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Guten Morgen,

heute geht es um ein Thema, das im Podcast immer wieder auftaucht, oft aber nur zwischen den Zeilen: Männlichkeit. Was bedeutet sie eigentlich? Stärke, Durchhalten, Verantwortung? Oder etwas, das sich verändert, wenn der Körper plötzlich anders ist?

In der heutigen Folge (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) spreche ich mit vier Männern mit Krebs über ihre persönlichen Vorstellungen von Männlichkeit. Über Rollenbilder, die sich verändert haben. Über Zweifel, Scham und Entlastung. Und darüber, was bleibt, wenn man sich nicht mehr beweisen muss.

Was ist Männlichkeit – Stärke, Leistung oder viel mehr? · Folge 35

Diese Folge ist anders als die bisherigen. Du wirst mich mehr hören.

Denn ich ordne in dieser Folge zum Thema Mannsein das Gesagte mehr als üblich ein, bringe es in Verbindung mit der Männlichkeitsforschung und vorherrschenden gesellschaftlichen Bildern. Die große Frage hinter dieser Folge ist, wie sich Männlichkeit eigentlich definiert, wenn sie durch eine Krebsdiagnose wankt. Spoiler: Vielleicht ist sie gar nicht klar definierbar?

Ich spreche mit Walter (CML, chronisch-myeloische Leukämie) über frühe Verantwortung, stetes Durchhalten und späteres Umdenken. Erich (AML, akute myeloische Leukämie) erzählt von seiner frühen Abneigung gegen lautes Männlichkeitsgehabe und davon, wie befremdlich sich manches bis heute anfühlt.

Robert (Hodenkrebs) holt mich persönlich sehr ab mit seiner Selbstverständlichkeit, Rollen einfach umzudrehen, ohne daraus eine große Sache zu machen. Und Christian (Hodenkrebs, Prostatakrebs, Mundrachenkrebs) sagt, wie wenig er heute noch bereit ist, sich zu beweisen, und wie sehr die Krankheit seine Prioritäten verschoben hat.

Zwischen den Gesprächen wird laut weitergedacht. Am Ende treffe ich Dr. Erich Lehner (Psychoanalytiker, Palliative Care, Obmann des Dachverbands Männerarbeit Österreich), der den Blick noch einmal weitet und nicht erklärt, wie Männlichkeit sein soll, sondern wie Mann sich ihr annähern kann.

Diese Folge will nichts festlegen. Sie lädt ein, zuzuhören, mitzudenken und vielleicht die eigene Vorstellung von Männlichkeit zu öffnen.

Drei Learnings aus dieser Folge

  • Männlichkeit ist kein festes Konzept, sondern beweglich. Sie verändert sich mit Erfahrungen, mit Krankheit, mit Brüchen im Lebenslauf und oft erst dann, wenn sich alte Rollen nicht mehr richtig anfühlen.

  • Stärke ist kein Gegenpol zu Verletzlichkeit. Für viele Männer entsteht sie erst dort, wo Beweiszwang, Funktionieren und Durchhalten an Bedeutung verlieren und Raum für Ehrlichkeit entsteht.

  • Reflektion beginnt im Alltag. Nicht durch große Theorien, sondern durch das Wahrnehmen dessen, was belastet, irritiert oder entlastet. Im eigenen Verhalten, in Beziehungen und im Austausch mit anderen.

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Woanders gesehen

Krebs durch Impfung? Fakten gegen eine Falschmeldung (Börsen-Zeitung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), 29.01.2026) Der Beitrag ordnet eine kursierende Behauptung ein, wonach Impfungen Krebs auslösen sollen, und zeigt, warum diese Aussage wissenschaftlich nicht haltbar ist. Er erklärt, wie die Falschmeldung entstanden ist, welche Studien falsch interpretiert wurden und was die aktuelle Datenlage tatsächlich sagt. Ein Beispiel dafür, wie wichtig sorgfältige Einordnung bei Gesundheitsinformationen ist.

Low-Carb-Diäten: Auswirkungen auf die Darmmikrobiota (RELATUS Pharm (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), 03.02.2026) Eine neue Metaanalyse zeigt, dass dich auch manchmal bei Krebspatienten so beliebten kohlenhydratarme Diäten nicht nur günstige Effekte haben. Veränderungen der Darmmikrobiota können auch nachteilige Folgen mit sich bringen. Der Beitrag ordnet die Ergebnisse ein und zeigt, welche Ansatzpunkte sich daraus für eine differenzierte Ernährungsberatung ergeben. Diätologische Beratungen gibt es kostenfrei in vielen Krebsberatungsstellen (unbezahlter Hinweis).

Erneut Krebszahlen: Mehr Fälle, zugleich weniger Fälle, und geringeres Sterberisiko (Statistik Austria (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), 03.02.2026) Die aktuellen Zahlen zu Krebserkrankungen bis 2023 zeigen, dass Männer weiterhin häufiger erkranken als Frauen, aber die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate fiel zwischen 2013 und 2023 um 2 % auf 569,9 Fälle pro 100.000 Männer. Im gleichen Zeitraum sank die Krebssterberate um 15 %. Das Risiko, bis 75 eine Krebsdiagnose zu erhalten, ist bei Männern um das 1,3-fache höher als bei Frauen und erreichte 2000 mit 39,8 % den Höchststand. Bis zum aktuellen Erfassungsjahr 2023 fiel es auf 31,9 % (Frauen: 25,2 %).

Q:https://www.statistik.at/fileadmin/publications/Bericht_Krebsprognose_2025.pdf (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) S. 21, Prognose der Krebsinzidenz, Krebsprävalenz und Krebsmortalität bis 2045, Veröffentlichung: 01/2026

Vom Schnittpult

Da die aktuelle Folge so sehr anders ist als die bisherigen, habe ich mir vorab Feedback von der Podcast-Community geholt. Genauer gesagt von den Support-Mitgliedern mit den Paketen „Sei dabei“ und „Big Spender“, denn sie haben als Goodie „Folgen vorab feedbacken (auf Wunsch)“ mit im Package.

Diesen Mitgliedern habe ich über Steady ein E-Mail geschickt (quasi einen Sonder-Newsletter) und sie gefragt, ob sie Lust haben, die Folge vorab im Rohschnitt (noch ohne Musik, Signation, Abmoderation und sonstigem Schnick-schnack) anzuhören mir innerhalb 1 Woche ihre Meinung mitzuteilen.

Drei haben sich gemeldet und mir weit vor Ablauf der Frist wertvolle Rückmeldungen geschickt, die ich wiederum in die verbesserte Fassung der Folge eingebaut habe. Vielen herzlichen Dank hiermit an Gerhard, Michael und Jürgen fürs Testhören dieser Folge und für euer sehr wichtiges Feedback.

Und nun freue ich mich auf den bevorstehenden Deutschen Krebskongress (DKK) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) nächste Woche in Berlin, bei dem ich, wie berichtet, neben Networking und Aufnahmen für den Podcast sammeln, einen Vortrag zum deutschen Online-Männertreff „Gut gegen Kopfkino“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) halten werde. Die Reportage über den Kongress kommt voraussichtlich im März.

Hinweis: Die Inhalte dieses Podcasts ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Sie geben persönliche Erfahrungen von Betroffenen wieder und sollen zum Nachdenken anregen, Orientierung bieten und Gespräche ermöglichen. Kläre gesundheitliche Fragen immer mit deinem ärztlichen Team.

© 2026 Der Podcast wird gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. Realisiert in redaktioneller Unabhängigkeit.

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