
Im Reich der Mächtigen
„Ach, der Irre hat sich mitten auf eine Brücke gestellt und Bannflüche geschrien. Gordi McGordrac, hatte er gerufen, ich kenne Deinen Namen, oder so ähnlich.”
Der Alte schüttelte den Kopf:
„Der Dummkopf ist natürlich abgesoffen, keiner hat mehr etwas von ihm gesehen.”
„Aber er hat recht gehabt, nicht wahr?”
Der Alte nickte eifrig:
„Mehr als Du glaubst, mehr als Du glaubst. Viele meinen nämlich tatsächlich einen riesigen fürchterlichen Drachenkopf aus der Flutwelle herausragen gesehen zu haben. Und außerdem haben uns später Reisende von einem gewaltigen Drachen und von diesem merkwürdigen Geistlichen berichtet.”
„Pfarrer Georg”, murmelte Marielle vor sich hin, „der gute alte Pfarrer Georg, selbst im Tod kannst Du es nicht lassen.”
„Du kennst ihn?”, der Alte wurde neugierig.
„Nein, nein”, erwiderte Marielle erschrocken und mit bleichem Gesicht, „hier nimm das Geld, ich muß jetzt gehen.”
Der Alte war verwirrt, und fragte sich, was den Knaben wohl so erschreckt haben könnte, daß er so eilig verschwindet und auch noch das schöne Geld freiwillig da lässt.
„Hat der etwa etwas ausgefressen?” Der Alte blickte sich um und schaute in die Richtung, in die Marielle zuletzt geblickt hatte. „Holla, was ist den das für ein seltsamer Heiliger, nimmt das denn gar kein Ende?”, entfuhr es dem Bettler.
Ganz am Ende der langen Gasse konnte er eine schwarze Mönchsgestalt erkennen, die langsam und irgendwie schnuppernd, witternd auf den Hafen zuging. …