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My Face Hurts From Smiling

All we make is entertainment
A sad indictment of what we're good at
We're all part of the grand delusion
(Manic Street Preachers)

170/∞

Good evening, Europe!

Zunächst einmal möchte ich mich ganz herzlich für die vielen Rückmeldungen zum letzten Newsletter (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) bedanken; die Antworten, für die ausgegebenen Kaffees bei PayPal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und die neuen Bezahl-Abos (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)! Es tut sehr gut zu sehen, dass ich hier nicht in einen luftleeren Raum reinschreibe!

Wie geht es Euch? Wie waren Eure letzten Wochen so?

Ich kann ja mal kurz von meinen erzählen:

19.-21. September: Familientreffen in Bochum

Irgendwann vor 30 Jahren, als mal wieder ein Beerdigungskaffetrinken mit der traditionellen Grußformel „Schön, dass wir uns mal wieder gesehen haben; schade, dass es immer so traurige Anlässe sein müssen“ beschlossen wurde, reifte in meiner Familie die Idee, ein Familientreffen ohne traurigen Anlass zu organisieren. So gab es 1996 ein erstes Treffen in Dinslaken, bei dem die Nachfahren meiner Omi und ihrer vier Schwestern (von denen damals noch drei lebten) für ein Wochenende zusammenkamen. Weitere Treffen fanden meines Wissens erst 2010 und 2015 statt, seitdem aber (außer, wenn gerade Pandemie ist) im Zwei-Jahres-Abstand.

Für die Austragung 2025 hatte ich mich gemeldet und alle Verwandten (eine genaue Zahl kennt niemand, wir gehen aber von mehr als 200 Personen aus) nach Bochum eingeladen. In den letzten anderthalb Jahren habe ich also sehr viele E-Mails verschickt, Online-Umfragen zu Termin, Programmpunkten und ähnlichem gestartet und ausgewertet, verbindliche Anmeldungen und Geld eingesammelt, Angebote von Hotels und Gastrobetrieben eingeholt und generell recht viel organisiert

In dieser Phase durchzuckten immer wieder Erinnerungsfetzen mein Bewusstsein: Mein Großvater am Telefon mit irgendeiner Behörde; Excel-Tabellen voll mit Kegelbrüdern, Rotarischen Freunden und Konsemestern; verschiedene Großeltern, die an ihren eigenen Geburtstagen die Namen der Gratulant*innen in einer Liste notierten; mein Vater, der seine Geburtstagsfeiern minutiöser plant als die Organisatoren von Woodstock damals ihr Festival. Wir alle stehen auf den Aktenschränken von Giganten. Mein Dank gilt aber auch allen Produktions- und Herstellungsleitern, allen Aufnahmeleiter*innen und Regieassistent*innen, mit denen ich in den letzten 15 Jahren zusammengearbeitet habe und von denen ich am Modell lernen konnte, wie man sowas macht. Ich fühle mich jetzt bereit für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2036 im Ruhrgebiet!

Das Wochenende begann mit zwanglosen Abendessen in den zahlreichen Restaurants und Imbissbuden der Innenstadt. Am Samstagvormittag haben wir uns - der Familientradition entsprechend - unter Tage begeben und das Anschauungsbergwerk im Deutschen Bergbaumuseum besucht. Beim gemeinsamen Abendessen im Grünen Gaul (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) waren wir über 70 Personen, alle haben sich gut verstanden und es war eine ganz wunderbare Stimmung. Das Kind und ich hatten die Idee gehabt, unser Bochum als lebenswerte, weltoffene, urbane und überraschend grüne Großstadt zu präsentieren — und ich denke, das ist uns ganz gut gelungen. (Selbst der VfL hat an jenem Abend stilecht in Nürnberg verloren.)

Ich glaube nicht an Familie als Wert an sich. Dafür kenne ich zu viele Menschen, deren Ursprungsfamilien alles andere als harmonisch sind und die teilweise mehr als schwierige Verhältnisse zu ihren Eltern haben. Umso erfreulicher finde ich es, dass meine Familie zu solch herzlichen, wertschätzenden Treffen in der Lage ist (und hoffe einfach, dass die Binnenbeziehungen, die ich nicht jeden Tag aus nächster Nähe miterlebe, zumindest nicht allzu weit von diesen Eindrücken abweichen).

Es sind Menschen mit einer gemeinsamen Geschichte (und wenn die nur so aussieht, dass man bei einer furchtbar steifen, wiewohl alkoholreichen Geburtstagsfeier irgendeines Großonkels mal gemeinsam unter den Tischen Verstecken gespielt hat) und einem gemeinsamen Anfang. Wie unterschiedlich so Lebenswege dann verlaufen können, wie unterschiedlich die Weltanschauungen sich entwickeln können und auf wie viele Dinge man sich dann am Ende trotzdem immer wieder einigen kann, finde ich wahnsinnig spannend zu sehen. Insofern sind solche Begegnungen das absolute Gegenteil von Social Media.

Gleichzeitig gehe ich auch sehr großzügig mit meinem ganz persönlichen Familienbegriff um: Ich habe im Laufe der Jahre jede Menge Onkel und Tanten, große Schwestern und Brüder, kleine Schwestern und Brüder und Menschen mit bisher unbenannten Verwandtschaftsgraden für mich adoptiert, von denen meine Eltern nichts wissen. Meine Aufmerksamkeit mag eine endliche Ressource sein, meine Liebe und Zuneigung sind es nicht.

Das Treffen, jedenfalls, war famos; die Stimmung war hehr. Nach Mitternacht zogen noch Kleingruppen, die drei Generationen umfassten, unter dem Absingen schmutziger Lieder durchs Bochumer Bermuda3eck (ich war nicht dabei und übertreibe hier möglicherweise zum Zwecke der literarischen Darstellung, würde es aber auch niemals ausschließen), um am folgenden Morgen, wie mein Großvater es nennen würde, in eine ausgeschlafene Hose zu steigen und beim abschließenden gemeinsamen Frühstück ihre Aufwartung zu machen.

22. September: Single-Release

Ich habe es seit März 2021 immer wieder geteased: Ich habe in der Pandemie wieder angefangen, Musik zu machen und aufzunehmen. Während ich vor 20, 25 Jahren keine Angst davor hatte, im Keller meiner Eltern irgendwas aufzunehmen, notdürftig abzumischen, drei Tage später auf CD zu brennen und meinen eigenen Idolen bei sich ergebender Gelegenheit in die Hand zu drücken (Ben Folds: „Wicked melodies, the rest was shocking“), habe ich plötzlich tatsächlich so etwas wie Perfektionismus entwickelt und Ewigkeiten an den Songs gearbeitet.

Aber irgendwann muss man sich ja mal trauen und weil „Cigarettes & Sunglasses“ ein Song über die Sommer unserer Kindheit ist und ich nicht noch eine Sonnenumrundung warten wollte, bis es thematisch passt, musste der Song spätestens zum Sommerende/Herbstbeginn raus. Das war alles ein bisschen knapp und bei Apple Music ging die Single erst im Laufe des Tages online, aber jetzt kann man den Song tatsächlich bei iTunes kaufen, wo ich vor 15, 20 Jahren so viel Kohle für Musikdownloads ausgegeben habe — und auch überall sonst hören:

Apple Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Tidal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Soundcloud (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
YouTube Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Bandcamp (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Instagram (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Ich weiß natürlich, dass ich Geld dafür bezahlt habe, damit der Song jetzt überall verfügbar ist (und zwar an CDBaby (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) — ich bin bisher sehr zufrieden); ich bin mir absolut sicher, dass ich damit nie Geld verdienen werde; ich weiß, dass absolut niemand darauf gewartet hat, dass der ESC-Onkel jetzt mit über 40 Selbstverwirklichungsmusik veröffentlicht — aber es ist mir alles ziemlich egal. 1 Irgendwelche Teenager in Peru, auf den Philippinen oder in Passau könnten meinen Song jetzt theoretisch für ihren TikTok-Clip nutzen; Menschen könnten zufällig bei Apple Music darauf stoßen (unter den ca. 100.000 Songs, die jeden Tag so online gehen) und obwohl ich weiß, dass das alles inzwischen völlig banal und alltäglich ist, bockt es trotzdem ohne Ende, durch die Streamingdienste zu klicken und zu denken: Das ist meins, das hab (vom Songwriting über Aufnahme, Produktion, Mix und Mastering bis hin zum Artwork und Release) alles ich gemacht!

24. September: Lesung

Wenn ich mich schon ein kleines bisschen wie ein Circuspferd im Unterhaltungsbetrieb fühlen darf, dann doch wenigstens in so vielen Manegen, wie gerade geht: Also war ich morgens noch bei Radio KW (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) („KW“ steht für „Kreis Wesel“, wir können ja nicht alle im Neandertal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) wohnen) zu hören, um für meine Lesung in der Zechenwerkstatt in Dinslaken am Abend zu trommeln.

Das Publikum speiste sich, wie schon erwartet (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), zu weiten Teilen - aber nicht ausschließlich - aus dem Bekanntenkreis meiner Eltern, weswegen ich bei der Setlist relativ wenig Popkultur der 1990er und 2000er Jahre eingeplant (und spontan noch mehr verworfen) hatte, dafür umso mehr Lokalkolorit: Neben meiner ausufernden JWD-Reportage über das Ruhrgebiet, seine Straßenbahnen und meine Familie (deren zweiter Teil (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) online steht; der erste ist auf ewig in den Zeitschriftenarchiven der Bundesrepublik gefangen, aber die sind immer einen Besuch wert!) hatte ich mir für den Zugabenblock die Coverversion eines 15 Jahre alten Stefan-Niggemeier-Textes (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) über Michael Wendler zurechtgelegt und auch noch einmal die Geschichte erzählt, wie im Sommerloch 2008 aus einem kleinen Blogeintrag (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von mir eine Pressemitteilung der Stadt Dinslaken werden konnte (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), die bis hin zu Blog-Kommentaren von Jörg Kachelmann (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und Roger Willemsen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) eskalierte. (Es waren sehr andere Zeiten im Internet.)

Wichtiger als die Inhalte waren aber auch hier die Menschen: Es waren welche dabei, die ich seit 15 Jahren nicht gesehen hatte (gemeinsame Geschichte, gemeinsamer Anfang; s.o.), welche, die aus Paderborn oder Rees angereist waren, um mir dabei zuzuhören, wie ich Texte über Franz Josef Wagner (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), das Zollamt in Bochum-Harpen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder Navi-Apps auf dem Smartphone (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) vorlese. Und das ist doch einerseits absurd (dass sie so etwas tun und ich so etwas tue!), aber andererseits auch einfach toll!

Und dann die Menschen von der Zechenwerkstatt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) selbst: Ehrenamtliche, die sich in einem Verein engagieren, um aus einem unbeheizten Gebäude auf dem ehemaligen Zechengelände in Lohberg einen Ort der Begegnung, des Austauschs und der Kultur zu machen. (Natürlich gab es so etwas zu meiner Zeit nicht.) Sie tun das mit einer ganz tollen Mischung aus Trotz, Enthusiasmus und Stolz und ich habe mich dort sofort sehr wohl gefühlt. Dem frisch gewählten (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Bürgermeister Dinslakens möchte ich daher gleich ins Stammbuch schreiben: Immer schön subventionieren!

Nach so einer Woche hab ich exakt gar keine Lust mehr, in die Höllenkreise der sogenannten Sozialen Medien hinabzusteigen — was natürlich eine etwas knifflige Idee ist, wenn man gerade eine Single gedroppt hat und jetzt eigentlich die ganze Zeit Selbstpromotion betreiben sollte, von der man sich aber auch einigermaßen sicher ist, dass sie eh nichts bringt, weil das Produkt ja ein harmloser Popsong über Sandburgen (und schlimme Zigaretten!) ist und nicht etwa eine meinungsfreudige Abrechnung mit so kontroversen Zielen wie Jens Spahn oder der AfD, die die Leute dann fleißig klicken und teilen (aber das hatten wir ja schon alles im letzten Newsletter (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).

Das passt mir aber insofern ganz gut, als ich die nächsten Wochen über eh noch ganz gut beschäftigt bin: In weniger als zwei Monaten ist Abgabe für mein nächstes Buch!

Was hast Du veröffentlicht?

Im Blog (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) musste ich mal wieder an einer medialen Ungenauigkeit zum Eurovision Song Contest (diesmal bei „Spiegel Online“) abarbeiten.

Was hast Du gehört?

Ich hatte es im letzten Newsletter schon geschrieben: Im Herbst höre ich gerne Musik aus den Bereichen Americana und Folk. Insofern passte das release date von „Bleeds“, dem neuen, sechsten Album von Wednesday (Dead Oceans; Apple Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Amazon Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Tidal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), YouTube Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Bandcamp (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), Mitte September perfekt. Je schlimmer die USA als real existierender Ort werden (und das tun sie täglich), desto mehr weiß ich die (ohnehin ja rein fiktive) popkulturelle Simulation der USA zu schätzen. Und da gehört dieses Album sicherlich dazu.

Wenn ich sage, ein Album klingt, als hätten HAIM ein Japandroids-Coveralbum aufgenommen, ist das eines der größten Komplimente, zu denen ich in der Lage bin. Und genau das sage ich über „No Hard Feelings“, das dritte Album der kanadischen all women rock band The Beaches (AWAL; Apple Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Amazon Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Tidal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), YouTube Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)). Es ist ein Album mit klugen, lustigen Texten über Beziehungen, Männer und Parties und energetischen Songs, die einen morgens auf dem Weg zur Arbeit wach machen oder im Fitnessstudio motivieren.

Auch Nina Chuba hat gerade ein neues Album veröffentlicht (Jive; Apple Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Spotify (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Amazon Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Tidal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), YouTube Music (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Bandcamp). Wer ihr Schaffen intensiv verfolgt, kennt die meisten Songs von „Ich lieb mich, ich lieb mich nicht“ schon, wer (wie ich) das antiquierte Konzept „Album“ schätzt, bekommt hier die volle Breitseite der letzten Jahre ab. Ich bin natürlich nicht die Zielgruppe (zu alt, zu männlich, generell immer viel zu weit weg gewesen von deutschsprachigem Hiphop), aber ich freu mich trotzdem über die wahnsinnig dichten, klugen, unterhaltsamen und mitunter natürlich auch etwas allgemeingültigen (und damit reichlich Projektionsfläche für die jeweils eigenen Gefühle bietenden) Texte und den satten Sound. Keine Ahnung, wie authentisch das ist, aber ich feier’s!

Terry Gross und ihre Sendung „Fresh Air“ sind für mich das Beste, was es im Bereich Interview/Talkshow/Radio/Podcast gibt. Ich höre erst seit 19 Jahren zu, aber die Sendung feiert aktuell ihren 50. Geburtstag. Aus diesem Anlass war Terry Gross selbst zu Gast im Podcast „Talk Easy“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Sam Fragoso (die ich beide zuvor nicht kannte) — und es ist - wie nicht groß anders zu erwarten - ein großartiges Gespräch über Fragen, Interviewvorbereitungen, Trauer und das Leben an sich. Zwischendurch wird geweint und geschwiegen und dass ich so etwas aushalte und auch noch gut finde, spricht für sich!

Was hast Du gesehen?

Ich bin, was eventuell manche überraschen wird, ein großer Verehrer des Schlagersängers Patrick Lindner — nicht unbedingt seiner Musik (wobei ich seinen Vorjahreshit „Heute bleiben wir wach“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) in seiner Ü60-Party-Eskalationshaftigkeit bei gleichzeitig generischstem 2010er-Sound seltsam anrührend finde), aber von ihm als öffentliche Persona (große Empfehlung: sein Instagram-Account (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)).

Aus Anlass seines 65. Geburtstags (huch!) am vergangenen Samstag ist in der BR-Sendereihe „Lebenslinien“ ein 45-minütiger Film über Patti (wie ich ihn nenne) erschienen, den man sich in der ARD-Mediathek (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) anschauen kann. Handwerklich ist es eine etwas piefige Formatvorlagen-ARD-Dokumentation, aber das ist nicht so wichtig, denn Patti ist die ganze Zeit ein Herzchen. (Junge Menschen würden wahrscheinlich die Formulierung „eine Maus“ wählen, aber das zu schreiben, würde sich für mich nach kultureller Aneignung anfühlen.) Er erzählt von seinem gewalttätigen Vater, vom Zwangs-Outing (natürlich durch „Bild“), von seinem Leben als schwuler Schlagersänger und Vater und er strahlt die ganze Zeit so eine Positivität und Herzlichkeit aus, dass ich ihn am Liebsten die ganze Zeit knuddeln würde. Auch heute schaut er immer noch regelmäßig in dem Seniorenheim vorbei, in dem seine Mutter bis zu ihrem Tod lebte, um Kuchen mitzubringen oder gleich ein ganzes Oktoberfest (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) abzuhalten, und dann taucht auch noch Roland Kaiser, den ich ebenfalls hoch verehre, vor der Kamera auf und preist Lindner als „feinen Mensch“. Hach!

Ich sage nicht, dass man diese Doku gesehen haben muss, aber mir hat sie überraschend viel Freude bereitet! (Und das ist ja, in unserer heutigen Zeit, usw. usf.)

Was hast Du gelesen?

Jay Caspian Kang hat sich im „New Yorker“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Gedanken dazu gemacht, was es bedeutet, wenn unsere Kinder historische Ereignisse wie die Ermordung von Charlie Kirk ungefiltert und mehr oder weniger live durch Social Media miterleben. Als jemand, der den 11. September 2001 live und mehr oder weniger ungefiltert durch Richtige Medien erlebt hat, vermute ich: Das wird schon Spuren hinterlassen.

Noch mehr downer? Okay: Die „11 Freunde“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) haben gemeinsam mit Correctiv zu Mobbing, Manipulation und sexuellem Missbrauch im deutschen Jugendfußball recherchiert. Die große Titelstory des aktuellen Hefts liefert eher anekdotisches Grauen als hintergründige Daten (wie auch bei so einem Thema?), aber statt eines apokalyptischen Die-Oma-schaut-„Aktenzeichen XY … ungelöst“-und-sperrt-danach-immer-die-Wohnungstür-ab-Weltbilds kann man daraus glaub ich ganz gut mitnehmen: lieber genauer hinschauen, lieber genauer zuhören, lieber nochmal über Grenzen sprechen (und dann natürlich auch den DFB und andere Verbände in die Pflicht nehmen).

Was hast Du zum ersten Mal gemacht?

Ein Familientreffen organisiert. Fünf von fünf Sternen, gerne wieder! (Wenn auch nicht zwingend in diesem Jahrzehnt.)

Was hast Du gelernt?

Das deutsche Wort „Zwiebel“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hat (vermutlich) den gleichen Ursprung wie seine Entsprechungen im Polnischen (cebula (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), Portugiesischen (cebola (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)), Italienischen (cipola (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) und Finnischen (sipuli (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)): das Lateinische „cepa“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) bzw. das Altgriechische „κάπια“. Dass sich ein Wort so wüst über westgermanische, slawische, romanische und finno-ugrische Sprachen verteilt, kommt gar nicht mal so häufig vor.

Was hat Dir Freude bereitet?

Die letzten zwei Wochen.

Und jetzt: Musik!

https://www.youtube.com/watch?v=k5Q3AZlvPio (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wenn Dir mein Schaffen (Newsletter, Blog, Musik) Freude bereitet, leite es doch bitte an Personen weiter, zu denen es passen könnte!

Und wenn Du meine Arbeit auch finanziell unterstützen magst und kannst: Das geht per PayPal (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder als Bezahl-Abo.

Habt eine schöne Restwoche!

Always love, Luki

  1. Nicht ganz so egal ist mir, dass mindestens Spotify und Amazon Music so ganz grundsätzlich ziemlich problematisch sind. Hört den Song und all Eure Musik also gerne woanders, wenn es geht!

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