
Auf der Spur
Marielle war sehr unsanft aus ihrer Trance geweckt worden. Zwar hatte sie den Kampf der Drachenkinder nicht mitbekommen, als sie aber ihren schmerzenden Handrücken betrachtete, auf dem sich eine dicke, hässliche Brandblase breit zu machen begann und spürte, wie das magische Drachenauge statt wohl verpackt unter ihrem Hemd, an seiner Kette lose vor ihrem Bauch herumbaumelte, da wusste sie, dass etwas Unheilvolles geschehen war. Hastig sah sie sich um, konnte aber nichts Ungewöhnliches entdecken.
„Drachen, wo seid Ihr?”, rief Marielle im Flüsterton. „Kommt sofort her!”
Poldi war der einzige, der sich -ein wenig zerrauft- blicken ließ.
„Wo sind die anderen?”, fragte Marielle verunsichert.
„Weg”, antwortete Poldi lakonisch, „einfach weg.”
Marielle blickte Poldi vorwurfsvoll an:
„Was ist geschehen?”
„Nun …”, Poldi wand sich ein wenig verlegen, „Alfi ist im magischen Drachenauge verschwunden und Otti, na ja, den habe ich über Bord geschmissen. Der muss wohl jetzt großen Repsekt vor mir haben, denn er ist nicht mehr aufgetaucht.”
Allein an dieser Bemerkung erkannte Marielle, dass sie wohl eine ganze Weile lang nicht bei Besinnung gewesen sein musste. Daher ließ sie sich die Ereignisse bis ins Kleinste erzählen.
Als Poldi geendet hatte, entstand eine lange Pause. Marielle dachte nach. Ihr war klar geworden, dass jetzt keine Zeit mehr war für Selbstmitleid und Zweifel, dass sie jetzt endlich Entscheidungen fällen musste, ob richtig oder falsch, spielte gar keine Rolle. Sie musste Entscheidungen fällen, handeln und sie musste darüber nachdenken, welche Entscheidung jetzt überhaupt anstand. . . .