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Die Jungfrauenmaschine (1988)

Die junge Journalistin Dorothee Müller hat genug von ihrem heteronormativen Leben und den enttäuschenden Männergeschichten in Hamburg. Sie sucht nach einer neuen Sichtweise auf Liebe und Sexualität. Deswegen nimmt sie Kontakt zu einem Hormon-Forscher auf und studiert die Affen im Tierpark Hagenbeck. Als sie keine befriedigenden Antworten auf ihre Fragen erhält, verlässt sie Hamburg und reist nach San Francisco. Dort taucht sie in die sexpositive Subkultur ein und trifft eine ungarische Bohèmienne aus Uruguay, eine Expertin für sexuelle Vergnügen und einen strippenden Drag King im heißesten Lesbenclub der Stadt. Schließlich bricht Dorothee ihre eigenen moralischen und emotionalen Grenzen auf und befreit sich sexuell.

Die Jungfrauenmaschine aus dem Jahr 1988 ist ein experimentelles Werk und der zweite Spielfilm der Grande Dame des New Queer Cinema Monika Treut. In der feministischen Punk-Komödie, die an die Nouvelle Vague erinnert, spielt Ina Blum als Dorothee Müller die Hauptrolle. In weiteren Rollen sehen wir Peter Kern, Marcelo Uriona, Gad Klein, Dominique Gaspar und eine ganze Reihe interessanter Persönlichkeiten dieser Zeit, wie die Sängern Pearl Harbour, den Musikproduzenten George "Shadow" Morton, die frühe sexpositive Feministin Susannah "Susie Sexpert" Bright, den Begründer der Modern-Primitive-Bewegung Fakir Musafar und die Musikerin Mona Mur. Die Kamera übernahm Elfi Mikesch. Sie arbeitete schon oft mit Monika Treut, z.B. bei Die grausame Frau (1985), und war auch bei einigen Filmen von Rosa von Praunheim für die Bilder verantwortlich. Die Filmmusik stammt u.a. von Mona Mur und der slowenischen Industrial-Musikgruppe Laibach.

Bei seiner Veröffentlichung sorgte Die Jungfrauenmaschine wegen seiner sexuellen Darstellungen und der ungewöhnlichen künstlerischen Herangehensweise für Kontroversen. So hatte Monika Treut laut dem von ihr verfassten Vorwort zu Marcus Stigleggers Buch "Body Politics - Körperkult, Queerness und Post-Modern Primitivism" vor allem mit dem deutschen Mainstream-Feminismus der differenzfeministischen und sexualfeindlichen Fundamentalistin Alice Schwarzer zu kämpfen.

Die Jungfrauenmaschine ist ein wichtiger Beitrag zum queer-feministischen Kino und ein tolles Zeitdokument, das die Themen sexuelle Befreiung, lesbische Sexualität und Geschlechterdekonstruktion mit ästhetischen Schwarz-Weiß-Bildern und im authentischen Charme einer "Underground"-Produktion behandelt.

https://www.imdb.com/de/title/tt0095417/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Sujet Film