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Macht KI wirklich dumm?

Es heißt ja immer öfter, auch durch Studien belegt, dass KI das eigenständige Denken schwächt.

Doch worum handelt es sich hier genau? Im Grunde darum, dass wir es uns zu bequem machen, wir geben einen Prompt ein und schon haben wir ein Ergebnis, das wir übernehmen können, ohne es zu prüfen.

Aber was wäre, wenn wir mit der Antwort in eine Reflexion eintauchen?

Wenn wir in der Antwort neue Fragen stellen: Warum ist das so? Weshalb denken wir so?

Nehmen wir Nachrichten im TV oder in den sozialen Medien, lesen wir etwas und speichern es ab, oder gehen wir in die Reflexion und hinterfragen sie?

Wenn wir nicht hinterfragen, macht uns das nicht im Grunde denkfaul, vielleicht sogar dumm?

Und gilt das nicht generell, für alles Wissen, was wir aufnehmen, egal ob in der Schule, Nachrichten oder KI? Fängt eigenständiges Denken nicht erst beim Hinterfragen und reflektieren an?

KI ist ein Werkzeug. Und wie bei jedem neuen Werkzeug müssen wir erst lernen, damit umzugehen. Wäre es da nicht sinnvoll, schon in der Schule die nötigen Kompetenzen zu vermitteln? Wie reflektiere ich die Antworten von ChatGPT und Co.?

ChatGPT und andere sind Werkzeuge und Hilfsmittel, sobald etwas Neues aufkam, brachte es auch die Angst vor dem unbekannten mit sich. Doch ist das wirklich die Lösung?

Ein Beispiel, das für Autoren interessant ist: Es ist völlig in Ordnung, einen Lektor hinzuziehen, um Texte zu verbessern. Aber sobald KI diese Rolle übernimmt, stellt sich die Frage: Ist man dann überhaupt noch ein Autor oder eine Autorin?

Versteht mich nicht falsch, es geht mir nur um das Verfeinern, nicht um das vollständige schreibenlassen eines Textes durch KI.

Die Idee und der Inhalt kommen nach wie vor vom Autor selbst.

Mit Hilfe, von KI lassen sich Texte prüfen und auf Fehler untersuchen.

Die Hauptarbeit liegt weiterhin bei der Autorin oder dem Autor, das schränkt das eigene Denken nicht ein. Wenn dem so wäre, hätte ein Lektor nicht denselben Einfluss?

Ein weiteres Argument lautet: KI würde Texte „klauen“ also Inhalte eins zu eins ohne Quellenangaben übernehmen. Stimmt das? Aus meiner Erfahrung, wird jedoch meist eine Quelle angezeigt.

Aber ChatGPT fasst auch Antworten in eigenen Worten zusammen, dies ist auf einem Wissen aufgebaut, dass sie angesammelt hat.

Auch wir sammeln in unserem Leben Wissen an, was auch von anderen kommt, wie der Schule, Ausbildung, Studium etc.

Dürften wir dann noch frei ohne Quellenangaben schreiben?

Wie wir sehen, gibt es auch hier kein Schwarz - Weiß - Denken.

Wenn es heißt „KI macht dumm“ sollte man hinterfragen: Warum? Wann nicht? Wie kann ich es nutzen, dass ich nicht dumm werde?

Nachtrag zur Lektorenfunktion von KI: Natürlich ist es auch ein Thema, dass KI hier Lektoren die Arbeit nehmen kann.

Doch nicht jeder kann sich regelmäßig einen Lektor leisten.

Menschliche Lektoren haben weiterhin ihre Vorteile und werden vermutlich noch lange gebraucht werden.

Und vielleicht geht es im Grunde nicht um die Debatte, KI klaut, oder nimmt was weg, sondern eher um die Angst etwas aus den Augen zu verlieren, die Angst die Kontrolle zu verlieren.

Die Welt unterliegt einem ständigen Wandel, und das können wir nicht ändern, oder aufhalten.

Doch wie Jon Kabat-Zinn sagte, „können wir lernen, auf der Welle zu surfen.“

Was sind deine Erfahrungen mit KI?

Bianka Seredinski-Holzner

Zwischenraumtexte 2025

Topic Zukunft des Denkens