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Echt jetzt? Antifeministische Meldungen, die fast untergegangen wären.

Redaktion free.fem.minds MAGAZIN

Die weltweiten Meldungen überschlagen sich. Katastrophen, Kriege, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen passieren inzwischen täglich vielfach. Vieles geht unter. Zeit, die wichtigsten antifeministischen Nachrichten der letzten Wochen noch einmal aus dem News-Pool zu fischen.

Trägerwechsel gefährdet die Versorgung von Frauen in Flensburg.

In Flensburg spielt sich ein Krimi ab. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung von Schwangerschaftsabbrüchen. Zum 1. März 2026 wechselt das örtliche Krankenhaus den Träger. Künftig wird das Diako-Krankenhaus unter der Trägerschaft der katholischen Malteser geführt. Die neue Ausrichtung stellte das Angebot von Schwangerschaftabbrüchen zur Diskussion. Nach der Meldung über eine Einstellung der Versorgung bei Nicht-Notfällen hagelte es Kritik, etwa seitens Pro Familia. Auch die Politik schaltete sich ein und rügte die Haltung des neuen Trägers, Abbrüche zu verweigern, die keinen medizinischen Notfall darstellen. Ein Vertrag aus dem Jahr 1997 bringt jetzt neu Bewegung in die Debatte um Schwangerschaftsabbrüche am Klinikstandort. Mit dem Vertrag verpflichtete sich die Diako, als sie die städtische Frauenklinik übernahm, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen. Diese städtische Versorgung könne so nun nicht zurückgenommen werden, wurde zuletzt im Sozialausschuss des Landtags diskutiert. Aktuell prüfen Anwält:innen, ob das geplante Verbot zulässig ist.

Bundeswehr-Meldungen:
Sexismus und Gewalt gegen Frauen.

Fallschirmjäger der Bundeswehrkaserne Zweibrücken in Rheinland-Pfalz kursieren stehen unter dem Verdacht von sexualisierten Übergriffen auf Frauen und Mobbing, dazu geht es um Rechtsextremismus und Drogenmissbrauch. Insider berichteten etwa von Vergewaltigungs-Drohungen und Frauenhass. Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft führten inzwischen zu neun sofortigen Entlassungen. Insgesamt wurde gegen 55 Beschuldigte ermittelt. Die Bundeswehr verfügt über eine Meldestelle zur Aufklärung von sexualisierter Gewalt. Die Botschaft auf der Seite der Meldestelle: Betroffene von Vorfällen sexualisierter Gewalt müssen geschützt und unterstützt werden, Täterinnen und Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden. Eigenen Angaben der Bundeswehr zur Folge läuft aktuell eine Studie, die das Dunkelfeld u.a zu sexualisierter Gewalt in der Truppe aufklären soll.

Inobhutnahmen auf Rekordniveau.

Die Headlines zum Thema betonen die personell massiv überlasteten Jugendämter infolge der stark gestiegenen Zahl der Kindeswohlgefährdungen. Jugendämter meldeten für 2024 rund 72 800 Kindeswohlgefährdungen. Die Behörden prüften hierzu fast 239.400 Verdachtsmeldungen. (Statistisches Bundesamt) Was im Kontext wenig bis gar keine Erwähnung fand: Jugendämter sind auch dann involviert, wenn Paare sich bei Gewalt trennen. Gewaltbetroffene Frauen versuchen, ihre Kinder vor Folgegewalt der Täter zu schützen. Trotz Gewaltschutzgesetzen argumentieren Jugendämter hier pro Umgang und sehen sich als Vermittler zwischen den Eltern. Danach passiert das Unglaubliche. Die Mutter, die Schutz fordert, wird zur Kindeswohlgefährdung erklärt. Die Begründung: ein Kind hat das Recht auf beide Eltern. Auch bei Gewalt. Auch in diesen Fällen erfolgten 2025 Inobhutnahmen der Kinder oder es wurden Verdachtsfälle überprüft.

Weiter Abschiebungen in den Iran.

Während Protestestierende im Iran für ihre Freiheit und die Freiheit der Frauen zu Zehntausenden auf den Straßen sterben, schiebt Deutschland weiter in das Land ab. Zwar haben einzelne Bundesländer wie NRW, das Saarland oder auch Brandenburg Abschiebestopps für wenige Monate erlassen, doch das Bundesinnenmisterium lehnt die bundesweite Aussetzung von Abschiebungen in den Iran grundsätzlich ab. Menschenrechtsorganisationen fordern einen Stopp der Abschiebungen angesichts der Massaker und Repressalien auf Demonstrierende und sogar auf medizinische Kräfte, die Verletzte im Land versorgen. Auch die USA haben zuletzt Abschiebungen in den Iran durchgeführt, während zuvor der Eindruck vermittelte wurde, das Land stehe politisch hinter der Freiheitsbewegung der Menschen im Iran.

USA verlassen UN-Frauenrechtsorganisationen

Keine überraschende Meldung, doch mit fatalen Folgen für die Geschlechtergerechtigkeit weltweit. Die USA meldeten zum Jahresbeginn, sich aus zahlreichen Internationalen Organisationen, darunter UN-Frauenrechtsorganisationen zurückzuziehen. Internationale Projekte zur Stärkung der Teilhabe von Frauen und im Kampf gegen sexuelle Gewalt sind nach den Streichungen der Finanzierung nun weltweit in Gefahr.

Sujet Stimme gegen Gewalt

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