Vielleicht kennst du einen Teil von mir - einen winzig kleinen oder einen ziemlich großen. Einen liebevollen, weichen, einen lauten, einen quatschigen, einen wütenden, einen langsamen, einen verletzlichen oder einen voller Energie. Und vielleicht kennst du noch nicht alle. Und vielleicht habe ich das sogar beabsichtigt. Aber heute will ich dir von mir erzählen. Von allem, was zu mir gehört. Von allem, was mich prägt und bewegt.
Von allem, was ich bin.
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Wer bin ich und welche Bedeutung haben Singen, Stimme, Körper und Ausdruck für mich?
Ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich leise war. In der ich überfordert war von einer lauten, bunten Welt um mich herum voll mit Menschen und Erwartungen. In der ich mich zurück zog. In der aus einem lauten, wilden Wesen ein leises wurde.
Vielleicht weil laut und wild nicht mehr angebracht schien. Vielleicht aus Angst, zu viel zu sein. Zu laut, zu wild, zu schnell.
Ich wollte am liebsten nicht sprechen. Ich hatte Angst, etwas Falsches zu sagen. Nicht ernst genommen zu werden oder jemandem zu viel zu sein. Also lies ich es lieber sein.
Die meiste Pausen-Zeit in der Schule verbrachte ich im kleinen vollgestellten Musik-Vorbereitungsraum. Dort, zwischen Instrumenten, wo Schul-Band-Mitglieder in Pausen üben durften. Ich übte nicht. Ich war hier einfach, allein mit einer Gitarre und hatte die wahrscheinlich beste Zeit an diesem Tag. Ich musste auf niemanden Rücksicht nehmen, niemandem gefallen und musste nicht zuhören. Ich musste nicht interessiert tun, auch wenn ich es gar nicht war. Ich konnte traurig sein, ich konnte fröhlich sein, ich konnte laut und leise sein. Ich konnte auch einfach nur sein, ohne zu wissen, was ich fühlte. Die Gitarre und dieser Raum - die haben das erlaubt. Das war die Zeit am Tag, in der ich mich aufgeladen habe. In der ich ohne zu wissen, dass ich das tat, mein Nervensystem durch Singen reguliert habe. In der ich mir einen sicheren Raum geschaffen habe. In dem ich dem, was ich gefühlt habe, begegnet bin. Durch Singen. Ich habe angefangen Lieder zu schreiben, zu improvisieren oder einfach Lieblingslieder zu singen.
Heute ist Singen noch immer genau das für mich.
Ein Ort des Aufladens und Abladens, des Ausdrucks und
der Begegnung - mit mir selbst und allem, was ich fühle.
Doch der Weg aus diesem kleinen geschützten Kämmerlein hinaus in die Welt, war ein Langer.
Außerhalb von diesem Ort fiel es mir schwer, ehrlich und authentisch zu sein. Zu sagen, was ich dachte, wollte und brauchte. Die Stimme, die ich hatte, wenn ich sang, die hatte ich nicht, wenn ich sprach. Und so wurde ich leiser - an den Orten, an denen ich laut sein wollte.
Ich hatte mir einen Schutzmantel aufgebaut - aus Härte, aus Lachen und aus Anpassung. Ein Schutzmantel, der mich leben lässt, aber das Leben nicht genießen. Und was ist dieses Leben schon ohne Genuss?
Die letzten Jahre habe ich damit verbracht diesen dicken und wirklich wichtigen Schutzmantel liebevoll anzuschauen. Die harten Steine zu ersetzen mit weichen Stoffen, die mich wärmen und schützen, aber nicht erdrücken. Und da, wo es besonders weh tat, kann ich heute besonders laut lachen, besonders viel fühlen und besonders tief berühren.
Ich möchte ein Lied mit dir teilen, das daraus entstanden ist. “starke Herzen sind zart und weich”
Ich möchte dich einladen, es anzuhören und auf dich wirken zu lassen und wenn du magst auch die Anregung zur Reflexion zu nutzen. Du kannst sie hier als Audio abspielen.
nur den Song hören:
Singen hat einen Raum geöffnet, in dem ich mir selbst begegnen kann. Und tief unter dem Singen verborgen, steckt ein sehnlicher Wunsch nach mehr Annahme - zu uns selbst und dem, was wir fühlen. Zu dem, was wir sind. Damit zu stehen, zu sprechen und zu begegnen. Es nach Außen zu bringen - in Ausdruck.
Unter meinem Kleid aus warmen, dicken Stoffen, die mich sanft und stark beschützen - da bin ich verletzlich. Da bin ich traurig und wütend, ängstlich, neugierig, freudig und voller Liebe. Da werde ich laut. Laut und präsent. Klar und ehrlich. Mutig und wütend. Leicht und wild. Lachend und frei. Da werd ich authentisch. Denn ich bin alles davon. Laut und wild, still und zart, liebevoll und wütend. Und ich muss mich nicht entscheiden.
Und du musst dich auch nicht entscheiden.
Es gibt nicht entweder oder. Es gibt beides. Die Polarität. Und der Raum, der dazwischen entsteht. So wie Schatten Licht braucht, braucht Stärke Verletzlichkeit und Lautstärke Stille.
Aus diesem Wunsch heraus kreiere ich Räume
- in denen du dir selbst begegnen kannst. In allem, was da ist.
In denen du erleben darfst, dich hinzugeben und fallen zu lassen. In denen du erleben darfst, gehört zu sein- in Stille und Kraft.
In Wut. In Ehrlichkeit. In deiner Wahrheit.
Räume, in denen du eingeladen bist, dich anzulehnen.
Räume, in denen du laut sein darfst.
In denen du ermutigt wirst, laut zu sein.
Deine Stimme zu heben und zu sagen, was du zu sagen hast.
Räume, die erlauben, aus Druck raus kommen
- und in Ausdruck herein.
AUS - DRUCK - RAUS
Denn ich will, dass niemand mehr verstummen muss.
Mein Weg dorthin ist die Stimme.
Und mein Weg in die Stimme ist mein Körper.
Mein Weg zum Fühlen, zum Sehen und zum Ausdruck
ist verkörperte Stimmarbeit.
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Gib deiner Stimme Raum - zwischen Weichheit und Wut.
Mit allem, was da ist. In Annahme, Begegnung und Ausdruck.Lass dich begleiten - liebevoll und lebendig.
In Co-Regulation, trauminformiert und körperzentriert.