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“Mein Kind bringt mich an meine Grenzen”

Bild: Anne Richard

Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.

Liebe Anna,

Danke für dein offenes Ohr. Mein jüngster Sohn (3 1/4 Jahre alt) bringt mich gerade oft an meine Grenzen. Er ist ein extrem neugieriges und entdeckerfreudiges Kind, muss immer alles anfassen und untersuchen. Leider geht dabei häufig schon mal was kaputt. Ein Nein akzeptiert er sehr schwer, zum Beispiel, wenn er irgendetwas unbedingt haben möchte, es aber nicht bekommt, weil gefährlich oder leicht kaputtbar, dann probiert er es noch öfters. Das war schon als Baby so, da mussten wir in ständiger Hut sein, weil ihn Kabel und Steckdosen magisch angezogen haben. Wir haben auch nicht viele Sachen, die er gar nicht haben darf, lassen ihn oft mitmachen oder helfen. Schimpfen auch nicht, wenn mal was kaputt, zeigen ihn wie man Sachen repariert etc.

Nun zum eigentlichen Problem. Seit einiger Zeit nimmt er bewusst Dinge, die er nicht nehmen darf und rennt damit weg, lacht dabei und manchmal wirft er sie dann auch noch auf den Boden. Auch macht er das bei seinen Geschwistern, mit Sachen, die er nicht haben darf, weil es wichtige Spielsachen sind (ganz wenige). In der Kita macht er das wohl auch, wir wurden da auch schon darauf hingewiesen, daß sie da auch etwas überfordert sind, weil sie ständig auf ihn aufpassen müssen. Ich versuche da immer recht ruhig, aber auch bestimmt zu reagieren, sag ihm auch, dass ich denke, daß er spielen will, aber das kein Spiel ist, dass der andere gut findet und wir gerne was suchen können, was alle mögen. Er macht das aber immer öfter. Es ist auch nicht der Fall, dass er sich ärgert oder ähnliches, er macht das aus dem Blauen heraus. Auch so etwas, dass er wegrennt, wenn wir unterwegs sind und dabei lacht. Etc. Es ist gerade sehr anstrengend, teilweise auch gefährlich. Ich muss ihn dann manchmal unter Protesten auf dem Arm nehmen, weil er in solchen Situationen auch nicht mehr zugänglich ist für Stop oder Nein oder ähnliches. Zum Beispiel ist er mir schon mal im Schwimmbad lachend weggerannt, aufs Wasser zu. Wir spielen auch nicht mit ihm fangen, es kann sein, dass er das aber von seinen Geschwistern mal mitbekommen hat. Man konnte ihn schon immer nie aus den Augen lassen, weil ihn gefährliche Sachen nur so anziehen. Ich versuche ihn auch Freiheiten zu lassen, da wo es geht. Gerade bin ich aber sehr ratlos was ich noch machen kann. Wir gehen sehr liebevoll mit unseren Kindern um, auch die Kinder unter sich, nehmen uns viel Zeit für alle, auch im Einzelnen. Es hat sich auch nichts grundlegendes bei uns geändert.

Noch eine Sache finde ich gerade auch sehr komisch. Wenn wir dann mal draußen unterwegs sind und er sich austoben könnte, dann will er nur auf meinen Arm. Ich lasse ihn dann immer, passt aber so gar nicht zu ihm, er war schon immer vorne dabei, wenn es darum geht neues auszuprobieren oder sich auszutoben. Ist motorisch auch ziemlich fit.

Freue mich über deine Antwort.

LG Berna*

Sujet Elternschaft

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