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Billstedter Spitzen (1)

Was fehlt?

Es soll ja Menschen geben, die ihren Kaffee am liebsten zuhause trinken, in Schlabberhose und Unterhemd, womöglich Locken gewickelt und in ausgelatschten Puschen. Hat ja was: sich hinfläzen, schlechte Filme gucken, sieben Löffel Zucker in die braune Soße kippen - überhaupt! Häuslichkeit! Ist! Der! Neue! Trend!

Ooch. Trends sind doof: Kaffee trinken gehen am Feiertag in Billstedt, das wäre es doch? So richtig mit Kännchen und besahnter Torte! Ungünstig: Cafés klassischer Natur sind Mangelware zwischen Schiffbeker Weg und Möllner Landstraße. Und die großen Kaffee-Ketten haben sich nicht her verirrt, nicht mal die amerikanischen. Sowohl das eine als auch das andere Café hat zu. Punkt. Und ab und zu will ich es dann doch richtig haben; nicht aus dem Büdchen an der Ecke, nicht aus der umgebauten Tankstelle, dem Zeitschriftenladen, dem Bäckerkettenglied.

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Und jetzt? Wir zockeln im Bus gen Bergedorf, spazieren die Alte Holstenstraße nach St. Peter und Paul. Mann! Eine Etablissement neben dem nächsten, Leute sitzen draußen, manche sogar am Wasser, viel Volks lustwandelt. Dort, eine unbesetzte Freischankfläche: toller Kuchen (und Sahne ist auch dabei), sehr guter Kaffee, eine freundliche, fitte Kellnerin.

Im nächsten Leben werde ich Caféwirt in Billstedt. Ein Dutzend Kaffeesorten, bester Kuchen und – natürlich – Zeitungen. Die Massen werden kommen, auch an Feiertagen – wollen wir wetten?

Sujet HAMBURG

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