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Wie die Zirbeldrüse unseren inneren Rhythmus steuert

Zur Wintersonnenwende: ein kleines Organ mit Sinn für die Zeit

Mikroskopische Aufnahme eines Fischgehirns, violett und grau angefärbt. (Opens in a new window)
Die Zirbeldrüse (grau) im Gehirn eines Zebrafisches. (Foto: Ingrid Lekk, Steve Wilson, Wellcome Collection)
🎼

Bald haben wir ihn erreicht, den kürzesten Tag des Jahres. Nach der Wintersonnenwende am Sonntag, 21. Dezember, werden die Tage langsam wieder länger und die Nächte kürzer.

Wusstest du, dass unser Körper die Tageszeit und über die variierende Tageslänge auch die aktuelle Jahreszeit wahrnehmen kann, ohne Uhrzeit und Tageshelligkeit bewusst zu registrieren – also völlig ohne Uhr und Kalender?

Verantwortlich dafür ist unter anderem eine kleine Drüse, tief verborgen in der Mitte unseres Kopfes. Diese graugelb gefärbte Drüse hat von der Form her Ähnlichkeit mit einem Pinienzapfen, weswegen antike Ärzte ihr den Namen Glandula pinealis, zu Deutsch Zirbeldrüse, verliehen.

Die Zirbeldrüse ist etwa so lang wie der Fingernagel unseres kleinsten Fingers und nach der Niere das am besten durchblutete Organ des menschlichen Körpers. Trotz ihrer offensichtlich großen Bedeutung für den Organismus begann man erst in den 1950er Jahren, genauer zu erforschen, was die Düse, die auf der Rückseite des Mittelhirns liegt, eigentlich so macht.

Eine alte Grafik/Zeichnung, die Strukturen des Gehirns zeigt. (Opens in a new window)
Aus René Descartes: "Über den Menschen", herausgegeben von Florentius Schuyl, 1662 (Wellcome Collection)

Vorher gab es allerhand Spekulationen: Griechische Ärzte 300 Jahre vor unserer Zeitrechnung nahmen an, die Drüse kontrolliere wie ein Ventil den Fluss unserer Erinnerungen. Der französische Philosoph René Descartes hielt sie gar für den Sitz der menschlichen Seele.

Topic Medizin + Rhythmus

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