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Tetra Pak wollte die Eintracht neu verpacken!

Es ist Mittwoch, der 15. April 2026, und du liest die STOFFKUNDE, meinen wöchentlichen Trikot-Newsletter. Heute mit dem Sondernewsletter zur zweiten Folge meines STOFFKUNDE-Trikot-Podcasts. Gast: Rainer Falkenhain (Opens in a new window)

Rainer Falkenhain und Stefan Appenowitz nach der Podcastaufnahme.
Rainer Falkenhain und ich nach der Podcast-Aufnahme im Profi-Camp von Eintracht Frankfurt Anfang März. In der Hand von Rainer sein erstes Fan-Trikot, das er von seinen Eltern geschenkt bekommen hat und das seine Mutter damals mit einem individuellen Samson-Schriftzug veredelt hat.

Auf meiner Reise für die ersten Aufnahmen für diesen Trikot-Podcast war Frankfurt am 9. März der Start.

Und ich bin ehrlich. Ich war nach dem Verlassen des Profi-Camps, wo Rainer Falkenhain und ich uns zur Aufnahme getroffen haben, etwas in Sorge, dass das Gespräch nicht gut genug geworden ist für einen Podcast. Denn meinem Empfinden nach hatten wir uns bei unserem Gespräch zu sehr an den Trikotfotos meines Buches “Das Eintracht-Frankfurt-Trikot von 1899 bis heute” orientiert. Und da dies nun mal ein normaler Podcast ist und kein Video-Podcast, hatte ich Angst, dass wir euch als Hörer eventuell zwischendurch verlieren. Und dass selbst dieser begleitende Newsletter mit den Abbildungen der Trikots, über die wir gesprochen haben, nicht ausreicht, um dem Gespräch zu folgen.

Doch beim Schnitt habe ich festgestellt, dass meine Sorge unbegründet war und man den Podcast wahrscheinlich sogar hören kann, ohne alle Trikots bildlich vor Augen zu haben. Und trotzdem genug Infos daraus mitnimmt. Zumal, wenn man Eintracht-Fan ist und ohnehin alle Trikots in- und auswendig kennt.

Für alle anderen habe ich nachfolgend noch einmal alle wichtigen Trikots eingebaut, über die wir im Podcast gesprochen haben. Und da wir uns, wie zuvor bereits gesagt, sehr nah am Buch orientiert haben, könnt ihr es, wenn ihr es habt, ab der Saison 1984/85 aufschlagen. Ihr findet dort viele Geschichten und Details, die Rainer erzählt hat, noch mal in ausführlicher Form nacherzählt.

Rainer Falkenhain ist seit 41 Jahren für die Eintracht in verschiedenen Funktionen tätig. Und war dabei von 1985 bis 2018 regelmäßig bei allen Trikotangelegenheiten involviert. Speziell wenn es um die Umsetzung ging.

Angefangen haben wir mit der Saison 1985/86 und Rainer spricht von einer Adidas-Anzeige, die damals im Kicker erschienen ist und wo 14 von 18 Bundesliga-Vereinen mit Adidas spielen. Meine Anzeige unten ist aus der Saison 1981/82, ist aber nahezu identisch mit den Anzeigen später. Adidas hat diese in den achtziger Jahren praktisch jedes Jahr in der gleichen Form im Kicker-Sonderheft geschaltet.

Wir sprechen über das orangefarbige Trikot aus der Saison 1981/82, das der ehemalige Bundestrainer Jogi Löw trug, als er für die Eintracht spielte.

Oranges Trikot getragen von Jogi Löw in der Saison 1981/82.
Orange war die Hausfarbe von Trikotsponsor Infotec, einem Unternehmen der Hoechst-Gruppe. Das abgebildete Trikot hat Jogi Löw getragen im einzigen Bundesliga-Spiel, in dem es eingesetzt wurde. Am 17. Oktober 1981 im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld. Foto: Patrick Locke / Das Eintracht Frankfurt Trikot

Rainer erwähnt in dem Abschnitt auch das besondere Vereinswappen mit dem Bindingsadler, das damals auch die Trikots zierte. Nach Auskunft von Rainer Falkenhain feiert dieses Wappen in der kommenden Saison 2026/27 bei ausgewählten Textilien und eventuell auch Trikots ein Comeback.

Zur Saison 1986/87 wurde Hoechst neuer Hauptsponsor der Eintracht und da der Firmenname niemals auf rotem Untergrund erscheinen durfte, verschwand bei den neuen Trikots der rote Mittelbalken bei den eigentlich rot-schwarz-gestreiften Trikots und bildete einen ziemlich hässlichen schwarzen Mittelbalken, auf dem der Hoechst-Schriftzug schräg aufgeflockt wurde. Rainer erklärt im Gespräch die Hintergründe dazu.

Eintracht Trikot aus der Saison 1986/87
Matchworn-Trikot aus der Saison 1986/87. Es wurde wahrscheinlich in mehreren Spielen getragen. Interessant für Sammler: Das Hoechst-Logo steht bei diesem Trikot leicht über den schwarzen Rand hinaus. Nur in Trikots mit diesem Flock wurde in der Bundesliga gespielt. Es gibt auch Trikots, bei denen der Schriftzug und das Logo genau auf den schwarzen Hintergrund eingepasst sind. Diese kamen aber nur bei den Amateuren oder in der Jugend zum Einsatz. Rainer erzählt im Podcast, warum das bei den Bundesliga-Trikots so gehandhabt wurde. Foto: Patrick Locke/Das Eintracht Frankfurt
Matchworn-Trikot von Andi Möller aus der Saison 1986/87. Die Hausfarbe von Hoechst war Blau und so fand sich diese Farbe ähnlich wie das Orange bei den Infotec-Trikots, auf den Auswärtstrikots wieder. Foto: Patrick Locke/Das Eintracht Frankfurt

Der Wechsel von Adidas zu Puma sorgte in der Saison 1987/88 für einigen Wirbel, brachte aber auch eines der beliebtesten Eintracht-Trikots aller Zeiten hervor. Erfahrt mehr über die Entstehungsgeschichte von Rainer und das Buch.

Eintracht Trikot aus der Saison 1987/88
Matchworn-Trikot von Ralf Sievers am 9. November 1988 im Europapokal der Pokalsieger gegen Sakaryspor. Dieses Trikot-Modell zählt zu den beliebtesten unter den Eintracht-Fans. Es wurde bis zur Saison 1990/91 eingesetzt.

Aberglauben spielt im Fußball bekanntlich oft eine große Rolle. Das gilt auch für Eintracht Frankfurt. In den 70er-Jahren gab es eine Phase, in der die Eintracht nicht in rot-schwarz-gestreift auflief, sondern in Weiß mit schwarzen Hosen und weißen Stutzen. Ein Outfit übrigens, das insbesondere Eintracht-Legende Charly Körbel besonders gerne trug. Und das erfolgreich war. So spielte die Eintracht alle ihre Pokalfinale in diesem Outfit und gewann davon ja auch einige: 1974, 1975, 1988 und 2018. Und auch die Europa-League 2022 gewann man in weißen Trikots.

Spielertrikot von Bernd Hölzenbein aus dem DFB-Pokalfinale 1981 gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Spielertrikot von Bernd Hölzenbein aus dem Pokalfinale 1981 gegen den 1. FC Kaiserslautern. 1974 und 1975 hatte die Eintracht noch mit Trikotwerbung für Remington den DFB-Pokal gewonnen. Auf dem DFB-Bundestag 1975 wurde beschlossen, dass in Zukunft in Endspielen nur mit blanker Brust gespielt werden durfte. Diese Regel wurde erst mit der Saison 1982/83 wieder aufgehoben. Foto: Patrick Locke /Das Eintracht Frankfurt Trikot

Zur Saison 1991/92 übernahm Samsung die Trikotbrust der Eintracht. Die Kölner, bei denen Samsung zuvor Hauptsponsor war, waren nicht besonders erfreut darüber, dass ihnen ihr Trikotsponsor abtrünnig wurde.

Es gab einige kultige Trikots mit Samsung. Zu den beliebtesten zählt mit Sicherheit das Trikot unten, das eher sporadisch zum Einsatz kam und dadurch auch besonders selten ist. In der Vorsaison hatte es das gleiche Trikotmodell noch mit Hoechst-Werbung gegeben,

Spielertrikot von Uwe Bein aus der Saison 1991/92. Foto: Patrick Locke/Das Eintracht Frankfurt Trikot.

Wegen der Farben bei den Trikots und weil andere Mannschaften auch in Rot und Weiß aufliefen, gab es des Öfteren Situationen, in denen darum gerungen wurde, in welchen Farben welches Team antreten darf. Nach einem entsprechenden Vorfall bei einem Auswärtsspiel in Nürnberg entschieden Rainer Falkenhain und Zeugwart Toni Hübler für die Zukunft, einen komplett andersfarbigen Trikotsatz im Bus mitzuführen, auf den man im Notfall ausweichen konnte.

Gelbes Spielertrikot von Manni Binz aus der Saison 1992/93
Insgesamt sieben Mal wurde dieses Ausweichtrikot, hier ein Matchworn-Trikot von Manfred Binz, bei Auswärtsspielen in der Saison 1992/93 eingesetzt. Borussia Mönchengladbach hatte in diesem Trikotmodell im Übrigen bereits vier Jahre zuvor ebenfalls eine ähnliche Anzahl von Spielen bestritten. Foto: Patrick Locke/Das Eintracht Frankfurt Trikot

Eine der spannendsten Episoden im Hinblick auf Trikotwerbung bei der Eintracht war sicher die Zeit mit Tetra Pak. Diesem Thema habe ich im Buch ein eigenes Kapitel gewidmet. Auch Rainer erzählt im Podcast ausführlich, welche verrückten Ideen der neue Werbepartner mit Hauptsitz in Schweden hatte. Sie wollten die Eintracht neu verpacken. Das ist ihnen gelungen.

Das blaue Tetra Pak mit dem die Eintracht nur ein einziges Pflichtspiel bestritt.
Diese Trikots waren zuerst fertig und wurden doch nur ein einziges Mal in einem Pflichtspiel getragen und gelten daher auch als Blaue Mauritius unter den Eintracht-Trikots. Gespielt wurde damit am 27. Mai 1995 gegen den MSV Duisburg. Foto: Patrick Locke/Das Eintracht Frankfurt Trikot


Als Außenstehender und beim Klub nicht involvierter Fußball-Fan ist das nachfolgende Eintracht-Trikot mein absolutes Lieblingstrikot. Gefolgt von dem aus der aktuellen Saison, das ich ebenfalls sehr gelungen finde. Bei den Eintracht-Fans assoziiert man dieses Trikot unten allerdings sehr mit der 2. Bundesliga und damit sportlich weniger erfolgreichen Zeiten und es ist daher nicht so beliebt wie bei mir.

Matchworn-Heimtrikot, getragen von Urs Güntensperger in der Saison 1996/97. Nach Auskunft von Rainer Falkenhain ein einfaches Trikot aus dem Katalog, das es auch in anderen Farbkombinationen gab, Foto: Patrick Locke/Das Eintracht Frankfurt Trikot

1998 wollte Viag Interkom unbedingt bei der Eintracht auf das Trikot und bot gutes Geld. Da man davon bei der Eintracht am Ende der Saison 1997/98 noch nichts ahnte, wurde am letzten Spieltag bereits das Trikot für die neue Saison präsentiert. Noch mit Mitsubishi-Flock.

Der Werbeaufdruck von Viag Interkom stellte aufgrund seiner vielen Besonderheiten eine größere Herausforderung dar, wie Rainer im Podcast erzählt.

Viag Interkom Trikot aus der Saison 1998/99
Spielertrikot von Thomas Sobotzik aus der Saison 1998/99, Um das Sponsorenlogo gab es eine Schutzzone, die mindestens einen halben Ball vom nächsten Element wie z. B. dem Vereinswappen entfernt sein musste. Das hat bei den ersten Trikots aber aus unbekannten Gründen nicht funktioniert, und so haben sowohl Klub als auch Sponsor im Grunde eine Corporate-Design-Verletzung in Kauf genommen, um das Sponsoren-Logo so groß wie möglich zu präsentieren. Foto: Patrick Locke/Das Eintracht Frankfurt Trikot

Mitten in der Saison 2000/01 erfolgte der Wechsel von Puma zu Fila. Über diese Zeit spreche ich auch ausführlich mit dem ehemaligen Fila-Vertriebsleiter Hansi Steinle im Podcast, der am 6. Mai erscheint.

Nach Fila erfolgte der nächste Ausrüsterwechsel zu Jako. Für Jako hat Rainer Falkenhain in den Anfangsjahren praktisch jedes Jahr die Trikots mitentwickelt. Die aus den ersten beiden Jahren waren Anlehnungen an historische Trikots aus der glorreichen Vergangenheit der Eintracht Anfang der 70er Jahre.

Spielertrikot von Du-ri Cha aus der der Saison 2004/05
Matchworn-Trikot von Du-ri Cha aus der Saison 2004/05. Das Trikot wurde bereits in der Premierensaison von Jako mit der Eintracht vorgestellt und wie bei den meisten Trikots von Jako über zwei, manchmal drei Spielzeiten getragen. Dieses Trikot hatte Rainer Falkenhain im Gespräch mit einem Marketingverantwortlichen auf einem Blatt Papier entworfen. Es ist angelehnt an das Trikot, das die Eintracht in der Saison 1972/73 trug. Das Foto der Zeichnung ist ebenfalls im Buch „Das Eintracht-Frankfurt Trikot“ zu sehen. Foto: Patrick Locke/Das Eintracht Frankfurt Trikot

Mehr Trikotgeschichten, Interviews und ausführliche Hintergründe zu jeder einzelnen Saison findet ihr im Buch
“Das Eintracht Frankfurt Trikot von 1899 bis heute” (Opens in a new window)

Wer das Buch noch nicht kennt, kann sich unter den folgenden Links weitere Eindrücke verschaffen.

Mein Co-Autor Boris Möller, Eigentümer der meisten hier und im Buch abgebildeten Trikots, war zusammen mit Markus Pröll Gast in der Sendung „Heimspiel“ im HR und hatte auch eine große Anzahl Trikots und Geschichten mit dabei.

https://www.youtube.com/watch?v=GRDsn07p5hE (Opens in a new window)

Und hier unten geht es zur Verlagsseite mit weiteren Infos, einer weiteren Bestellmöglichkeit und einem Blätter-Video-Blick ins Buch.

https://shop.delius-klasing.de/das-eintracht-frankfurt-trikot-p-2003518/ (Opens in a new window)

Wenn euch der Podcast (Opens in a new window) und dieser Newsletter gefallen haben, würde ich mich freuen, wenn ihr beides abonniert.

Empfehlt den Podcast und den Newsletter gerne weiter. Und lasst gerne auch euer Feedback da, wie euch die ersten beiden Folgen des Podcasts gefallen haben.

Bis nächste Woche
Herzlichst, euer Steve

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