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#10 Pain of Imprisonment und ein Key in the box

Herzlich willkommen bei UNBOXING TRANS. Dem Podcast Projekt, bei dem einzelne trans* Themen bis ins Detail ausgepackt werden. In jeder Folge bringen Kathleen und Julia jeweils Themen oder Objekte mit trans* Bezug mit, ohne dass das Gegenüber vorher davon weiß, diese unboxen wir dann :-)

Die 10. und vorerst letzte Folge von Unboxing Trans hat es nochmal in sich. Wie ist der Umgang mit trans* Personen in Haft? Welche Regeln gelten dort und vor allem: Was macht es mit den inhaftierten Personen? Der “Transgender Pain of Imprisonment” ist sehr wenig untersucht und Julias Thema dieser Folge. Kathleen hat als Objekt einen Schlüssel mitgebracht, der Altes resümiert und Neues aufschließen möchte.

Wie sonst auch gibt's den Anruf aus der Vergangenheit, eine Community-Frage, diesmal eine große Box voller Kulturtipps und am Ende vergeben wir unsere Preise: den Goldenen Blumenstrauß und das Angstkatzenhäschen.

Hört rein (Opens in a new window), teilt es und schickt es euren Freund*innen. Viel Spaß dabei!

Da wir das alles in unserer Freizeit recherchieren und organisieren, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr uns unterstützen wollt:

Vielen Dank und viel Spaß.

LG Kathleen und Julia ;-)

Die aktuelle Folge #10 findet ihr hier:

https://open.spotify.com/episode/0rboMevnEBYcsy71i8SZgz?si=oGyoMs_QSQKs4iLTpIkAyA (Opens in a new window)
Inhalt

Inhaltlicher Überblick

  • (00:02:25) Unboxing by Julia: Trans Pain of Imprisonment

  • (00:29:00) Anruf aus der Vergangenheit: Emi Wolters

  • (00:37:27) Community Teil

  • (00:42:48) Unboxing by Kathleen: Key in the box - Ein Schlüssel für die Community

  • (00:53:10) Kulturempfehlungen

  • (00:59:48) Angstkatzenhäschen & Goldener Blumenstrauß

Unboxing by Julia:
Trans Pain of Imprisonment

Pain of imprisonment

Der Begriff "Pain of Imprisonment" (Schmerzen der Inhaftierung) beschreibt in der kriminologischen Forschung die psychischen und sozialen Entbehrungen, die über den bloßen Freiheitsentzug hinausgehen.

1. Definition und Ursprung (Historie)

Der Begriff wurde ursprünglich 1958 von Gresham Sykes in seinem Werk „The Society of Captives“ geprägt. Er definierte fünf Hauptentbehrungen (Deprivations).

Dazu zählen unter anderem die folgenden fünf Hauptentbehrungen (engl. Deprivations):

  • Entzug der Freiheit,

  • Kein Zugang zu Güter/Dienstleistungen

  • heterosexuelle Beziehungen,

  • fehlende Autonomie (keine Selbstbestimmung)

  • Sicherheit

https://www.krimpedia.de/Pains_of_Imprisonment (Opens in a new window)

Im Kontext von Transgeschlechtlichkeit bezeichnet der spezifische erweiterte Begriff "Transgender Pains of Imprisonment" die zusätzlichen, spezifischen Schmerzen, Ängste und Diskriminierungserfahrungen, denen trans-, intergeschlechtliche und nicht-binäre Personen in Gefängnissen ausgesetzt sind. 

Sie erleben ebenfalls die zuvor genannten fünf Entbehrungen, wie alle anderen Inhaftierten, aber darüberhinaus noch weitere, was die Belastung quasi verdoppelt. Da Geschlecht in der Vergangenheit fast ausschließlich binär gedacht und auch erforscht wurde, ist dieses Thema bisher „übersehen“ worden.

Trans-spezifische Definition: Neuere Forschungen (Maycock, 2022; Jacobs, 2024) haben dieses Konzept erweitert. Sie identifizieren 5 weitere Deprivations, die trans-spezifische Schmerzen bzw. psych. Belastungen auslösen, darunter:

  • Unterbringung im „falschen“ Geschlechterbereich (oft basierend auf dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht/Genitalstatus).

  • Pains of Transitioning: Unterbrechung oder Verweigerung geschlechtsangleichender medizinischer Maßnahmen (Hormone).

  • Transfeindlichkeit und Gewalt: Erhöhtes Risiko für sexuelle Übergriffe, Schikane durch Mitgefangene und Personal.

  • Misgendering/Deadnaming: Kontinuierliche Verwendung des alten Namens oder falschen Geschlechtsanrede oder Pronomen.

  • Isolation: Oft erzwungene Einzelhaft zum „Schutz“ der Person, oder mit dem vermeintlichen „Schutz“ der Mitgefangenen, was psychisch belastend wirkt. 

An der Hochschule Hannover hat Anke Neubauer dazu geforscht und darüber geschrieben.

https://serwiss.bib.hs-hannover.de/files/2486/neuber2022-gendered_pains_imprisonment.pdf (Opens in a new window)
2. Regelungen in Deutschland

Das Thema Sexualität wird in Haftanstalten häufig tabuisiert. Bei Geschlechtsidentität bestehen diese Möglichkeiten des Verschweigens kaum, da oftmals eine sichtbare Veränderung stattfindet, welche Anstalten damit konfrontiert sich mit dem Thema zu befassen. Das “Schwarze Kreuz” hilft Straffälligen Menschen und bietet Seelsorgearbeit. Sie haben auf Ihrer Webseite folgendes geschrieben:

Tabuthema Sexualität in Haft

Für die meisten Justizvollzugsanstalten ist das eine schwierige Frage. Über trans*Personen in Haft wird wenig gesprochen. Sexualität ist in Gefängnissen ohnehin ein großes Tabuthema. Die Diskriminierung verschiedener Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten ist im Gefängnis noch deutlicher zu spüren als „draußen“. Darum möchten wir sie heute am 08. März in den Mittelpunkt stellen.

Als transgender Frau bei Männern inhaftiert?

Bei der Inhaftierung werden betroffene Personen nach wie vor routinemäßig dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugeordnet. Ein Fall aus Deutschland war 2019 Diana O., eine Frau, die von den Behörden ein halbes Jahr in Untersuchungshaft untergebracht wurde – und zwar im Männervollzug. Der Grund: Diana O. hatte keine an das weibliche Geschlecht angleichende Operation des Genitalbereichs vornehmen lassen, hatte also männliche Geschlechtsorgane.

In Deutschland gibt es noch keine einheitlichen Regelungen. Was kann jede:r Einzelne also tun? Zum Beispiel Informationen und Geschichten von Betroffenen sammeln, teilen, Briefkontakte führen und Aufklärungsarbeit leisten.

(Quelle: Schwarzes Kreuz (Opens in a new window))

https://naechstenliebe-befreit.de/transgender-personen-in-haft/ (Opens in a new window)

In Deutschland ist die Situation von trans* Personen in Haft bisher nicht einheitlich geregelt, was zu erheblicher Rechtsunsicherheit führt. Häufig geht man nach Schema F vor:

  • Trennungsprinzip: Der Strafvollzug ist strikt binär (Männer-/Frauengefängnisse).

  • Einzelfallentscheidung: Meist entscheidet die Anstaltsleitung über die Unterbringung. Oftmals wird die Unterbringung im Männervollzug angeordnet, wenn keine geschlechtsangleichende Operation erfolgt ist.

  • Neues Selbstbestimmungsgesetz (SBGG): Das 2024 in Kraft getretene Gesetz setzt die Anstalten unter Druck, die Unterbringung entsprechend der gelebten Identität zu ermöglichen.

    • Wichtig: Der Zugang wird nicht automatisch nach dem eingetragenen Geschlechtseintrag gewährt. Es folgt zwar eine automatisierte Vorladung für den Haftantritt, welche die Anrede des registrierten Geschlechtseintrags verwendet. Ob die Person dort auch inhaftiert wird, wird in der Regel in einem Aufnahmeverfahren individuell geprüft. Die Zuweisung zum Herren- oder Frauengefängnis basiert nicht automatisch aufgrund des Geschlechtseintrags, sondern wird nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und dem jeweiligen Hausrecht entschieden.

  • Herausforderung nicht-binarität: Es fehlen spezialisierte Einrichtungen oder verbindliche Richtlinien für nicht-binäre Personen. 

In England gibt es konkretere Regeln (Opens in a new window) für den Umgang mit trans Personen. Es existiert eine eigene Abteilung für trans Inhaftierte. Diejenigen, die nicht so separiert werden möchten, werden einem speziellen individuellen sogenannten „Risk Assesment“ unterzogen und dann entschieden ob sie in ein Männer- oder Frauengefängnis überstellt werden.

Weiterführende Informationen hat die Deutsche Gesellschaft für Trans* und Inter*geschlechtlichkeit zusammengetragen:

https://dgti.org/2022/06/25/transimstrafvollzug/ (Opens in a new window)
 3. Analyse der Statistiken und Betroffenen
  • Vulnerabilität: Trans Personen sind in Haft extrem verletzlich. Eine Studie aus 2015 zeigte, dass trans Personen in US-Gefängnissen zehnmal häufiger sexuell missbraucht wurden als der Durchschnitt.

  • Situation in Deutschland: Genaue Statistiken sind rar. Berichte deuten jedoch darauf hin, dass trans* Frauen in Männergefängnissen besonders gefährdet sind. Untersuchungen der Bundesländer zeigten vereinzelt Fälle von sexueller Belästigung, wobei die Situationen komplex sind Häufig wird der Schutz der trans Person mit einem vermeintlichen Schutz anderer Inhaftierter aufgewogen, womit trans* Frauen nicht als Opfer, sondern als Bedrohung eingestuft werden.

  • Psychische Folgen: Die „Pains“ führen oft zu schweren psychischen Störungen, Suizidalität und Traumatisierung.

  • Sexuelle Gewalt: Eine aktuelle Studie (2025) verdeutlicht das enorme Gefälle: Während nur 1 % der cis Häftlinge angab, Opfer sexueller Übergriffe durch Mitgefangene geworden zu sein, waren es bei trans Personen 16 % (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0047235225001795 (Opens in a new window))

  • Dunkelfeld: In Europa (EU-LGBTI II Studie, 2020) zeigen 87 % der queeren Personen körperliche oder sexuelle Übergriffe nicht an – oft aus Angst vor transfeindlichen Reaktionen der Behörden.

4. Empfehlungen für den Umgang (Best Practice)

Um die „Transgender Pains of Imprisonment“ zu reduzieren, werden in der Literatur folgende Ansätze empfohlen:

  • Unterbringung nach Geschlechtsidentität: Bevorzugte Unterbringung im Gefängnis, das der gelebten Geschlechtsidentität entspricht, nicht zwingend dem Genitalstatus.

  • Sensibilisierungsschulungen: Regelmäßige Fortbildungen für das Justizpersonal zum Umgang mit trans* Personen, um Transphobie und Misgendering zu verhindern.

  • Medizinische Versorgung: Kontinuität der Hormontherapie und Zugang zu geschlechtsangleichenden Maßnahmen sicherstellen.

  • Sicherheitspläne: Maßgeschneiderte Schutzkonzepte, die nicht primär aus Isolationshaft bestehen.

  • Beratung: Einbeziehung von externen Beratungsstellen für trans* Personen im Haftalltag. 

Empfhlungen für Inhaftierte gibt es eine Broschüre auf der Webseite des Bundesverband Trans*:

https://www.bundesverband-trans.de/lesestoff-informationen-fuer-transmenschen-in-haft/ (Opens in a new window)
Fazit

Viel zu oft werden trans* Frauen pauschal als „risky“ also gefährlich bezeichnet, cis Frauen als „at risk“, also in Gefahr. Und das wird von vielen Seiten kritisiert und war auch schon Thema im Gesetzgebungsverfahren zum Selbstbestimmungsgesetz. Es ist bedauerlich, dass das Thema häufig auch politisch instrumentalisiert wird. Es wird oft eine undifferenzierte Pauschlisierung vorgenommen, ohne wirklich auf die Details zu schauen. In den meisten Fällen sind trans* Frauen nicht die Täterinnen, sondern die Opfer

Anruf aus der Vergangenheit

Emi Wolters war eine trans Frau in den 1930er Jahren, die ein bemerkenswertes Doppelleben führte und wurde 1872 in Böhmen (früher Österreich-Ungarn) geboren. Sie arbeitete jahrzehntelang erfolgreich in leitender Stellung als Mann (Lehrkraft, Direktion, Bibliothek) und machte sich einen Namen unter anderem als Malerin. Sie war aber auch Musikerin, Komponistin sowie Mundartdichterin und Vortragsmeisterin. Ihre Werke, insbesondere drei Bände mit Dialektdichtungen, erlebten zahlreiche Auflagen. Sie war in verschiedenen Netzwerken aktiv und ihre Publikationen wurden in der NS-Zeit verboten. Dennoch blieb sie weiter aktiv. Ab 1932 erhielt sie schließlich aus Prag eine offizielle Erlaubnis auch als Frau auftreten zu können. Sie starb 1947 in Mittelsachsen

Clara von der Lili Elbe Bibliothek hat uns diesmal ihre Geschichte mitgebracht. Informationen auch im Instagram Beitrag (Opens in a new window) der Lili Elbe Bibliothek.

Weitere Informationen gibt es in den “Briefen nach Berlin”:

https://soundcloud.com/victoria-kravtsova-456162717/briefe-nach-berlin-emi-und-wally?utm_source=clipboard&utm_campaign=wtshare&utm_medium=widget&utm_content=https%253A%252F%252Fsoundcloud.com%252Fvictoria-kravtsova-456162717%252Fbriefe-nach-berlin-emi-und-wally (Opens in a new window)https://cultures-of-remembrance.com/de/briefe-nach-berlin/ (Opens in a new window)

Community Frage

von Amelie:

“Wie geht man mit Phasen um, in denen man sich nicht "valid" genug fühlt, deiner eigenen Vorstellung nach nicht "Frau" genug oder den gesellschaftlichen Erwartungen nicht "Frau" genug bist? Da können wir es ja auch niemandem Recht machen, entweder, man tut nicht genug oder hilft mit, Klischees zu erfüllen. Wie unterscheidest du zwischen dem, was wirklich deine Identität ist und was äußerer Druck ist?”

Einschätzung von Julia:

Ich glaube man sollte sich erst einmal bewusst machen, dass "trans" nicht einheitlich ist: Es gibt keine "richtige" Art, eine trans Frau zu sein. Ich sage immer “Es gibt keinen Königsweg”. DEIN Weg, DEINE Geschwindigkeit und DEINE Präsentation sind legitim, unabhängig davon, ob du Hormone nimmst, Operationen anstrebst oder Klischees erfüllst.

Umgang mit gesellschaftlichen Erwartungen (Klischees)
  • "Passen" ist kein Muss: Du schuldest niemandem "Passing" (als cis Frau durchgehen). Die Entscheidung, sich femininer oder androgyn zu kleiden, sollte aus Freude an dir selbst entstehen, nicht aus Angst vor Stigmatisierung.

  • Bewusster Bruch mit Erwartungen: Es ist legitim, nicht der hyperfemininen Norm zu entsprechen. Viele cis Frauen entsprechen diesen Normen ebenfalls nicht. Man darf Weiblichkeit auf jeweils individuelle Weise leben.

  • Wahl des Umfelds: Umgib dich mit Menschen (trans oder cis), die dich als Frau akzeptieren, ohne deine Weiblichkeit ständig zu hinterfragen. Community-Support kann enorm entlastend wirken. 

Es ist in Ordnung, Tage zu haben, an denen man sich nicht "valid" fühlt. Das Gefühl, nicht genug zu sein, sagt nichts über deine Identität aus, sondern über den Druck, unter dem du stehst. Deine Identität ist von deiner Umwelt und deiner Kleidung unabhängig. Auch cis Frauen haben Hochs und Tiefs und fühlen sich mal mehr und mal weniger “weiblich”. Das eigene Gefühl ist also kein reines trans Phänomen.

Unboxing Objekt von Kathleen: Key in the box

Kathleen hat einen Schlüssel in einer Box mitgebracht. Dieser Schlüssel soll als Symbolbild stehen und auf mehreren Ebenen wirken.

1. Ebene - wir haben viel aufgeschlossen

Wir haben mit diesem Podcast Unboxing Trans sehr viele Themen unboxed - also quasi “aufgeschlossen”. Auch für Kathleen als cis Frau hatte die Staffel persönlich einen guten Lerneffekt und wir hoffen natürlich, dass es auch unseren Zuhörer*innen einen wertvollen Nutzen gebracht hat.

Wir haben echt viel aufgeschlossen

(Kathleen)

Dabei haben wir auch mal resümiert welche Themen und Objekte wir in den letzten neun Folgen “aufgeschlossen” haben:

  • Folge 1: Thema Selbstbestimmungsgesetz & Objekt Donut (Start der Bewegung)

  • Folge 2: Thema Transition & Objekt Münze (Pulitzer = Anerkennung)

  • Folge 3: Thema Glottisschlag (Sprache) & Objekt Schwarze Freiheitsstatue (Sichtbarkeit)

  • Folge 4: Thema Sensitivity Reading (Sichtbarkeit in der Kultur) & Objekt Karibik-Flagge

  • Folge 5 (Sonderfolge): Der globale Kampf (USA/Trump) - kein Unboxing Thema & Objekt.

  • Folge 6: Thema Sozialisation (Rollenbilder) & Objekt Kerze (Erinnerung, Widerstand & Tod)

  • Folge 7: Thema Deadname & Objekt Plakat “Chez Romy Haag” (Queere Räume - Safer spaces)

  • Folge 8: Thema Chromsomenanalyse (Sport) & Objekt Geldbörse (Queer Pay Gap - Gerechtigkeit)

  • Folge 9: Thema Kasualien (Religion) & Objekt Conchita Wurst auf Mondsichel

2. Ebene - Schlüssel nachmachen

Der symbolische Schlüssel hat aber auch einen philosophischen Hintergrund:

Denn ein Schlüssel hat etwas Bleibendes, weil er auch vervielfältigt und weitergegeben werden kann, um vielleicht ebenfalls diese Box aufzuschließen und für andere eine völlig neue Tür zu öffnen.

Wir wollen den Schlüssel in die Hände der Community und unserer Hörer*innen legen, damit ihr den Schlüssel an eure Angehörigen, Familie, Freund*innen, etc. weitergeben könnt. Vielleicht öffnen sich auch dort neue Türen oder ganze Tore zu Räumen, die ganz viel Empowerment enthalten. Um Schluss zu machen mit Vorurteilen und Klischees.

3. Ebene - Neue Türen öffnen

Evtl. kann mit dem Schlüssel noch ein weiteres neues Kapitel aufgeschlossen werden. Wir denken über eine zweite Staffel nach, diese ist allerdings noch nicht final konzipiert. Sobald es da Neuigkeiten gibt, werdet ihr das über diesen Newsletter oder Julias Kanäle erfahren.

Kulturtipps

Film: Arte Doku - “Mein Queeres Altersheim”

Die ARTE-Dokumentation „Mein queeres Altersheim“ (aus der Reihe ARTE Re:) begleitet die Entstehung und den Einzug in das Maison de la Diversité in Lyon, Frankreichs erstem Wohnprojekt speziell für queere Senior*innen.

https://www.arte.tv/de/videos/129971-002-A/re-mein-queeres-altersheim/ (Opens in a new window)

Kino: „Denn dieses Leben lebst nur du“

Ein Film von Douglas Wolfsperger - über vier trans-Menschen, die alle fernab der Großstadt leben. Der Film begleitet vier trans* Personen – Gabriel, Elisabeth, Melina und Dunja – im konservativ geprägten Südwesten Deutschlands. Er thematisiert ihren mutigen Weg zur eigenen Identität und den Ausbruch aus gesellschaftlichen Erwartungen.

https://www.youtube.com/watch?v=bhzNquP8YA0 (Opens in a new window)

Film “SIRENS CALL”

Der Film Sirens Call ist ein hybrider Dokumentarfilm aus dem Jahr 2025, der Elemente von Science-Fiction, Roadmovie und Performance verbindet. Er feierte seine Weltpremiere im Februar 2025 bei den 75. Internationalen Filmfestspielen Berlin (Berlinale) in der Sektion Forum. Das Werk ist das Langfilmdebüt des Regieduos Miri Ian Gossing und Lina Sieckmann. Es thematisiert die "Merfolk"-Subkultur – eine Gemeinschaft von Menschen, die sich als Meermenschen identifizieren. Mit der Figur Moth (gespielt von Moth Rønning-Bötel) ist eine explizit non-binäre Hauptrolle besetzt. Der Film stellt die Frage, wer die Deutungshoheit über den menschlichen Körper hat. Es geht um die Befreiung von biologischen Erwartungen. Identität ist nicht feststehend, sondern fluide und selbstbestimmt.

https://www.youtube.com/watch?v=pBuLrg5vQc4 (Opens in a new window)

Museum:

Berlin: QUEERE KUNST IN DER DDR?

Biografien zwischen Underground und Propaganda. In der Ausstellung und dem extensiven Begleitprogramm werden künstlerische Arbeiten (und Künstler*innen aus der DDR neu - oder erstmalig) gezeigt. Bis 28.6.26

Das ganze findet im Kunstverein Ost e.V. statt und in Zusammenschluss mit der nGbK, dem Mitte Museum und dem Werkbundarchiv – Museum der Dinge. 

https://ngbk.de/de/programm/programm/queere-kunst-in-der-ddr (Opens in a new window)

Basel: „The First Homosexuals”

Das Kunstmuseum Basel zeigt bis zum 2.8.26 die Ausstellung „The First Homosexuals. Die Entstehung neuer Identitäten 1869–1939“ und setzt sich damit intensiv mit queeren Themen und Geschlechtervielfalt auseinander. 

https://kunstmuseumbasel.ch/de/ausstellungen/2026/the-first-homosexuals (Opens in a new window)

Buchtipp: Weder Junge noch Mädchen – Über die Suche nach sich selbst - Marto Kelbl

Marto bezeichnet sich selbst als nichtbinär, im deutschen Verlag wurde das Buch aber unter dem Namen “Marita Kelbl” publiziert.

Die Geschichte begleitet das Kind Lukáš, das feststellt, dass die strikte Trennung der Geschlechterrollen in seinem Umfeld – etwa auf dem Schulhof – nicht zu seinem eigenen Empfinden passt. Während sich die Welt oft in "typisch Mädchen" und "typisch Junge" teilt, begibt sich Lukáš auf eine Reise, um eine eigene Sprache für das eigene Ich zu finden. Das Werk wurde ursprünglich in Tschechien veröffentlicht, dort vielfach gelobt und stand unter anderem auf der sogenannten „Longlist“ des renommierten tschechischen Buchpreises Magnesia Litera (Opens in a new window).

https://anthea-verlag.de/products/marita-kelbl-weder-junge-noch-maedchen-ueber-die-suche-nach-sich-selbst (Opens in a new window)

Preise

Angstkatzenhäschen

Unser Angstkatzenhäschen verleihen wir an Personen oder Institutionen, die mit transfeindlichem Verhalten auffallen.

Papst Leo XIV

Im April 2026 hat sich Papst Leo XIV. im Rahmen einer fliegenden Pressekonferenz (Opens in a new window) auf dem Rückflug von einer Afrika-Reise kritisch zum Synodalen Weg und speziell zur Praxis deutscher Bischöfe geäußert. Der Synodale Weg beinhaltet unter anderem Regelungen für den Umgang mit tin* Personen (Opens in a new window). Mit seiner Kritik an den deutschen Bischöfen wendet er sich auch explizit gegen deren Ansinnen den Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt aufzuarbeiten und diskriminierungsfrei zu gestalten. Bereits in der Vergangenheit hat er klargestellt, dass es in seiner Amtszeit keine Änderungen am Umgang mit sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität geben soll (Opens in a new window). Nach seiner Auffassung soll man zwischen dem pastoralen Umgang und den lehramtlichen Prinzipien unterscheiden. Das bedeutet faktisch, dass die Kirche queeren Menschen mit Seelsorge und Menschlichkeit begegnen soll, jedoch eine Segnung beispielsweise darf nicht einer offiziellen kirchenrechtlichen Zeremonie gleichgestellt werden, weil diese den Regeln der Kirche zuwiderläuft.

https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2026-04/deutschland-kirche-diskussionen-segnungsfeiern-praxis-lehramt.html (Opens in a new window)https://www.euronews.com/culture/2026/02/22/pope-leo-xiv-no-change-in-church-doctrine-on-gays-and-trans-people (Opens in a new window)

Trotz der päpstlichen Mahnungen hält die deutsche Bischosfkonferenz dagegen (Opens in a new window) und hält an der Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Weges fest und sieht darin eine notwendige Antwort auf die Bedürfnisse der Gläubigen in Deutschland.

Goldener Blumenstrauß

Eisenherz Buchhandlung Berlin

Die Buchhandlung Prinz Eisenherz (Opens in a new window)  in Berlin ist eine der ältesten und renommiertesten queeren Buchhandlungen Europas und bietet ein umfassendes Sortiment an Literatur zu Trans- und Gender-Themen. Ursprünglich als reiner "schwuler Buchladen" gegründet, hat sich das Geschäft seit den 1970ern zu einer wichtigen Anlaufstelle für die gesamte queere Community entwickelt und führt heute eine explizite Abteilung für trans* und nicht-binäre Identitäten.

  • Trans* & Genderqueer: Umfangreiche Fachliteratur, Sachbücher und Ratgeber zu Transition, Identität und Gender-Theorie.

  • Belletristik & Biografien: Romane und Lebensgeschichten von und über trans* Personen, sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache.

  • Beratung: Das Team gilt als besonders fachkundig in allen trans* Lebensbereichen und bietet eine diskrete, unterstützende Umgebung für Beratung.

  • Medien & Kunst: Neben Büchern führt der Laden auch queere Filme (DVDs), Fanzines und Magazine mit trans-Bezug sowie wechselnde Kunstausstellungen.

Man kann der Buchhandlung bei Instagram (Opens in a new window) folgen um die neuesten Ankündigungen zu erhalten und auf visitberlin.de gibt es eine sehr schöne Beschreibung zu der Buchhandlung:

https://www.visitberlin.de/de/eisenherz-buchladen (Opens in a new window)

Außerdem wurde die Buchhandlung im März 2026 mit dem Buchhandlungspreis 2025 ausgezeichnet. Da kann mensch gerne einfach mal vorbeigehen und gratulieren und dabei ein wenig schmökern :-)

https://www.queer.de/detail.php?article_id=57300 (Opens in a new window)

Credits

Ein besonderes Dankeschön geht diesmal wieder an Clara, von der Lili Elbe Bibliothek (Opens in a new window) für den Anruf aus der Vergangenheit und die Geschichte über Emi Wolters.

Zum Abschluss noch ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die uns so fleißig zugehört und weiterempfohlen haben, sowie uns auch mit einem kleinen finanziellen Beitrag unterstützt haben. Wie ihr wisst, machen wir das ehrenamtlich in unserer Freizeit und die ganze Recherche, die technische Umsetzung, wie auch die Nachbereitung geschehen alle auf eigene Kosten und da sind wir natürlich für jeden Support dankbar, weil es eine gewisse Wertschätzung beinhaltet. Danke auch an alle Menschen, die in irgendeiner Form bei Unboxing Trans mitgewirkt haben.

Wir sehen und hören uns bestimmt wieder. Auf wiedergehören :-)

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Topic Podcast-Folge

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