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Hier kommt deine Sommergeschichte

“Wenn der Sommer ein Geräusch wäre”, dachte Tobias, “dann wäre es das Knattern der Spielkarte in den Speichen seines Fahrrads, während er mit seinen zwei besten Freunden hinunter zum Badesee fuhr.”

Ich falle mit der Tür ins Haus, denn ich bin einfach total begeistert von diesem Satz, mit dem ich hier gleich in eine Sommergeschichte starten werde! Zuvor begrüße ich aber noch alle Neuen in der Piontextchen-Community. Wenn dies dein erster Newsletter ist: Was du oben siehst, ist die Auflösung der Abstimmung aus den Juni-HIGHlights.

Zehn Sätze standen zur Auswahl (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), vorgeschlagen von Menschen, die meinem Aufruf auf Instagram gefolgt waren. Schnell wurde klar: Satz 5 hat die Nase vorn. (Nachtrag vom 21. Juli: Dieser tolle Satz geht übrigens auf die Kappe des werten Kollegen Daniel Selent (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Das sollte nicht unerwähnt bleiben!) Wenn auch du dafür gestimmt hast, freust du dich jetzt wahrscheinlich genauso sehr über das Ergebnis wie ich:

Das Abstimmungsergebnis aus den Juni-HIGHlights mit 5 Stimmen für Satz 5 als klaren Sieger für den Anfang der Sommergeschichte.

Die Piontextchen entstehen ohne KI. Die Tage habe ich mich hingesetzt und ganz oldschool auf Papier gebrainstormt. Ich habe mir Gedanken über Tobias gemacht, ein bisschen recherchiert und überlegt, wer diese beiden Freunde wohl sein könnten, mit denen er da unterwegs ist.

Nach und nach konnte ich sie mir vorstellen, sah ihre Familien, ihre Interessen. Und ich sah den See, für den ich ein passendes Foto auf meinem Handy fand. Ich dachte an meine eigene Kindheit und fragte mich, wie so ein Badetag ausgesehen hatte ...

Ich werde die Fragmente in meinem Kopf jetzt ordnen, indem ich einfach zu schreiben beginne. Wünsch mir Glück! Ich hoffe, ich werde Satz 5 und seiner wunderschönen Steilvorlage gerecht mit

Bube am Rad, Ass im Ärmel

“Wenn der Sommer ein Geräusch wäre”, dachte Tobias, “dann wäre es das Knattern der Spielkarte in den Speichen seines Fahrrads, während er mit seinen zwei besten Freunden hinunter zum Badesee fuhr.”

Den ganzen Frühling hatte er sich schon darauf gefreut. Hatte das vertraute Gefühl der Verbundenheit genossen, das sich einstellte, als Stefan und Micha die hingehaltenen Karten ohne zu zögern an ihre Räder klemmten. Plötzlich war da diese unbeschwerte Ferienstimmung gewesen, bei der nichts zählte als der Moment. Für eine Weile dürfte er nun einfach sein. Ohne Verpflichtungen.

Vor ihm sausten Stefan und Micha jetzt den Hang hinunter, an dessen Fuß das Wasser verheißungsvoll in der Sonne glitzerte. Sie hielten auf eine Wiese zu, auf der sich hier und da Menschen tummelten. Der Duft von Grillwürstchen lag in der Luft. Kinderstimmen wurden lauter und mischten sich mit den Klängen eines Radios. Born to Be Alive sang Patrick Hernandez irgendwo unter einer Birke. Wie passend …

Unsanft wurde Tobias aus seinen Gedanken gerüttelt. Sein Vorderreifen hatte Bekanntschaft mit einer knorrigen Wurzel gemacht. Nur mit Mühe konnte er verhindern, dass er in hohem Bogen über den Lenker flog. Das hätte gerade noch gefehlt!

“Alles klar?” Stefan, der deutlich eleganter von seinem Rad abgesprungen war, musterte Tobias mit besorgtem Blick. Der schüttelte den Schreck ab, wischte sich den Schweiß von der Stirn und nickte. “Alles roger”, entgegnete er lachend. “Wollen wir zu unserem Stammplatz?”

“Klar!”, rief Micha, stieg ebenfalls ab und stapfte zielstrebig auf den Steg mit der Bank zu, der in etwa 30 Metern Entfernung ins Wasser ragte. Mit seiner rundlichen Figur und dem Watschelgang glich er einer Ente, schoss es Tobias durch den Kopf. Einer Ente mit Fahrrad.

Ein von Schilf gesäumter See mit einem Steg in der Sonne. Foto von Christine Piontek.

Seufzend ließ sich Tobias auf die Bank fallen. “Kommst du nicht auf die Picknickdecke?”, wollte Stefan wissen, während er selbst sich dort im Schneidersitz niederließ. Nein, Tobias saß lieber bequem. Micha jedoch tat es Stefan gleich, ächzte ein wenig, wirkte aber insgesamt wie ein zufriedener Buddha. “Lass sehen, was deine Mutter uns Leckeres eingepackt hat!”, sagte er und spähte in Richtung des Fahrradkorbs.

“Capri-Sonne, wie cool ist das denn?! Und BiFi!” Tobias wurde warm ums Herz, als er merkte, mit wie viel Liebe Stefans Mutter den Korb gepackt hatte. Darin befanden sich außerdem belegte Brote, Äpfel und eine Packung Twix. “Sonst ändert sich nix!”, kommentierte Stefan, als er die Schokoriegel hochhielt.

“Doch”, meinte Micha. “Die Mädels sind heute nicht da. Petra und ihre Freundinnen sitzen nicht bei der alten Weide.”

“Petra”, dachte Tobias und merkte, wie das Lächeln mühsam wurde. Sein Blick wanderte zu Stefan. Der sah zu ihm hoch – doch er sagte nichts.

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