
Ihr Lieben - konntet ihr das Wort sofort lesen?
Es ist das eine, mit einem Filmemacher ein Buch zu schreiben - es ist das andere, mit ihm ein kurzes Video zur Bewerbung der signierten Exemplare zu machen :D
Das Ergebnis, das Mario erschaffen hat, ist sehr sehr witzig geworden.
Seht selbst! (Opens in a new window)
Aber die Worte Utopumentation und anderes drehen seitdem in meinem Kopf mietfrei ihre Kreise.
Noch bis zum 7. September könnt ihr bei Autorenwelt (Opens in a new window) vorbestellen, dann unterschreiben wir euer Exemplar und ihr erhaltet es versandkostenfrei pünktlich zum Erscheinen.

Aktuell führe ich wieder sehr viele Diskussionen mit Menschen, die von 0 auf 240 gehen, wenn es um 200.000 Escooter im Sharing geht. Wir lassen uns bereitwillig ablenken.
Müllautos werden kleiner konzipiert, weil sie nicht mehr durch die vollgeparkten Straßen kommen.
https://taz.de/Antwort-auf-immer-groessere-Pkw/!6027099/ (Opens in a new window)Ich gehe täglich dort, wo ich lebe oder zu Gast bin, an Monstrositäten vorbei und stelle mir die Frage: Was, wenn der mich auf dem Rad erwischt? Werde ich überleben?
https://www.transportenvironment.org/articles/ever-higher-the-rise-of-bonnet-height-and-the-case-to-cap-it (Opens in a new window)Unsere “Autos” sind schon lange weit entfernt von dem, was Alltagstauglichkeit und Mobilität erfordern würden. Sie sind rollende Panzer, Abschottung gegen außen und tiefgreifende Bedrohung für alle, die nicht Auto fahren können oder wollen.
Leih-Escooter wurden von Andreas Scheuer - einst Verkehrsminister - in ein bereits überlastetes und gestresstes System gekippt, ohne eigene Abstellflächen und Fahrspuren. Denn diese müssten ja von den Autos kommen. Dass wir genervt auf Escooter auf Gehwegen reagieren, ist menschlich nachvollziehbar - systemisch aber Teil der Ablenkung vom eigentlichen Problem: einem autozentrierten System, in dem Autos immer größer, ressourcenfressender, bedrohlicher werden, immer mehr werden, zugleich aber immer weniger bewegt. Ich würde mich freuen, wenn wir hier unseren Fokus schärfen und die Kraft, die wir auf das Bashing von Escootern verschwenden, erstmal auf die größte Bedrohung richten: Autos.
Hier zwei Einstiege.
Scooterfirmen machen sich meiner Wahrnehmung nach mehr Gedanken als Autoindustrie und Verkehrspolitik.
2019 VOI und HOCHBAHN testen komplementären Mobilitätsmix.
https://katja-diehl.de/voi-und-hochbahn-testen-komplementaeren-mobilitaetsmix/?utm_source=steady&utm_medium=newsletter&utm_campaign=flauschis&utm_content=article (Opens in a new window)2025:
Was haben E-Scooter in der Stadt und neue Ansätze von vernetzter Mobilität in einem 500-Seelen-Dorf gemeinsam?
https://katja-diehl.de/was-haben-e-scooter-in-der-stadt-und-neue-ansaetze-von-vernetzter-mobilitaet-in-einem-500-seelen-dorf-gemeinsam/?utm_source=steady&utm_medium=newsletter&utm_campaign=flauschis&utm_content=podcast (Opens in a new window)Und während sich alle hervorragend darüber einig sind, wie wenig Sinn 200.000 Escooter im Sharing im Vergleich zu 50 Millionen Autos machen, geschehen Dinge wie diese hier:
Verkehrspolitiker*innen von Bündnis 90/Die Grünen aus Bund, Ländern und Kommunen fordern die Bundesregierung mit Nachdruck auf, im Zuge der aktuell laufenden elften Änderung des Regionalisierungsgesetzes die Regionalisierungsmittel für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ab 2026 um mindestens drei Milliarden Euro jährlich zu erhöhen. Andernfalls drohten deutschlandweit Zugabbestellungen, Taktkürzungen und ein Rückbau des öffentlichen Nahverkehrs – mit spürbaren Folgen für Millionen Fahrgäste. Die finanziellen Spielräume der Länder werden durch Inflation, Steuersenkungen des Bundes, gestiegene Energiepreise und höhere Personalkosten immer enger. Strukturen vor Ort geraten zunehmend unter Druck, weil zentrale Mittel ausbleiben.
https://www.lok-report.de/news/deutschland/aus-den-laendern/item/60507-baden-wuerttemberg-bayern-hessen-ohne-geld-kein-takt-sparwahn-statt-fahrplan-gruene-fordern-weitere-3-milliarden.html (Opens in a new window)Dazu passt natürlich euer Zugriff auf die She Drives Mobility Academy, wo Minister Winfried Hermann u. a. auch auf diese Details eingeht.
https://katja-diehl.de/interviews/?utm_source=steady&utm_medium=newsletter&utm_campaign=flauschis&utm_content=interview (Opens in a new window)Ebenfalls spannend und viel zu wenig beachtet ist dazu auch die Einschätzung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen mit zwei Szenarien.
Szenario 1: Den ÖPNV von Grund auf modernisieren
In diesem Szenario wird der gesamte ÖPNV modernisiert, das bestehende Angebot gesichert und der große Nachholbedarf (difu-Studie 2023 (Opens in a new window)) an Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge wird abgebaut. Die Elektrifizierung bei Bussen und Nahverkehrszügen wird inklusive des Baus und Umbaus der dazugehörigen Ladeinfrastruktur, Betriebshöfe und Werkstätten mit Nachdruck umgesetzt. Der ÖPNV in Deutschland wird dadurch moderner, effizienter, digitaler und insgesamt leistungsfähiger.
Das Gutachten errechnet, dass dafür bis 2040 jährlich etwa 1,44 Milliarden Euro zusätzlich aus öffentlichen Mitteln in den ÖPNV investiert werden müssen. Insgesamt steigt der öffentliche Finanzierungsbedarf in diesem Szenario von 26 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 49 Milliarden Euro im Jahr 2040.
Szenario 2: Ein echtes Deutschlandangebot schaffen
Dieses Szenario Deutschlandangebot 2040 steht für einen flächendeckend besseren ÖPNV für alle Menschen und ihre Mobilitätsbedürfnisse überall im Land. Es umfasst sämtliche Maßnahmen des Szenarios Modernisierung ergänzt um massive Verbesserungen im Bus- und Bahnangebot – sowohl auf dem Land als auch in den Städten. Unter anderem werden hierbei der Zielfahrplan des Deutschlandtakts sowie flächendeckend Mindestbedienstandards im gesamten ÖPNV realisiert. Dieses Szenario orientiert sich am Vorbild des bekannten Schweizer Systems. Die Umsetzung des Deutschlandangebots 2040 würde zu einem erheblichen Fahrgastwachstum von mindestens 30 % führen.
Der Finanzierungsbedarf aus öffentlichen Mitteln steigt in diesem Szenario bis 2040 auf rund 80 Milliarden Euro. Ausgehend von 26 Milliarden Euro im Jahr 2024 entspricht das einer jährlichen Steigerung der Unterstützung aus öffentlichen Haushalten um rund 3,36 Milliarden Euro.
Zumal es gerade wissenschaftlich bewiesen wurde:
Jeder Euro, der in Busse, Regionalzüge oder Straßenbahnen investiert wird, bringt der deutschen Volkswirtschaft einen Nutzen von drei Euro - so das Ergebnis einer Studie. Dieses Geld schaffe Jobs und sorge für Umsätze anderswo.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/oeffentlicher-nahverkehr-kosten-leistungen-100.html (Opens in a new window)
(Opens in a new window)Es gibt eine neue Podcastfolge, die mir SEHR gefällt, weil Ed Niedermeyer so unfassbar großartig Klartext spricht. Ich kenne ihn noch aus diesen Zeiten, in denen Twitter relevant war - seitdem sind wir uns über den Ozean hinweg freundschaftlich verbunden.
Auf Bluesky hat er eine schöne Selbstbeschreibung:
This gentle soul, cyberbullying elon musk since 2015, author of "ludicrous: the unvarnished story of tesla motors" (2019), cohost of the autonocast.
Wir mussten unsere Aufnahme verschieben, weil er an den Prozessen gegen Tesla teilnahm, die den Konzern und Blender endlich zur Verantwortung zog.
Die Folge ist auf englisch, für alle, denen das eher anstrengend ist, hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte auf Deutsch. Wenn du ein Unternehmen oder eine Idee hast, die in meinem Podcast stattfinden sollte, wenn du Werbung vorab einer Folge schalten möchtest, schreibe mir gern unter backoffice@katja-diehl.de (Opens in a new window).
(Opens in a new window)Tesla: Fortschritt, der gar kein Fortschritt ist
Ed hat mir eindrucksvoll erklärt, wie Tesla es geschafft hat, neue Technologien wie den Elektroantrieb in ein altes, vertrautes Produkt – das amerikanische Auto – so zu integrieren, dass sich kaum etwas ändert. Große Reichweite, große Batterie, großes Auto. Die Illusion einer Zukunft, ohne dass die Menschen ihr Verhalten hinterfragen müssen. Und genau das ist das Problem.
„Tesla verkauft uns Altes als etwas Neues – und die Leute lieben es, weil sie nichts ändern müssen.“

Ich sehe auch oft, dass wir in Deutschland – insbesondere in der Automobilindustrie – noch zu sehr in traditionellen Mustern denken. Anstatt die Chancen für einen echten Wandel zu nutzen, klammern wir uns an das, was bisher war. Und loben Elon Musk weiterhin als Visionär, obwohl er genau diesen Wandel blockiert.
Elektroautos sind nicht automatisch klimafreundlich
Ed hat einen wichtigen Punkt angesprochen: Die Art und Weise, wie wir über E-Mobilität sprechen, verhindert die Verkehrswende. Wenn Reichweite alles ist, brauchen wir riesige Batterien. Und dann sind E-Autos nur etwas für Reiche. Das wahre Potenzial der Elektromobilität liegt in kleinen, leichten Fahrzeugen für kurze Strecken. Und ja – vielleicht sogar in einem E-Bike oder einem Roller.
„Die durchschnittliche Fahrtstrecke in den USA beträgt sechs Meilen – warum brauchen wir dann eine Reichweite von 300 Meilen?“
Ich frage mich auch oft, warum wir es nicht schaffen, Mobilität an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Warum definieren wir Freiheit immer noch über Besitz – statt über gemeinsame, zugängliche und bedarfsgerechte Angebote?

Ich bin überzeugt, dass autonomes Fahren Sinn machen kann – aber nicht in einem Privatwagen mitten in der Innenstadt. Viel mehr Potenzial sehe ich in ländlichen Gebieten, für On-Demand-Dienste oder geteilte Flotten. Das setzt aber voraus, dass wir endlich aufhören, das Auto als universelle Lösung für alle Mobilitätsprobleme zu sehen.
Wie Technologie unsere Sicht auf Mobilität verändert
Was ich an Eds Arbeit schätze: Er lehnt Technologie nicht ab – aber er fordert, dass wir sie endlich als das sehen, was sie ist: ein Werkzeug. Und nicht als Heilsversprechen. Wir müssen uns fragen: Dient diese Technologie den Menschen – oder dienen wir ihr?
„Wir müssen wieder lernen, dass Technologie uns unterstützen soll – nicht umgekehrt.“
Auch ich wünsche mir mehr städtischen Raum für Menschen – nicht für geparkte Autos. Ich träume von Städten, in denen wir keinen „Urlaub vom Auto“ brauchen, sondern in denen autofreies Leben zum Alltag gehört. Und ich weiß, dass es keine einfachen Lösungen gibt. Aber es beginnt mit der Frage: Wie wollen wir wirklich leben?
Und damit zu den Links der Woche:
Why we tolerate motor-traffic danger and pollution. Partly because we’ve been taught to see it as normal.
https://www.eta.co.uk/news/why-we-tolerate-motor-traffic-danger-and-pollution (Opens in a new window)"Ich sehe mich nicht als klassischen Politiker, sondern als Vermittler. Ich brauche kein Parteibuch, um gute Ideen umzusetzen. Im Gegenteil – ohne Parteizwang kann ich auf alle Fraktionen im Stadtrat zugehen. Das ist ein großer Vorteil."
https://www.fluter.de/buergermeister-patrick-albrecht (Opens in a new window)Auch für sie mache ich meine Arbeit - die Menschen im Schatten, die vielleicht sogar davon träumen, mal ein eigenes Auto zu haben. Die aber aktuellen auf gute Radwege und ÖPNV angewiesen sind:
Sie schuften, sie rechnen bis null. In Deutschland leben immer mehr Menschen am wirtschaftlichen Abgrund. Inmitten von Inflation, Wohnungsnot und wachsender sozialer Ungleichheit porträtiert unsere Serie "Wir, hier unten" Menschen, die trotz harter Arbeit am Rand des Existenzminimums leben. Eine Serie der ZEIT.
https://www.youtube.com/watch?v=BbMrmbHI1YI (Opens in a new window)Menschen atmen Berechnungen zufolge deutlich mehr Mikroplastik ein als bislang angenommen. Besonders in Innenräumen wie Wohnungen und in Autos könnten laut einer Studie täglich im Schnitt rund 68.000 winzige Plastikpartikel in die Atemwege eines Erwachsenen gelangen - bei Kindern sind es etwa 47.000.
https://www.n-tv.de/wissen/Studie-zeigt-alarmierende-Werte-fuer-Mikroplastik-in-der-Luft-article25936016.html (Opens in a new window)Antwort auf immer größere Pkw: Müllwagen werden kleiner
Die Zahl der Pkw steigt, sie werden breiter und länger. Weil es für die Müllabfuhr auf manchen Straßen zu eng wird, sollen Laster nun abspecken.
https://taz.de/Antwort-auf-immer-groessere-Pkw/!6027099/ (Opens in a new window)US military is buying Tesla Cybertrucks to use as targets for missiles.
https://electrek.co/2025/08/06/us-military-buying-tesla-cybertruck-targets-missiles/ (Opens in a new window)“last mile” problem keeps many people from riding transit, so a new program in Denver is offering a solution: free e-bike and scooter rides, for up to a mile, to certain transit stops.
The new program, called First Mile Free, will pay for Lime and Bird users to travel up to a mile to two different stations in 2026 and 2027.
https://denverite.com/2025/08/05/rtd-last-mile-program-free-scooter-ebike-rides/ (Opens in a new window)Bleibt gesund und zuversichtlich!
Danke für euren Support,
Eure Katja