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#DerApothekerInformiert - Teil 1461

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Ibuprofen

Ibuprofen ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Es wirkt schmerzstillend, fiebersenkend, entzĂŒndungshemmend und kann die BlutplĂ€ttchen  (Thrombozyten) vorĂŒbergehend etwas „weniger klebrig“ machen (Thrombozytenaggregationshemmung).

Die Thrombozyten sind kleine Bestandteile des Blutes, die normalerweise zusammenkleben, um Blutungen zu stoppen, man spricht dabei von einer Thrombozytenaggregation.

Ibuprofen reduziert Schmerzen und EntzĂŒndungen, indem es das Enzym Cyclooxygenase (COX) hemmt.

Dieses Enzym wandelt ein großes MolekĂŒl namens ArachidonsĂ€ure in Prostaglandine um.

Prostaglandine sind körpereigene Botenstoffe, die EntzĂŒndung fördern und Schmerzrezeptoren empfindlicher machen.

Von der Cyclooxygenase gibt es mehrere. Die wichtigsten sind COX-1 und COX-2.

Wird die COX also gehemmt, entstehen weniger Prostaglandine.

Das kann Vor- und Nachteile haben, was die Wirkung, aber auch Nebenwirkungen erklÀrt.

Prostaglandine tragen nĂ€mlich nicht nur zu Schmerzen, EntzĂŒndungen und Fieber bei, sondern schĂŒtzen auch die Magenschleimhaut, indem sie Magenschleim bilden und die Bildung von MagensĂ€ure reduzieren.

Werden sie also gehemmt, kann es zu Magenblutungen und GeschwĂŒren kommen.

Ibuprofen wird bei leichten bis mĂ€ĂŸig starken Schmerzen eingesetzt, zum Beispiel bei Kopf-, Zahn-, Regel- oder RĂŒckenschmerzen, und auch bei Fieber.

Es wird ebenso bei entzĂŒndlichen Gelenk- und Rheumaerkrankungen verwendet, zum Beispiel bei akuten oder lĂ€nger bestehenden GelenkentzĂŒndungen.

Es kann außerdem die Beschwerden bei einem Gelenkverschleiß (Arthrose) lindern.

Ibuprofen gibt es unter anderem als Tabletten, als Kapseln, als Suspension zum Einnehmen, als Pulver zum Einnehmen, als ZĂ€pfchen und als Gel zum Auftragen auf die Haut.

Die Dosis fĂŒr Kinder ist gewichts- und altersabhĂ€ngig.

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren können alle 8 Stunden 400 Milligramm oral einnehmen, bei einer Tageshöchstdosis von 1200 Milligramm.

Wenn man eine 400-Milligramm-Tablette eingenommen hat, darf die nÀchste Einnahme bereits nach sechs Stunden erfolgen, obwohl dreimal tÀglich in der Regel alle acht Stunden bedeutet. 

Wurde Ibuprofen verordnet, betrÀgt die tÀgliche Höchstdosis sogar 2400 Milligramm. 

Diese hohen Dosen sollten aber nur nach Àrztlicher Anweisung eingenommen werden, da sie mehr Nebenwirkungen mit sich bringen.

Tabletten mit 600 und 800 Milligramm Ibuprofen sind immer verschreibungspflichtig.

Wurden 600 Milligramm Ibuprofen verordnet, darf man die nÀchste Tablette bereits nach sechs Stunden einnehmen, bei maximal vier am Tag.

Bei Ibu 800 darf die nĂ€chste Tablette frĂŒhestens nach acht Stunden eingenommen werden. Dementsprechend gilt: höchstens drei Tabletten am Tag.

Wichtig: Ibuprofen hat einen Ceiling-Effekt, auch Deckeneffekt oder SĂ€ttigungseffekt genannt.

Darunter versteht man in der Pharmakologie das PhÀnomen, dass mit der Erhöhung der Dosis eines Arzneimittels ab einem bestimmten Punkt keine stÀrkere therapeutische Wirkung erzielt wird. 

Eine weitere Erhöhung der Dosis kann jedoch die Nebenwirkungen verstÀrken.

Studien zeigen, dass eine Erhöhung der Ibuprofen-Dosis ĂŒber 400 Milligramm hinaus keine zusĂ€tzliche Schmerzlinderung bietet. 

In anderen Worten: 800 Milligramm einzunehmen, weil man starke Schmerzen hat, bringt nichts in Bezug auf die Schmerzlinderung.

Es sei denn, man ist ĂŒbergewichtig oder hat MigrĂ€ne.

Übergewicht beeinflusst, wie der Körper das Arzneimittel verarbeitet und wie das Arzneimittel wirkt.

Der Ceiling-Effekt ist dennoch vorhanden.

Bei MigrĂ€ne kann die verstĂ€rkte EntzĂŒndungshemmung von 800 Milligramm Ibuprofen eine Rolle spielen, die zur Linderung der EntzĂŒndungskomponente beitrĂ€gt, die mit der MigrĂ€ne verbunden ist​.

Glaubt man ohne Übergewicht und MigrĂ€ne, dass 800 Milligramm Ibuprofen stĂ€rker gegen Schmerzen wirken, könnte das auch am Placeboeffekt liegen. 

Die Erwartung einer stĂ€rkeren Schmerzlinderung könnte den Körper dazu veranlassen, vermehrt schmerzlindernde Endorphine auszuschĂŒtten. 

Um den Ceiling-Effekt zu durchbrechen, kann man Ibuprofen in Kombination mit Koffein oder Paracetamol einnehmen.

Koffein kann die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. 

Diese schmerzhemmende Wirkung kommt also noch obendrauf, wodurch die Schmerzen effektiver gehemmt werden als durch Ibuprofen alleine.

Die Kombination mit Paracetamol verstÀrkt die Wirkung von Ibuprofen, da Paracetamol auf anderen Wegen schmerzlindernd wirkt und auch hier sich die Effekte ergÀnzen.

Wichtig zu wissen ist, dass Ibuprofen ein Racemat, also eine 50:50-Mischung aus MolekĂŒlen ist, die sich zueinander wie Bild und Spiegelbild verhalten und Enantiomere genannt werden.

Dexibuprofen ist das S(+)-Enantiomer und die pharmakologisch aktive Form.

200 Milligramm Dexibuprofen ist laut Studien bei Zahnschmerzen vergleichbar wirksam wie 400 Milligramm Ibuprofen.

Seit 2025 sind in Deutschland Dexibuprofen-PrĂ€parate rezeptfrei erhĂ€ltlich, werden aber erfahrungsgemĂ€ĂŸ kaum gekauft.

Ibuprofenlysinat ist dagegen kein „anderes Enantiomer“, sondern ein Salz von Ibuprofen.

Es löst sich schneller im Magen als Ibuprofen, weshalb man auch davon ausging, dass die Wirkung schneller eintritt. 

Studien zeigten aber, dass Ibuprofenlysinat ĂŒberraschenderweise nicht schneller wirkt. 

Die Zeit bis zur ersten spĂŒrbaren Schmerzlinderung betrĂ€gt sowohl bei Ibuprofen als auch bei Ibuprofenlysinat ungefĂ€hr 30 bis 40 Minuten.

Es lohnt sich also nicht, mehr Geld fĂŒr das Lysinat auszugeben.

Die Halbwertszeit von Ibuprofen, also die Zeit, in der der Körper die Menge des Wirkstoffs im Blut ungefÀhr halbiert, liegt in der Regel bei etwa 1,8 bis 3,5 Stunden.

Wenn Ibuprofen ĂŒber lĂ€ngere Zeit oder sehr hĂ€ufig eingenommen wird, kann das paradoxerweise zu Kopfschmerzen fĂŒhren.

Diese Kopfschmerzen sollten dann nicht mit immer mehr Ibuprofen behandelt werden, weil sich das Problem dadurch weiter verstÀrken kann.

HĂ€ufige Nebenwirkungen von Ibuprofen betreffen vor allem den Magen-Darm-Trakt, zum Beispiel Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, BlĂ€hungen, Durchfall oder Verstopfung, und es kann auch zu kleinen, manchmal unbemerkten Blutverlusten kommen.

Ernstere Magen-Darm-Komplikationen, die entstehen können, sind GeschwĂŒre, Blutungen oder ein Magendurchbruch, der besonders bei höheren Dosen, lĂ€ngerer Anwendung oder bei Ă€lteren Patienten auftreten kann.

Selten können auch schwere allergische Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen Schock, AsthmaanfÀlle oder ein Bronchospasmus, also eine Verkrampfung der Bronchien, auftreten.

Ebenfalls selten, aber schwerwiegend, sind schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom oder die toxische epidermale Nekrolyse, bei denen es zu großflĂ€chigen Haut- und SchleimhautschĂ€den mit Blasen kommen kann.

Sehr selten werden auch schwere Störungen der Blutbildung beschrieben.

Warnzeichen können Fieber, Halsschmerzen, wunde Stellen im Mund oder ungewöhnliche Blutungen sein.

Ibuprofen kann auch MĂŒdigkeit oder Schwindel auslösen, wodurch Autofahren und das Bedienen von Maschinen beeintrĂ€chtigt sein können, besonders wenn zusĂ€tzlich Alkohol getrunken wird.

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen sollte es nicht eingenommen werden.

Das gilt auch, wenn es frĂŒher nach AcetylsalicylsĂ€ure oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zu schweren Reaktionen wie AsthmaanfĂ€llen oder Nesselsucht gekommen ist.

Ebenfalls nicht geeignet ist Ibuprofen bei einem aktuell bestehenden oder wiederholt aufgetretenen Magen- oder DarmgeschwĂŒren oder bei Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Auch bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, bei schwerer Herzinsuffizienz und bei starker Austrocknung, zum Beispiel durch Erbrechen oder Durchfall, darf Ibuprofen nicht eingenommen werden.

Ibuprofen darf zudem nicht mit anderen NSAR kombiniert werden und kann in Kombination mit „BlutverdĂŒnnern“, mit Glucocorticoiden (Cortison), mit bestimmten Antidepressiva wie selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI wie Citalopram) die Blutungsneigung verstĂ€rken.

Zu beachten ist auch, dass Ibuprofen den Blutdruck erhöhen kann.

Außerdem besteht die Gefahr eines Triple Whammy.

Ein Triple Whammy ist ein dreifacher Angriff auf die Nieren, wenn Ibuprofen oder ein anderes NSAR gleichzeitig mit einem Diuretikum wie Hydrochlorothiazid (HCT) und einem ACE-Hemmer wie Ramipril oder einem Sartan wie Candesartan eingenommen wird.

Dadurch wird das Risiko eines akuten Nierenversagens erhöht, da der glomerulÀre Filtrationsdruck gesenkt und gleichzeitig das Blutvolumen reduziert wird.

Ibuprofen verengt das Vas afferens, das zufĂŒhrende GefĂ€ĂŸ zum Nierenglomerulus, wĂ€hrend ACE-Hemmer und Sartane das Vas efferens, das ableitende GefĂ€ĂŸ des Glomerulus, erweitern.

Diuretika verringern zusÀtzlich das zirkulierende Blutvolumen.

Der Glomerulus ist ein Teil der Niere, der wie ein KnĂ€uel winziger BlutgefĂ€ĂŸe aussieht. 

Er ist von der Bowman-Kapsel umgeben.

Zusammen bilden sie das Nierenkörperchen. 

Hier wird der PrimÀrharn durch Ultrafiltration aus dem Blut gewonnen.

Durch diesen Dreifachangriff sinkt die glomerulĂ€re Filtrationsrate (GFR), was zu akutem Nierenversagen mit Todesfolge fĂŒhren kann.

Wenn niedrig dosierte AcetylsalicylsÀure (ASS 100) zur Vorbeugung eines Herzinfarktes genutzt wird, kann Ibuprofen die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung abschwÀchen.

ASS und Ibuprofen binden an das COX-1-Enzym des Thrombozyten.

Ibuprofen bindet allerdings an einer anderen Stelle als ASS, wodurch es diesem den Zugang zum Enzym versperrt

Im Klartext heißt das, dass jeder, der auf die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung von ASS angewiesen ist, darauf achten sollte, kein Ibuprofen im Blut zu haben.

Deshalb darf man in diesem Fall höchstens eine Ibuprofen-Tablette am Tag einnehmen und zwar frĂŒhestens 30 Minuten nach und mindestens acht Stunden vor der nĂ€chsten Dosis von ASS 100.

Meistens wird dennoch empfohlen, zwei Stunden mit der Ibuprofen-Einnahme nach ASS 100 zu warten.

Es gibt wohl Hinweise darauf, dass man den Abstand zu Ibuprofen nach einer magensaftresistenten ASS-100-Tablette etwas vergrĂ¶ĂŸern muss. 

Die Fachinformation gibt an, dass Ibuprofen in der Schwangerschaft im 1. und 2. Trimenon nur dann gegeben werden soll, wenn es unbedingt notwendig ist.

Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann Ibuprofen beim Fetus eine Nierenfunktionsstörung verursachen, wodurch ein Oligohydramnion (zu wenig Fruchtwasser) entstehen kann.

Im 3. Trimenon darf Ibuprofen daher nicht eingenommen werden.

Embryotox sagt zur Schwangerschaft, dass Ibuprofen in den ersten 2 Dritteln neben Paracetamol zu den Schmerzmitteln der Wahl gehört.

Laut ihnen darf es ab der 28. Schwangerschaftswoche nicht mehr angewendet werden.

Wenn Ibuprofen im letzten Drittel der Schwangerschaft wiederholt eingenommen wird, werden Ultraschallkontrollen empfohlen, um den Blutfluss im Ductus arteriosus und die Fruchtwassermenge zu ĂŒberprĂŒfen.

Der Ductus arteriosus ist ein wichtiges BlutgefĂ€ĂŸ beim ungeborenen Kind, das die Lunge umgeht, weil diese im Mutterleib noch nicht zur Atmung genutzt wird.

Es leitet Blut direkt von der Lungenschlagader in die Hauptschlagader.

Schließt sich das GefĂ€ĂŸ zu frĂŒh, kann das Herz-Kreislauf-System des Fetus schwer belastet werden und es drohen lebensgefĂ€hrliche Komplikationen.

Die Fachinformation sagt zur Stillzeit, dass bei kurzfristiger Anwendung wegen geringer Mengen in der Muttermilch meist keine Stillpause nötig ist, wĂ€hrend bei lĂ€ngerer Anwendung oder höheren Dosen ein frĂŒhes Abstillen in Betracht gezogen werden soll.

Laut Embryotox wird Ibuprofen aus der NSAR-Gruppe in der Stillzeit bevorzugt und ist das Schmerzmittel der Wahl.

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Wichtig:

Betrachte den Infoletter nicht als Liste, die du abarbeiten musst, sondern als MenĂŒ, aus dem du auswĂ€hlen kannst.

Ich schreibe ĂŒber viele verschiedene Themen und weiß, dass nicht jede Ausgabe fĂŒr dich relevant sein wird – und das ist völlig okay. Jeder Mensch hat andere Interessen.

Mach dir keinen Stress, wenn um 19 Uhr die neueste Ausgabe in dein Postfach flattert und du nicht alles lesen kannst. Lies einfach nur die Ausgaben, die dich wirklich interessieren. 🙃

Das sind voraussichtlich die Themen der nÀchsten drei Wochen:

  • Montag: Teil 1462: Anti-D-Immunglobulin (Rhophylac Âź)

  • Dienstag: Teil 1463: Hautkrebs, weißer

  • Mittwoch: Teil 1464: Dexamfetamin

  • Donnerstag: Teil 1465: Rosazea

  • Freitag: Teil 1466: Stechapfel

  • Samstag: Teil 1467: Diphtherie

  • Sonntag (kostenlos): Teil 1468: Novaminsulfon aka Metamizol

  • Montag: Teil 1469: Menstruation

  • Dienstag: Teil 1470: Blutgruppen

  • Mittwoch: Teil 1471: Chlorella

  • Donnerstag: Teil 1472: Morbus Crohn

  • Freitag: Teil 1473: Spannungskopfschmerz

  • Samstag: Teil 1474: Harninkontinenz

  • Sonntag (kostenlos): Teil 1475: ADHS

  • Montag: Teil 1476: Piroxicam

  • Dienstag: Teil 1477: Tonsillensteine

  • Mittwoch: Teil 1478: Remimazolam

  • Donnerstag: Teil 1479: Atovaquon

  • Freitag: Teil 1480: HDL & LDL

  • Samstag: Teil 1481: PantothensĂ€ure

  • Sonntag (kostenlos): Teil 1482: Schröpfen

Das waren die restlichen kostenpflichtigen Ausgaben der Woche. Hier ein Auszug daraus.

Teil 1455: Prostaglandine: Körpereigene Botenstoffe mit verschiedenen Wirkungen

Prostaglandine sind körpereigene Botenstoffe, die vor allem direkt im Gewebe wirken und nicht von einer einzelnen DrĂŒse freigesetzt werden, wie es bei den DrĂŒsenhormonen der Fall ist.




Entdeckt wurden sie 1935 allerdings im menschlichen Sperma, was auch zu ihrem Namen fĂŒhrte, da man vermutete, dass sie in der Prostata gebildet werden.




Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac und die AcetylsalicylsĂ€ure (ASS) werden gegen Schmerzen, Fieber und EntzĂŒndungen eingesetzt, da sie genau hier angreifen und die Bildung der Prostaglandine hemmen.




Prostaglandine sorgen nĂ€mlich dafĂŒr, dass die MagensĂ€uresekretion herabgesetzt und die Produktion des Magenschleims verstĂ€rkt wird, was den Magen vor der SĂ€ure schĂŒtzt.




Zur Einleitung der Geburt kann das Prostaglandin Misoprostol verabreicht werden.




Prostaglandine und ihre Abkömmlinge werden auch in anderen Bereichen eingesetzt, zum Beispiel bei Durchblutungsstörungen, bei bestimmten Formen von Lungenhochdruck oder am Auge.

Am Auge werden Abkömmlinge von Prostaglandin F2α genutzt, um den Augeninnendruck zu senken, zum Beispiel bei GrĂŒnem Star.




Teil 1456: Osteoporose: Knochenschwund

Hat man Osteoporose, bedeutet das, dass die Knochen nach und nach an Festigkeit verlieren und dementsprechend auch leichter brechen können.




BrĂŒche entstehen meist schon durch Kleinigkeiten, wie Stolpern oder normale Alltagsbelastungen, die bei gesunden Knochen ĂŒberhaupt kein Problem darstellen wĂŒrden.




Sobald dann der erste Knochen gebrochen ist, steigt das Risiko fĂŒr weitere BrĂŒche um etwa das 1,7- bis 5-Fache an.




Nach einem HĂŒftbruch liegt die Sterblichkeit im ersten Jahr bei etwa 10 bis 20 Prozent.




Bei Frauen hÀngt das hÀufig mit dem Hormonabfall nach den Wechseljahren zusammen (postmenopausale Osteoporose).




Zur Vorbeugung und als Basis jeder Behandlung sind Bewegung, Muskelaufbau und Training von Koordination und Gleichgewicht wichtig, da StĂŒrze, wie erwĂ€hnt, die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr BrĂŒche sind.




Teil 1457: Phenobarbital: Ein Arzneimittel gegen Epilepsie

Phenobarbital ist ein Àlteres Arzneimittel, das zu den Antiepileptika aus der Gruppe der Barbiturate gehört und folglich gegen KrampfanfÀlle eingesetzt wird. 




Phenobarbital verbleibt fĂŒr eine lange Zeit im Körper.

Die Halbwertszeit betrÀgt etwa 60 bis 120 Stunden, was bedeutet, dass sich nach dieser Zeit die Konzentration des Wirkstoffs auf die HÀlfte reduziert hat. 




Sehr hĂ€ufig kommt es durch Phenobarbital zu einer zentralen DĂ€mpfung, zum Beispiel zu starker MĂŒdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Denk- und GedĂ€chtnisproblemen und einem unsicheren Gang.




Teil 1458: Bromelain: Ein Enzymgemisch

Bromelain ist ein Gemisch aus verschiedenen Enzymen.

Gewonnen wird es vor allem aus dem Stamm und den FrĂŒchten der Ananas-Pflanze.




In Deutschland sind bromelainhaltige Arzneimittel zur Begleitbehandlung bei akuten Schwellungen nach Operationen und Verletzungen zugelassen, insbesondere der Nase und der Nebenhöhlen.




Bei einer Allergie gegen Bromelain oder gegen Ananas darf Bromelain nicht eingenommen werden.

Bei Störungen der Blutgerinnung, wie zum Beispiel der Bluterkrankheit (HÀmophilie), darf es ebenfalls nicht eingenommen werden.




Bromelain kann bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Arzneimitteln deren Aufnahme fördern und damit auch deren Wirkung und Nebenwirkungen verstÀrken.




Teil 1459: Rote Bete

Rote Bete (Beta vulgaris subsp. vulgaris), auch Rote Beete geschrieben und auch als Rote RĂŒbe oder regional Rahne bezeichnet, ist eine Kulturform der Gemeinen RĂŒbe, also eine vom Menschen ĂŒber viele Generationen gezielt angebaute und ausgewĂ€hlte Form.




Die rote Farbe stammt vor allem von Betanin aus der Gruppe der Betalaine.




Dieser Farbstoff ist auch dafĂŒr verantwortlich, dass der Urin nach dem Verzehr von Roter Bete vorĂŒbergehend rot und der Stuhl rötlich bis schwarz verfĂ€rbt ist.




Zudem können aus Nitrit zusammen mit Aminen oder Amiden sogenannte N-Nitrosoverbindungen entstehen, von denen viele in Tierversuchen als krebserregend eingestuft wurden.




Teil 1460: Niacin: Vitamin B3 

Niacin ist eine Sammelbezeichnung fĂŒr mehrere Verbindungen, die frĂŒher als Vitamin B3 bezeichnet wurden.




Gute Lieferanten fĂŒr Niacin sind Fisch, mageres Fleisch, Innereien, Brot, ErdnĂŒsse, Kaffee und Pilze.

Fleisch, Kaffee und Brot gehören in Deutschland zu den Hauptlieferanten.




Ein lĂ€nger anhaltender Mangel kann zur Pellagra fĂŒhren, bei der typische Beschwerden wie HautverĂ€nderungen an Stellen, die hĂ€ufig Sonne abbekommen, Durchfall sowie psychische Störungen bis hin zu einer Demenz auftreten.




Ein Zuviel an Niacin ist ĂŒber die normale ErnĂ€hrung praktisch nicht zu erreichen.




Als Mitglied im #DerApothekerClub Pro und Deluxe hast du Zugriff auf diese Ausgaben.

[Hier findest du einen Überblick ĂŒber alle bisher erschienenen Ausgaben (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)]

Und hier die letzen Ausgaben:

Teil 1354: Natron: Was von Natriumhydrogencarbonat gegen Sodbrennen zu halten ist und was es sonst noch kann (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1453: Icaridin: Schutz vor MĂŒcken und Zecken (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1452: Myasthenia gravis: Wenn die Muskeln durch das eigene Immunsystem schwĂ€cher werden (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1451: Codein: Ein Opiat gegen Reizhusten und Schmerzen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1450: Domperidon: Gegen Übelkeit und Erbrechen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1449: Clascoteron: Zur Behandlung der Akne (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1448: Mupirocin: Ein Antibiotikum fĂŒr Haut und Schleimhaut (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1447: Dexpanthenol: Zur Wundheilungsförderung in Cremes, Salben, Lutschtabletten, Augentropfen und Nasensprays (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1446: Analer Juckreiz: Wenn der After juckt (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1445: Das Restless-Legs-Syndrom: Wenn die Beine Bewegung wollen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1444: Die MittelohrentzĂŒndung (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1443: Lidocain: Ein LokalanĂ€sthetikum (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1442: Methylphenidat: Die Nummer 1 bei ADHS (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1441: Gallensteine (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1440: Cetirizin: Ein Antihistaminikum (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1439: „HĂ€morrhoiden“: Das HĂ€morrhoidalleiden (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1438: Die Fotosynthese: Aus Luft wird Pflanze (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1437: Lachgas: Zwischen Arzneimittel und Rauschmittel (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1436: MS, die Multiple Sklerose (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1435: Hydrotalcit gegen MagensĂ€ure (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1434: Quecksilber: Das einzige bei Raumtemperatur flĂŒssige Metall (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1433: Echinacea: Gut fĂŒrs Immunsystem? (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1432: Histaminintoleranz: Eine UnvertrĂ€glichkeit gegenĂŒber eingenommenem Histamin? (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1431: Acesulfam K: Ein SĂŒĂŸstoff (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1430: Dimeticon: Gegen Gas im Darm und gegen LĂ€use (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1429: Trospiumchlorid: Wenn die Blase zu aktiv ist (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1428: Bruxismus: Wenn du mit den ZĂ€hnen knirschst (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1427: AlendronsĂ€ure gegen Osteoporose (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1426: Influenza: die „echte Grippe“ (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1425: Medizinische Blutegel (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1424: Datopotamab deruxtecan: Ein Trojanisches Pferd gegen Brustkrebs (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1423: Schwedenbitter: Ein Allheilmittel? (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1422: Mallorca-Akne: Pickelchen durch Sonne (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1421: Malaria (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1420: Diabetes mellitus Typ 2 (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1419: Depressionen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1418: Lippenherpes: Wenn nervige BlĂ€schen an den Lippen entstehen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1417: Semaglutid: Das Antidiabetikum, das die Pfunde purzeln lĂ€sst (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1416: Das maligne Melanom: Der schwarze Hautkrebs (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1415: Melatonin: Das Hormon aus dem Supermarkt (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1414: Hypothyreose: Die SchilddrĂŒsenunterfunktion (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1413: Tyrothricin: Ein Antibiotikum, das nur lokal eingesetzt wird (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1412: Kakao: Zwischen Genuss und Gesundheit (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1411: ReiseĂŒbelkeit: Wenn Bewegung zu Übelkeit fĂŒhrt (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1410: Chinin: MuskelkrĂ€mpfe und Malaria (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1409: Der Pearl-Index und die VerhĂŒtung (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1408: Etilefrin: Wenn der Blutdruck im Keller ist (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1407: Lasmiditan: Zur Akutbehandlung von MigrĂ€neanfĂ€llen (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1406: Berberin: Das pflanzliche Ozempic? (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1405: Die Arthrose (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Teil 1404: Alfuzosin beim benignen Prostatasyndrom (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)

Warum es sich lohnt, Mitglied im #DerApothekerClub zu werden - Testimonials.

Susanne sagt:

„Warum man bei Dir Mitglied werden sollte? Ganz klar: Es gibt jeden Tag wertvolle Informationen zu vielen Themen rund um Medikamente, den Körper, Gesundheit, die Wissenschaft
 Das Ganze knapp und prĂ€zise aufgearbeitet, gut verstĂ€ndlich und als besonderen Bonus kann man auch noch nachfragen, wenn etwas unklar ist, und bekommt sehr zeitnah Antwort! Das ist viel Leistung fĂŒrs Geld, finde ich.

Ich habe meine Mitgliedschaft jedenfalls noch keinen Moment bereut!“

Deborah sagt:

„Und warum man bei dir Mitglied werden sollte, ist ganz einfach: In einer Zeit, die von Fake News, Trump, AfD, Musk und Co. dominiert wird, in der man nicht mehr Eltern werden kann, ohne von Pseudowissenschaft bombardiert zu werden, in der es fĂŒr chronisch kranke Menschen ein undurchschaubares GestrĂŒpp an vermeintlicher Hilfe gibt, die einem letztlich nur das Geld aus der Tasche zieht und einen noch verzweifelter zurĂŒcklĂ€sst ... In dieser Zeit ist es umso wichtiger, AufklĂ€rer wie dich zu unterstĂŒtzen. Und deswegen tue ich das sehr gern. Danke fĂŒr deine Arbeit!“

Der aktuellste Artikel auf meiner Homepage:

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Im #DerApothekerClub Pro und Deluxe sogar mit persönlicher Widmung.

2025: Von Aspirin bis Zink

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2023: Die Wahrheit ĂŒber unsere Drogen (feat. Dr. Carsten Schleh)

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3. 2022: #DerApotheker fĂŒr alle FĂ€lle (gibt es wohl nicht mehr bei Autorenwelt)

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[Die Themen der einzelnen Kapitel meiner vier BĂŒcher findest du hier (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre)]

#DerApothekerInformiert: Aufs Wesentliche reduziert.

Ibuprofen

Ibuprofen ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).

Es wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzĂŒndungshemmend und kann die Thrombozytenaggregation vorĂŒbergehend etwas hemmen.

Ibuprofen reduziert Schmerzen und EntzĂŒndungen, indem es die Cyclooxygenase (vor allem COX-1 und COX-2) hemmt und dadurch weniger Prostaglandine entstehen.

Das erklÀrt die Wirkung und die Nebenwirkungen.

Prostaglandine schĂŒtzen auch die Magenschleimhaut, indem sie Magenschleim bilden und die Bildung von MagensĂ€ure reduzieren.

Durch die COX-Hemmung kann es daher zu Magenblutungen und GeschwĂŒren kommen.

Ibuprofen wird bei leichten bis mĂ€ĂŸig starken Schmerzen, zum Beispiel Kopf-, Zahn-, Regel- oder RĂŒckenschmerzen, sowie bei Fieber eingesetzt.

Es wird auch bei entzĂŒndlichen Gelenk- und Rheumaerkrankungen verwendet und kann Beschwerden bei Arthrose lindern.

Ibuprofen gibt es unter anderem als Tabletten, Kapseln, Suspension, Pulver, ZĂ€pfchen und als Gel fĂŒr die Haut.

Die Dosis fĂŒr Kinder ist gewichts- und altersabhĂ€ngig.

Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren können alle acht Stunden 400 Milligramm oral einnehmen, bei einer Tageshöchstdosis von 1200 Milligramm.

Nach einer 400-Milligramm-Tablette ist die nĂ€chste Einnahme frĂŒhestens nach sechs Stunden möglich.

Wurde Ibuprofen verordnet, betrÀgt die tÀgliche Höchstdosis bis zu 2400 Milligramm.

Diese hohen Dosen sollten nur nach Àrztlicher Anweisung eingenommen werden, weil die Nebenwirkungen hÀufiger sind.

Tabletten mit 600 und 800 Milligramm Ibuprofen sind immer verschreibungspflichtig.

Bei 600 Milligramm sind maximal vier Tabletten pro Tag möglich, mit mindestens sechs Stunden Abstand.

Bei 800 Milligramm gilt: frĂŒhestens nach acht Stunden, höchstens drei Tabletten am Tag.

Ibuprofen hat einen Ceiling-Effekt.

Eine Erhöhung der Dosis ĂŒber 400 Milligramm hinaus bietet keine zusĂ€tzliche Schmerzlinderung, kann jedoch die Nebenwirkungen verstĂ€rken.

Bei Übergewicht oder MigrĂ€ne kann eine höhere Dosis im Einzelfall dennoch sinnvoll sein, der Ceiling-Effekt bleibt aber grundsĂ€tzlich vorhanden.

Übergewicht beeinflusst, wie der Körper das Arzneimittel verarbeitet und wie das Arzneimittel wirkt.

Bei MigrĂ€ne kann die verstĂ€rkte EntzĂŒndungshemmung von 800 Milligramm Ibuprofen eine Rolle spielen, die zur Linderung der EntzĂŒndungskomponente beitrĂ€gt, die mit der MigrĂ€ne verbunden ist​.

Glaubt man ohne Übergewicht und MigrĂ€ne, dass 800 Milligramm Ibuprofen stĂ€rker gegen Schmerzen wirken, könnte das auch am Placeboeffekt liegen, da die Erwartung einer stĂ€rkeren Schmerzlinderung zu einer grĂ¶ĂŸeren EndorphinausschĂŒttung fĂŒhren könnte. 

Um den Ceiling-Effekt zu umgehen, kann Ibuprofen mit Koffein oder Paracetamol kombiniert werden.

Koffein kann die Schmerzwahrnehmung zusÀtzlich dÀmpfen, sodass Ibuprofen stÀrker wirkt als allein.

Paracetamol verstĂ€rkt die Wirkung, weil es ĂŒber andere Wege schmerzlindernd wirkt und sich die Effekte ergĂ€nzen.

Ibuprofen ist ein Racemat.

Das pharmakologisch aktive Enantiomer ist das Dexibuprofen.

200 Milligramm Dexibuprofen ist laut Studien bei Zahnschmerzen vergleichbar wirksam wie 400 Milligramm Ibuprofen.

Seit 2025 sind in Deutschland Dexibuprofen-PrĂ€parate rezeptfrei erhĂ€ltlich, werden aber erfahrungsgemĂ€ĂŸ kaum gekauft.

Ibuprofenlysinat hingegen ist ein Salz von Ibuprofen.

Es löst sich schneller, wirkt aber laut Studien nicht schneller.

Die Zeit bis zur ersten spĂŒrbaren Schmerzlinderung liegt bei beiden bei ungefĂ€hr 30 bis 40 Minuten.

Die Halbwertszeit von Ibuprofen liegt in der Regel bei etwa 1,8 bis 3,5 Stunden.

Bei lÀngerer oder sehr hÀufiger Einnahme kann Ibuprofen paradoxerweise Kopfschmerzen auslösen.

Diese Kopfschmerzen sollten nicht mit immer mehr Ibuprofen behandelt werden, weil das das Problem verstÀrken kann.

HĂ€ufige Nebenwirkungen betreffen vor allem den Magen-Darm-Trakt, zum Beispiel Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, BlĂ€hungen, Durchfall oder Verstopfung, und es kann zu kleinen Blutverlusten kommen.

Ernstere Komplikationen sind GeschwĂŒre, Blutungen oder ein Magendurchbruch, vor allem bei höheren Dosen, lĂ€ngerer Anwendung oder im höheren Alter.

Selten sind schwere allergische Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen Schock, AsthmaanfÀlle oder ein Bronchospasmus möglich.

Ebenfalls selten, aber schwerwiegend, sind schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom oder die toxische epidermale Nekrolyse.

Sehr selten werden schwere Störungen der Blutbildung beschrieben, Warnzeichen sind Fieber, Halsschmerzen, wunde Stellen im Mund oder ungewöhnliche Blutungen.

Ibuprofen kann MĂŒdigkeit oder Schwindel auslösen und das Autofahren oder das Bedienen von Maschinen beeintrĂ€chtigen, besonders mit Alkohol.

Bei Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen darf es nicht eingenommen werden.

Das gilt auch bei frĂŒheren schweren Reaktionen nach AcetylsalicylsĂ€ure oder anderen NSAR, zum Beispiel AsthmaanfĂ€llen oder Nesselsucht.

Nicht geeignet ist Ibuprofen außerdem bei aktuellen oder wiederholt aufgetretenen Magen- oder DarmgeschwĂŒren oder bei Blutungen im Magen-Darm-Trakt.

Auch bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, schwerer Herzinsuffizienz und bei starker Austrocknung, zum Beispiel durch Erbrechen oder Durchfall, darf Ibuprofen nicht eingenommen werden.

Ibuprofen darf auch nicht mit anderen NSAR kombiniert werden.

Es kann mit „BlutverdĂŒnnern“, Glucocorticoiden und bestimmten Antidepressiva wie SSRI die Blutungsneigung verstĂ€rken.

Ibuprofen kann außerdem den Blutdruck erhöhen.

Ein besonderes Risiko ist das Triple Whammy: NSAR wie Ibuprofen zusammen mit einem Diuretikum wie Hydrochlorothiazid und einem ACE-Hemmer wie Ramipril oder einem Sartan wie Candesartan erhöhen das Risiko eines akuten Nierenversagens, da der glomerulÀre Filtrationsdruck gesenkt und gleichzeitig das Blutvolumen reduziert wird.

Ibuprofen verengt das Vas afferens, das zufĂŒhrende GefĂ€ĂŸ zum Nierenglomerulus, wĂ€hrend ACE-Hemmer und Sartane das Vas efferens, das ableitende GefĂ€ĂŸ des Glomerulus, erweitern.

Diuretika verringern zusÀtzlich das zirkulierende Blutvolumen.

Wenn niedrig dosierte AcetylsalicylsÀure (ASS 100) zur Vorbeugung eines Herzinfarktes genutzt wird, kann Ibuprofen die thrombozytenaggregationshemmende Wirkung abschwÀchen.

Wer auf ASS 100 angewiesen ist, sollte darauf achten, kein Ibuprofen im Blut zu haben.

Dann gilt: höchstens eine Ibuprofen-Tablette am Tag, frĂŒhestens 30 Minuten nach und mindestens acht Stunden vor der nĂ€chsten Dosis ASS 100.

HĂ€ufig wird trotzdem empfohlen, nach ASS 100 etwa zwei Stunden zu warten.

Es gibt Hinweise, dass der Abstand nach einer magensaftresistenten ASS-100-Tablette grĂ¶ĂŸer sein sollte.

In der Schwangerschaft soll Ibuprofen im ersten und zweiten Trimenon laut Fachinformation nur gegeben werden, wenn es unbedingt notwendig ist.

Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann es beim Fetus eine Nierenfunktionsstörung verursachen, wodurch ein Oligohydramnion entstehen kann.

Im dritten Trimenon darf Ibuprofen nicht eingenommen werden.

Embryotox nennt Ibuprofen in den ersten zwei Dritteln neben Paracetamol als Schmerzmittel der Wahl, empfiehlt aber, es ab der 28. Schwangerschaftswoche nicht mehr anzuwenden.

Bei wiederholter Einnahme im letzten Drittel werden Ultraschallkontrollen empfohlen, um Ductus arteriosus und Fruchtwassermenge zu ĂŒberprĂŒfen, weil das zu schweren Komplikationen fĂŒhren kann.

In der Stillzeit ist bei kurzfristiger Anwendung meist keine Stillpause nötig, bei lĂ€ngerer Anwendung oder höheren Dosen soll ein frĂŒhes Abstillen erwogen werden.

Laut Embryotox wird Ibuprofen aus der NSAR-Gruppe in der Stillzeit bevorzugt und ist das Schmerzmittel der Wahl.

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