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Love lies bleeding

Düsteres Thrillerdrama über die Tochter eines Kleinstadtgangsters, die in einem Gym arbeitet und sich dort in die auf der Straße lebenden Bodybuilderin Jack verliebt. Doch das Leben in dem kleinen Wüstenkaff verleitet die beiden, sich in eine ausweglose Situation zu befördern, die mehr als nur Blut und Schweiß fordert. Das recht aufreizend und explizit gefilmte Drama lebt vor allem von den zwei Hauptdarstellerinnen (Kristen Stewart und Katy M. O’Brian), die wirklich sehr intensiv in ihren Rollen aufgehen. Obenauf gibt es zu der recht feuchtschwülen Atmosphäre noch einen bizarren Mysterie-Bonus, der zum Ende hin für große Augen sorgt.

Die Inszenierung bietet zudem noch einige wirklich schöne, kontrastreiche Bilder, einen eigenartigen Sinn fürs Absurde und eine brutale Härte, die nicht leicht zu verdauen ist. Einziges Manko: die Beziehung der zwei Frauen wird in der ersten Hälfte des Films zu sehr ausgewalzt, wodurch einige Längen entstehen.

Mich haben vor allem die aufreizenden und wunderschön eingefangenen Liebesszenen gefallen, da hier trotz der expliziten Bilder genügend Abstand geschaffen wurde, um eben nicht ins Pornographische abzudriften. Farb- und Schattengebung wirken hier wie ein leicht schäbiger und sehr schwitziger Blick in eine intime Sphäre, die sich nicht scheut, ans Licht zu treten - und dabei doch intim bleibt. Insgesamt wird die fast aalglatte Optik durch den Einsatz “schmutziger” Farben und starker Kontraste noch unterstrichen und verleiht dem Ganzen etwas Rotziges und Abgestandenes. Das Setting tut sein Übriges, um den Gesamteindruck noch zu verstärken.

Vielleicht hätte ich mir noch ein wenig mehr Familiendrama gewünscht, denn Ed Harris’ wirklich widerliche Figur ist zwar stark, kommt aber irgendwie zu kurz. Dennoch bleibt ein eindrucksvolles Werk, dessen grandios bizarres Ende nicht jedem gefallen mag. Ich fand es herrlich absurd und einnehmend schön.

Die britische Regisseurin Rose Glass hat hier eine solide Vorlage für einen starken Frauenfilm geschaffen, den man(n) gesehen haben sollte. Bitte mehr davon.

Fazit:

Ein Film über verletzbare aber letztendlich starke Frauen, der mit einigen grandiosen Überraschungen aufwartet.

3,7 von 5 schlechten Zähnen