„Flüstere dem Vollmond deine Sorgen zu, damit er sie mitnimmt, wenn er geht."
Kennt ihr das Gefühl, nachts wach zu liegen und denselben Gedanken zum zehnten Mal zu denken, ohne dass er sich dabei irgendwie auflöst? Ich kenne diesen Zustand nur zu gut und ich glaube, genau dafür ist dieser Zauber perfekt.
Hinter diesem Zauber steckt ein Konzept, das so alt ist wie die Magie selbst: die Entsprechung. Es besagt, dass äußere Vorgänge innere Zustände spiegeln können und dass wir diese Verbindung ganz bewusst für uns nutzen dürfen.
Als Höhepunkt des Zyklus ist der Vollmond der Moment der größten Scheinkraft und Fülle. Doch er markiert auch einen Wendepunkt. Denn danach folgt die abnehmende Phase, auch Waning Moon genannt, die für mich eine wunderbare Zeit fürs Loslassen, Reinigen und Verbannen ist. Die Magie folgt hier der Natur: So wie das Mondlicht am Himmel abnimmt, sollen auch die Sorgen und Lasten der Hexe schwinden, , wenn sie laut ausgesprochen werden.
Dabei hat der Vollmond selbst noch eine eigene Aufgabe zu erfüllen. Sein klares, helles Licht offenbart uns, was wir mit uns herumtragen. Denn bevor wir etwas abgeben können, müssen wir es erst einmal benennen können. Der Vollmond wischt den Nebel von unseren Augen, und das Flüstern ist der Moment, in dem wir aussprechen, was wir erkannt haben.
Warum flüstern, nicht nur denken? Weil das Aussprechen unsere Sorgen verwandelt. Was vorher eine abstrakte, kreisende innere Qual war, bekommt durch die eigene Stimme und die richtigen Worte endlich eine Form. Der Mond nimmt diese Energie auf und neutralisiert sie durch seine eigene Transformation. Er schwindet zum Neumond, und mit ihm schwindet das, was wir ihm anvertraut haben.
Dieser kleine Zauber ist ein Akt der Hingabe an etwas Größeres als den eigenen Kopf, der unsere Ängste am liebsten endlos im Kreis drehen würde.
Mit Liebe und Magie, Tammy