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Alucarda - Tochter der Finsternis (1977)

Als die fünfzehnjährige Waise Justine in einem heruntergekommenen Nonnenkonvent untergebracht wird, freundet sie sich sogleich mit der gleichaltrigen Alucarda an, die bereits seit ihrer Geburt in dem Kloster wohnt, weil sie eine Affinität zum Teufel haben soll. Die beiden Mädchen verlieben sich und entwickeln sexuelle Neigungen zueinander. Ihre Liebe ist ein Einfallstor für den großen Freimacher, die Nonnen und Priester sehen dagegen einen Fall von dämonischer Besessenheit vorliegen. Ein Exorzismus soll helfen, doch am Ende sterben alle und der Konvent brennt ab.

Der mexikanische Nunsploitation-Schocker aus dem Jahre 1977 ist ein echter Kultfilm. Juan López Moctezuma, der durch berufliche Zusammenarbeit sowie eine Freundschaft mit dem chilenischen Filmemacher, Comic-Autor und Magier Alejandro Jodorowsky verbunden und von ihm stark geprägt war, zeichnet verantwortlich für diesen Klassiker des okkulten Kinos. Moctezumas Filme inspirierten wiederum bekannte Regisseure wie Roman Polaski und Guillermo del Toro. In den Hauptrollen sehen wir Tina Romero als Alucarda und Susana Kamini als Justine sowie David Silva als Pater Lázaro und Claudio Brook in einer Doppelrolle als Dr. Mungula und buckligen Roma.

Der schräge Film basiert lose auf der Novelle "Carmilla" des Schauerliteraten Sheridan Le Fanu und weiß mit ästhetischen Bildern, einem überaus manieristischen Schauspiel, einigen tollen Effekten, einer wahrhaft blasphemischen Story sowie transgressiven Szenen und fantastischen Kulissen zu überzeugen. Justine Smith schrieb auf vaguevisages.com über das Werk: "Als Teil der vielleicht blasphemischsten und entsetzlichsten Darstellungen des Katholizismus, die je auf einer Leinwand zu sehen waren, zeigt Alucarda das Christentum als wahnsinnigen Kult in dem insbesondere Frauen sehr leicht zum Opfer werden können. Die hysterische Masse an Nonnen ist sowohl eine Darstellung historischer Ungerechtigkeiten als auch ein Symptom schmerzlicher Entfremdung." Angesichts der zahlreichen Fälle des systematischen (sexuellen) Missbrauchs von Nonnen in der katholischen Kirche, gewinnen Nunsploitation-Filme heute wieder an Relevanz. Und so sind die Rituale der Hexen und Satanisten in Alucarda - Tochter der Finsternis geprägt von Homosexualität, Gruppensex und Liebe, während die der katholischen Kirche von Folter und Mord bestimmt werden.

Alucarda - Tochter der Finsternis ist nicht nur filmgeschichtlich ein interessantes Werk, sondern durch seine Skurrilität auch heute noch sehr unterhaltsam. Ein echter Kult-Klassiker eben.

https://www.imdb.com/de/title/tt0075666/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Sujet Film