02. Oktober 2025 | SequencerTalk | Edit: Dean Freud
Die MPC-Reihe von Akai hat über Jahrzehnte Sampling und Beatmaking geprägt – ob im Hip-Hop, bei elektronischer Musik oder in der Pop-Produktion. Mit der MPC Live 3 kommt nun die nächste “Evolutionsstufe”.
Was mit der ersten MPC60 (1987) (Opens in a new window) damals noch von Roger Linn entwickelt wurde, ist heute eine komplette DAW IN THE BOX.

Feature-Liste im Überblick
8-Kern-CPU, 8 GB RAM, 128 GB Speicher
Viermal mehr Leistung als die Live II
MPCe-Pads mit 3D-Expression, 16 mit 4 Ecken = 64 Pads oder/und 16 Pads mit Ausdruck
Touch-Strip für Modulation, Dynamik und alle Parameter, die es gibt pro Step
Quasi-Parameter-Locking für alle wichtigen Parameter
7-Zoll-Multi-Touch-Display (XY-Modus) - wie bisher
MPC3 OS mit Clip-Matrix, Stem-Separation
Neue Plug-In AIR Reverb Pro, AIR Utility und AIR Visual EQ4
Step-Sequencer mit 16 Tasten, auch als Umschalter für Clips, Tracks, etc.
Direkter USB-C-Sampling-Support und Audio/MIDI Interfaces
6 Ausgänge, 2 XLR/TS-Ins, RCA-In, 8 CV/Gate Outs, SD-Slot, USB-A und USB-C
Dient als 24-Kanal Audio-und 32-Kanal MIDI-Interface
Audioformat: 24 Bit, 44,1 – 96 kHz
32-Bit Floating Point
Signal-Rausch-Verhältnis: ca. 101,8 dB, Verzerrung THD+N: ~0,002 % bei 1 kHz
Eingebaute Speaker & Mikrofon
Akku bis 4 Stunden Betrieb
Wi-Fi & Bluetooth
Ableton Live Integration mit Clip-Launch & Export
Mehr Power, neuer Workflow
Akai wirbt mit viermal mehr Rechenleistung als in der MPC Live II. Möglich macht das ein 8-Kern-Prozessor, kombiniert mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. Der integrierte M.2 SSD-Speicher ist schneller als biser. Auf der Unterseite gibt es Platz für eine zusätzliche SSD, und der SD-Kartensteckplatz sowie der USB-A-Anschluss ermöglichen den einfachen Austausch von Samples und Songs. Mit der neuen Rechenkraft werden nicht nur mehr Plug-ins (bis zu 32) gleichzeitig möglich, vorher waren es 8 Instrumenten Plugins, sondern auch rechenintensive Features wie Stems-Separation wie in der DAW Version oder neue Effekte, die endlich höher auflösen.

Neue Pads mit MPE und Performance-Kontrolle.
Ein echtes Highlight sind die neuen MPCe-Pads:
Sie reagieren mit 4-Achsen -Sensoren und teilen jedes Pad faktisch in vier eigene Felder auf, wodurch sich Funktionen in allen Achsen steuern lassen. Es können 64 Instrumentenpads sein oder auch 16 sehr vielseitig bespielbare Einzelklänge mit Ausdruck. Zusammen mit dem Touch-Strip ergeben sich viele neue Möglichkeiten für Ausdruck, Pitch-Bends oder Modulation. Das alt-bekannte 7-Zoll-Touch-Display bleibt wie es ist.
Eine der auffälligsten Neuerungen ist die dedizierte 16-Taster-Reihe für die Step-Sequenzierung.

16-Step-Sequencer
Endlich ein klassischer Step-Sequencer! Dieses Feature, das sich viele Nutzer gewünscht haben, ermöglicht eine schnellere und intuitivere Programmierung von Beats. Das dient aber nicht nur dem Löschen und Setzen von Steps, sondern man kann darüber direkt Velocity, Ratchet, Nudge und alle Syntheseparamter (Hüllkurven etc.) setzen, ähnlich den Parameter Locks bei Elektron. Zusätzlich können diese Buttons auch als VU Meter, Macro Snapshots oder Clip Launcher wie in Ableton verwendet werden, nur um ein paar der Möglichkeiten zu nennen.

MPC3 OS – neues Betriebssystem
Die Live 3 kommt mit dem neuen MPC3 OS (Opens in a new window), was bereits auch auf den älteren MPCs läuft und viele Features der AKAI Force übernimmt, allerdings jetzt mit mehr Performance und mehr Luft.
Wie schon gesagt, sind jetzt bis zu 32 Instrumenten Plug-ins möglich, in den Vorgängermodellen war bei 8 Instrumenten die Grenze erreicht. Natürlich gibt es weiterhin Midi, Audio und CV Spuren, eingebaut sind 8 CV/Gates, damit kann die MPC Live III schon als Zentrale dienen und nicht nur als Hilfsgroovebox für ausgesuchte Live-Auftritte.
(Opens in a new window)Pro Reverb und Plug-Ins
Einer meiner persönlichen Kritikpunkte war bis jetzt immer das schwächelnde Reverb.
Auch das sollte nun zur Vergangenheit angehören, mit dem neuen Pro Reverb verspricht Akai nun Studioqualität, was dringend nötig war.

Super, ein Utility-Effekt gibt es jetzt, mit Phasenumkehr, Mono- und Mid-Side-Converter auch speziell für Bassfrequenzen.

Der grafische 4 Band EQ macht das Mixen um einiges leichter. Das “optische Mixen” kennen viele von der DAW, wie Pro Tools und Co., gewöhnt. Dass die Frequenzen jetzt im Hintergrund angezeigt werden, hilft vor allem Anfängern, besser einzuschätzen, was genau passiert.

Die neue CV Playgroup wird Eurorack- und Modular-Musiker weiter mehr einbeziehen. Mit 8 CV/GATE-Anschlüssen, die als Stereo Stack ausgeführt sind, können 4 Envelopes, 4 LFOs, ein Stepsequencer, 2 Ramps mit Offset, ein Clock Divider und eine Routing Matrix realisiert werden. Generativ!



Anschlüsse & Mobilität
Die Ausstattung ist auf den Live-Einsatz optimiert:
6 Audio-Ausgänge
2 XLR/TS-Kombi-Eingänge
RCA-In (Phono) zum Samplen von Schallplattenspielern
8 CV/Gate-Outputs für Modular
SD-Slot, USB-A & USB-C
integriertes Audio-Interface (24-Kanal Audio / 32-Kanal MIDI)

Praktisch: eingebaute Lautsprecher und Mikrofon für spontanes Arbeiten unterwegs. Die Stromversorgung läuft über Akku mit rund 4 Stunden Laufzeit. Dank Wi-Fi und Bluetooth klappt auch kabelloses Arbeiten, und Ableton lässt sich direkt ansteuern – inklusive Clip-Launching und Projekt-Export. Komponieren auf dem Bettkasten oder in einer leeren Bahn.
Die neue MPC gib es hier bei Thomann für 1599€ (Opens in a new window)
Fazit:
Ich mache es kurz. “Well done AKAI”!
Da bleiben deutlich weniger Wünsche offen, oder? Klar, mit einem Preis von rund 1600€ ist das natürlich kein “Spielzeug”, das man sich mal nebenbei holt. Wer aber, wie ich, den Workflow und die Vielseitigkeit der MPC-Plattform zu schätzen weiß, bekommt hier ein Tool, das stetig am Wachsen ist. Warum dann nicht gleich einen Laptop? Das muss sich jeder selber fragen. Für mich ist es, anschalten und loslegen, Punkt. Allerdings war es auch für AKAI ein langer Weg bis dahin.
Moogulator sagt dazu: Die MPC III ist endlich viel mehr den TR-Konzepten wie Elektron entgegengekommen - Akai stand immer für recht viel Vorbereitung vor einem Gig. Es ist nicht alles live, aber liver als je vorher. So wäre mein "Vorurteil" darüber. Ein sehr großer Schritt für Akai und ein sehr schöner Schritt für die Menschheit.
Unten noch einige Videos und Link zum Forum, um weitere Meinungen zu lesen und zu schreiben.
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Reden kannst du über die MPC Live III auch im Forum (Opens in a new window)
Alle Angaben basieren auf verfügbaren Herstellerinformationen. Spezifikationen und Verfügbarkeit können sich ändern.
Tags:#MPC #AkaiPro #MPCLive3 #Groovebox #StandaloneSampler #BeatMaking #MusicProduction #DAWless