Guten Tag! :)
Als Beziehungsberaterin gibt es ein paar “klassische Stolperstelle”, an denen Paare häufig alleine hängen bleiben. Eine davon ist das Gespräch über Kritik, Feedback, Bedürfnisse und Wünsche.
Nicht selten entsteht daraus nämlich kein konstruktiver Austausch auf Augenhöhe, sondern eine Rechtfertigungsschleife, ein Türen knallen oder ein Abwerten der anderen Person (“Wenn du das halt perfekt haben willst…”). Gerne fällt auch ein “Ich kann es dir eh nicht Recht machen” oder verwandte andere Sackgassensätze. 🙈
Das Problem: das Gespräch dreht sich oft nur noch um das Wie (und darum, wer [mehr] Recht hat, wer mehr macht, wer erschöpfter ist…) und echt nicht mehr um das Was, das eigentlich inhaltlich besprochen werden sollte.
Eine Folge: man führt immer die selben Gespräche, weil das Thema nicht gelöst wird. Stolpert immer in die selbe destruktive Dynamik und baut statt Verbundenheit mehr und mehr Groll auf und das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken. Vielleicht sogar an der Beziehung zu zweifeln, weil man “einfach nicht mit dem anderen reden kann”. 🥺
Ein Problem, das diese Dynamik verursacht: wir senden und empfangen Botschaften in unserer Kommunikation. Und leider kommt allzu oft nicht die Botschaft an, die wir eigentlich senden wollen. Entweder, weil wir sie selbst nicht gut formulieren (können), oder weil beim anderen eine völlig andere Botschaft ankommt.
Und zack ist das Gespräch plötzlich auf einer Ebene, in der es ums Verteidigen, ums Recht haben und ums Gesicht wahren geht. Während auf der anderen Seite das Gefühl verzweifeln lässt, nicht gehört zu werden oder gar nicht wichtig zu sein in dem, was man braucht oder sich wünscht.
Weil diese Dynamik so häufig, aber auch so zermürbend ist, habe ich den letzten Zucker & Gold Impulsabend diesem Thema gewidmet, die Aufzeichnung ist jetzt verfügbar. Wir klären die Fragen, woran es konkret liegt, dass diese Art Gespräch so oft und schnell eskaliert - und natürlich auch, was ihr tun könnt, um dieses Muster zu durchbrechen.
Einen Tipp möchte ich gerne schon so mit euch teilen, weil ich den auf so viele Themen übertragbar finde. Und zwar hat die New Yorker Psychologin Dolly Chugh das Konzept vom “good-ish”-Sein entworfen. Ihre Idee: wenn ich einplane und mir selbst zugestehe, definitiv Fehler machen zu werden und nicht perfekt zu sein, ist es viel leichter zu hören, dass dem tatsächlich so ist. 😉
Lasst uns uns also anfreunden mit der Idee davon, dass es definitiv Dinge gibt, die man an uns kritikwürdig finden darf. Und den Anspruch loszulassen, dass das etwas wäre, das wir um jeden Preis und mit aller Kraft verhindern müssten.
Und für die andere Seite der Dynamik: wie viel von dem Gefühl, nicht gesehen zu werden, gehört tatsächlich in diese konkrete Situation? Und wie kann es gelingen, den Anteil, der sich über Jahre aufkumuliert hat, anders zu platzieren als in den akuten Momenten?
Mit diesen Gedankenstubsern entlasse ich euch in einen hoffentlich angenehmen Tag - und freue mich, wenn ihr den Rest der Gedanken und Tipps zum Thema auch noch hören mögt. Den Zugang zu dieser und allen bisherigen Aufzeichnungen bekommt ihr ganz einfach über eine Steady-Mitgliedschaft (die ihr easy monatlich kündigen könnt).
Außerdem an dieser Stelle noch der Hinweis, dass Mitglieder alle Aufzeichnungen auch super bequem über Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hören könnt! Nichts also mit Zeit finden, um vor dem Laptop still zu sitzen - sondern einfach alle bisher erschienen Folgen hören beim Wäsche wegräumen, Spazieren gehen oder in der Einschlafbegleitung (falls ihr nen Knopf im Ohr haben “dürft” 🫶).
Der nächste Impulsabend findet am 30.4. statt, wieder von 20:45 - (ca.) 22:00 - das Thema lege ich die Tage fest, Vorschläge sind gern genommen!
Alles Liebe zu euch! Nadine