Das Herz will, was das Herz will.
Ein flüchtiger Blick. Ein verspieltes Lächeln…
Wie liebreizend das Zusammenspiel doch ist. Zwei Gemüter, die sich nähern, deren aufgeregter Atem sich in einem verlegenen Lachen versteckt. Die Aufregung zeigt sich bei ihr, indem sie ihre Haare über die Schultern wandern lässt.
Er nimmt eine lockere Pose ein, verfehlt knapp den stützenden Pfahl mit seinem Arm und droht hinzufallen. Reflexartig beugt sie sich zu ihm. Ein Blick in ihr Dekolleté, ihre Brust hebt und senkt sich. Sein Ausdruck verliert kurz an Fassung und als sich ihre Augen treffen, sehen sie tief in die unerkennbare Gedankenwelt des Gegenübers.
Die freudige Musik im Hintergrund wirkt schwummrig und dumpf wie eine Decke, die sie beide gemeinsam umhüllt. Alles, was zählt, ist dieser Moment. Ihr gemeinsamer Augenblick, der über eine Zukunft entscheidet. Sie hüllen sich in Samt, Lippen berühren sich, wallende Bewegungen ziehen durch ihre Körper.
Der Geschmack von Honigsüße und Eisen verfliegt und der bestialische Drang nach mehr gibt sich preis. Sie zerreißen das Schloss ihres Verstandes und tauchen hinab in den Wirbel des Triebes, ungeachtet dessen, was der Rest des Dorfes in der Schenke tut oder sieht.
Die Unglückseligkeit wurde überstanden.
Sie alle leben.
Heute zählt nur eines. Das Leben. Und genau darum geht es.
Sie feiern das Leben.