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Praktika im Journalismus – Über ein System, das vielen den Zugang verwehrt

Es war das erste und letzte Mal, dass ich in einem Vorstellungsgespräch gesagt habe, dass ich unter den Bedingungen dort nicht würde arbeiten können und mich deshalb direkt im Gespräch disqualifiziert habe. Ende 2020 habe ich mich das erste Mal auf ein Praktikum beworben. Da war ich eigentlich bereits nach der Uni auf „richtiger“ Jobsuche, aber nicht bereit, in einem Unternehmen zur Gewinnmaximierung anderer zu arbeiten. Also vielleicht doch ein Praktikum in einem journalistischen Umfeld? Das wollte ich immer schon, konnte ich vorher aber nie, weil ich immer auf meinen Studijob angewiesen war. Ich wusste, dass ich mir ein Praktikum auch dann nicht wirklich würde leisten können, aber vielleicht wäre dies ja dann doch ein Einstieg in einen Kosmos, der mir vorher verwehrt geblieben war?

Das Gespräch an sich war nett. Im Grunde ging es darum, die neue Ausgabe des bald erscheinenden Magazins mitzugestalten, eben auf den letzten Metern zu helfen. Kein Traumjob, in dem man tiefer recherchieren oder journalistisch arbeiten lernt, aber immerhin: Ein Einstieg. Wir sprachen zu unterschiedlichen Themen. Die taz habe zu Thema x vor kurzem etwas veröffentlicht. Dann die Frage: Alle im Team haben mal bei der taz ein Praktikum gemacht – ich etwa auch? Was wäre das für ein Zufall! Nein, habe ich nicht. Natürlich nicht. Meine redaktionelle Arbeit beschränkte sich stets auf die Freiberuflichkeit – weil man dort immerhin ein wenig Geld bekommen hat.

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