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015 - Taubenschlag-Newsletter:

Liebes Taubenschlag-Publikum,

wenn ihr euch schon immer gefragt habt, wie es mit Gebärdennamen und Beleidigungen aussieht, gibt es dazu vielleicht eine unfreiwillige Hilfestellung der Polizei Heilbronn. Doch dazu weiter unten mehr.

Erstmal gute Neuigkeiten: wenn es nach dem Sozialgericht Berlin geht, müssen 8 Stunden Dolmetschen im Monat auch ohne “besonderen Anlass” vom Amt bezahlt werden. Zuvor war das Sozialamt der Auffassung, dass es nicht für Museumsbesuche, Mieterberatung oder für Krankenhausbesuche (bei hörenden Verwandten) bezahlen müsse. Geklagt hatte eine gehörlose Frau aus dem Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Mehr auf Taubenschlag.de (Opens in a new window)

Was macht eigentlich Heike Heubach? Ungefähr heute vor einem Jahr wurde klar, dass sie es nach der vorgezogenen Wahl 2025 erneut in den Bundestag schaffen würde. Aktuell ist sie im normalen Tagesgeschäft, vor zwei Wochen nahm sie beispielsweise an einer Diskussion zum bezahlbaren Wohnen (Opens in a new window) in Stadtbergen teil, u.a. in ihrer Rolle als Mitglied des Ausschusses für Wohnen und Stadtentwicklung, sowie Wohnungslosenbeauftragte.

Ja, teure Mieten scheinen auch außerhalb von München und Hamburg Thema zu sein.

Daneben ist sie auch noch Fraktionsbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung und Mitglied im SPD-Fraktionsvorstand des Bundestags. Zuletzt sprach sie im Dezember (Opens in a new window) über das höhere Armutsrisiko behinderter Menschen: wo bei Nichtbehinderten jede sechste Person (15%) betroffen ist, sind es bei Behinderten fast ein Viertel (24%).

Indonesien hat jetzt taube Anwälte, die auch gleich klare Worte finden – Gehörlose Menschen dazu zu zwingen, in Lautsprache Zeugenaussagen zu machen, sei eine Form von Polizeigewalt, sagen Panji und Andi in diesem kurzen Instagram-Bericht der Deutschen Welle (Opens in a new window).

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt bietet seit 1. Dezember 2025 ein Gebärdentelefon an. Das betrifft die Hotline der BAföG.

Der neue Service kann kostenfrei direkt über das Internet im Wege der Videotelefonie unter https://www.gebaerdentelefon.de/bafoeg (Opens in a new window) erreicht werden.

An die eigene Nase gefasst haben sich Gehörlose schon lange: Wie kann man respektvoll und trotzdem visuell orientiert Namen vergeben? Die Diskussion gab es bestimmt nicht erst seit Merkels heruntergezogenen Mundwinkeln, aber sie ist ein prominentes Beispiel. Hier orientierten sich die Gebärden schnell an ihrer Frisur, aber auch an der Gebärde für “merken”.

Ein déjà vu (Französisch: “schon gesehen”) dürften einige Gebärdensprachnutzende bei der Meldung bekommen, dass ein Rentner angezeigt wurde, weil er den Bundeskanzler in einem Facebook-Kommentar “Pinocchio” nannte (Opens in a new window). Eine ähnliche Namensgebärde, die seine Nase nachbildete, kursierte bereits vor der offiziellen Taufe (Opens in a new window), die sich, ganz Merkel, nach den standhaften Resten seiner Frisur richtete.

So oder so: die Polizei Heilbronn fand “Pinocchio” beleidigend und erstattete Anzeige. Eine andere Meinung hatten diverse Anwält*innen und u.a. die Rechtsabteilung vom öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunk. Wenn sich “Pinocchio” darauf bezieht, dass Merz eine Lüge vorgeworfen wird, sei es eine zulässige Meinungsäußerung.

Bleiben wir bei der Polizei: Christine Tschuschner-Cucu hat der Zeitung neues deutschland Mitte Januar ein Interview zur Polizeigewalt von Bochum gegeben und fasst es kurz und knapp zusammen: “Für taube Menschen war Bochum keine Überraschung (Opens in a new window)”. Auch ansonsten ist das Interview aufschlussreich und lesenswert.

Veranstaltungstipp: Das Konzert von Sorvina bei der Brechtnacht des Brechtfestivals in Augsburg wird von Deaf Performerin Ilknur Warnecke (Opens in a new window) begleitet. Wer am 28. Februar dabei sein will (5€ für Gehörlose), schreibt einfach eine Mail an brechtfueralle@augsburg.de (Opens in a new window) – hier das Ankündigungsvideo (Opens in a new window) auf Instagram.

Was ansonsten noch mit DGS angeboten wird, findet sich übersichtlich im Menüpunkt Barrierefreiheit auf der Festivalwebseite (Opens in a new window).

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Grüßt:

Wille

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