschiedlich sein, ich erzähle ein bisschen was, geben Impulse oder Wissen weiter. Vielleicht erarbeiten wir auch mal gemeinsam etwas. Danach gibt es meistens eine Mediation, vielleicht mit einer somatischen Bewegungseinheit vorher oder nachher. eine Trommelreise habe ich auch schon gemacht. In der Meditation geht es vor allem darum bei sich selbst anzukommen und anhand des Themas sich selbst zu erkunden oder auch einfach nur da zu sein, sich rein zu entspannen oder sogar in Trance zu fallen.
Ehrlicherweise mag ich das Wort Meditation gar nicht so sehr, es suggeriert mittlerweile etwas das die wenigsten überhaupt können - das dauerhafte präsent sein ohne abzuschweifen und dabei im Geiste in andere Sphären abzutauchen. Ich schaffe das nicht und es ist auch nicht das Ziel, wenn es überhaupt ein Ziel gibt dann ist es vielleicht das stetige zurück kommen aus den Gedankenschleifen. Doch auch dafür führt dich meine Stimme durch den Prozess.
Wenn du nun eine Weile in deiner eignen Welt und bei dir warst, gibt es bei vielen oft Dinge die aufgeschrieben werden möchten oder könnten und dafür gebe ich gern die Zeit in Stille. Manchmal mit einem kreativen Prozess im Anschluß.
Dann gibt es oft Bewegung, wir tanzen zum Beispiel um den Körper wieder zu spüren und zu erden und machen dann eine kurze Lüftungs- und Pipipause.
Nun öffne ich gerne den Raum für alle die etwas teilen möchten, zum Prozess aber auch zum Leben selbst. Hier gelten wieder die Regeln des sicheren Rahmens. Alles darf da sein und ausgesprochen werden, alle Gefühle dürfen da sein und fließen, Tränen heilen genauso wie lauthals zu lachen. Wir verteilen untereinander keine Ratschläge, vielleicht habe ich einen Impuls den ich aber eher sparsam und vorsichtig platzieren möchte.
Natürlich interessiert mich an dieser Stelle auch immer das Feedback zum Abend, aber gleichzeitig weiß ich wie wertvoll es ist wenn jede bei sich bleiben kann.
Zum Abschluss mache ich gern noch eine Meditation oder Übung um alles zu integrieren. Und dann singen wir in der Regel noch ein Lied, das tun wir ja auch ganz am Anfang und ich liebe die Symbolik das dieses/ein Lied den Kreis öffnet und schließt.
Wenn das Thema es hergibt, bekommt jeder noch etwas mit nach Haus als Erinnerung an diesen Abend und dann sind wir schon am Ende.
So in der Art läuft es ab, da ich es liebe immer mal was neues auszuprobieren kann es auch überraschende Abweichungen geben. Irgendwann würde ich gern auch Kreise geben in denen Embodiment mit einer vollen Session im Fokus steht. Auch schwebt mit vor kreative Malkreise anzubieten, die angelehnt an einen Frauenkreis sehr viel aus meine Arbeit als Malbegleiterin enthält.
Es gibt also viele Ideen, aber für den Moment gehe ich einen Schritte nach dem anderen und ich freue mich wenn ich dir hiermit einen Einblick geben konnte und du vielleicht Lust hast einen Abend auszuprobieren, wie es ist dabei zu sein.
Wenn du noch mehr wissen möchtest dann fragt mich total gerne, ich freue mich auf dich
Deine Rebecka