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Zwischen Fachvorträgen, Störlärm und glücklichem Wiesel

– mein ganz persönlicher Blick auf das Symposium

Wie habe ich das Symposium als hörbehinderter Mensch erlebt?

Nun, zunächst einmal sehr ehrlich: Die Räumlichkeiten waren groß. Sehr groß. Hohe Decken, viele Menschen, zahlreiche Gespräche gleichzeitig, dazu die typische Geräuschkulisse einer gut besuchten Fachveranstaltung. Akustisch betrachtet kein Ort, der speziell für Menschen mit Hörbehinderung konzipiert wurde. Die Architektur folgte erkennbar eher den Prinzipien von Funktionalität, Kapazität und Ästhetik als denen audiologischer Optimierung.

Und dennoch funktionierte erstaunlich viel erstaunlich gut.

Der vielleicht größte Unterschied zu vielen anderen Veranstaltungen bestand darin, dass hier nahezu jeder mit hörbehinderten Menschen arbeitet oder regelmäßig Kontakt zu ihnen hat. Niemand war irritiert, wenn man nachfragte. Niemand verdrehte die Augen, wenn ein Satz wiederholt werden musste. Niemand empfand es als Zumutung, etwas deutlicher oder langsamer zu sprechen.

Diese Selbstverständlichkeit ist keine Kleinigkeit.

Sie schafft einen Raum, in dem Kommunikation nicht permanent verteidigt werden muss.

Natürlich wurde es schwieriger, als sich die Veranstaltung füllte. Mehr Menschen bedeuten mehr Nebengeräusche, mehr konkurrierende Schallquellen, mehr kognitive Arbeit. Gespräche erfordern dann Konzentration. Das Gehirn sortiert, filtert, rekonstruiert und ergänzt. Doch mittlerweile komme ich auch im Störlärm recht sicher zurecht. Mit Nachfragen, ja. Mit gelegentlichen Wiederholungen ebenfalls. Aber das ist für mich vollkommen in Ordnung. Kommunikation muss nicht perfekt sein, sie muss funktionieren.

Besonders beeindruckt hat mich die technische Ausstattung der Vortragsräume. Die Säle waren mit mobilen Induktionsanlagen ausgestattet, dazu kamen zahlreiche Mikrofone, die direkt eingebunden waren. Für mich bedeutete das: keine nennenswerten Sprachverluste, kein angestrengtes Rätselraten, kein permanentes Rekonstruieren fehlender Satzfragmente.

Stattdessen konnte ich die Vorträge direkt in Hörlibert und Hörmine streamen.

Ein Satz, der für viele Menschen vermutlich unspektakulär klingt.

Für mich steckt darin jedoch ein kleines Wunder.

Während andere einfach zuhören, ermöglicht mir diese Technik überhaupt erst die gleichberechtigte Teilhabe. Sie verwandelt Distanz in Nähe, Unsicherheit in Verstehen und Lautstärke in Information.

Und so hörte ich. Viel.

Sehr viel.

Vielleicht sogar ein wenig zu viel.

Denn wer schon einmal einen ganzen Tag voller Fachvorträge, Gespräche, Begegnungen und neuer Eindrücke erlebt hat, weiß, dass Wissen nicht nur inspiriert, sondern gelegentlich auch mit einer gewissen Vehemenz auf das Gehirn einprasselt. Mein Wiesel fühlte sich zeitweise durchaus fachlich pressbetankt. Es sammelte Informationen wie andere Menschen Briefmarken und hatte erkennbar Schwierigkeiten, rechtzeitig eine innere Sortiermappe anzulegen.

Am Abend war ich entsprechend müde.

Und dennoch wollte ich keinen einzigen Moment missen.

Denn nach den Vorträgen folgte das, was solche Veranstaltungen oft erst wirklich besonders macht: die Begegnungen.

Gemeinsam saßen wir draußen im Restaurant, lachten, erzählten, diskutierten, tauschten Erfahrungen aus und ließen den Tag ausklingen. Zwischen Referierenden, Dozierenden, Organisatoren, Fachleuten und Betroffenen verschwanden die Titel irgendwann völlig. Übrig blieben Menschen.

Menschen mit Humor.

Menschen mit Herz.

Menschen, die zuhören konnten.

Ich kann mich kaum erinnern, wann ich zuletzt so herzlich und so viel gelacht habe wie an diesem Abend.

Es war einer jener seltenen Momente, in denen fachliche Expertise und menschliche Wärme eine glückliche Allianz eingehen. Eine Konstellation, die keineswegs selbstverständlich ist.

Und ja, wenn wir schon bei vollständiger Transparenz sind:

Das Essen

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