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Silvester mit Hund

Sicher und entspannt durch die lauteste Nacht des Jahres

Von Isabel Scheu (ausgebildete Hundetrainerin und Inhaberin der Hundeschule Pfotenliebe Stuttgart (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

Während viele Menschen den Jahreswechsel mit Feuerwerk, Musik und Feiern begrüßen, ist Silvester für zahlreiche Hunde eine der belastendsten Zeiten des Jahres. Laute Knallgeräusche, grelle Lichtblitze und ungewohnte Gerüche lösen bei vielen Vierbeinern Angst, Stress oder sogar Panik aus. Mit der richtigen Vorbereitung und einem ruhigen, besonnenen Umgang lässt sich der Jahreswechsel jedoch deutlich entspannter gestalten – für Mensch und Hund gleichermaßen.

Frühzeitig vorbereiten: Stress beginnt oft schon vor Silvester

Für viele Hunde beginnt der Stress nicht erst am 31. Dezember. Bereits Tage vorher werden vereinzelt Böller gezündet. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Vorsorge zu treffen. Feste Tagesabläufe, gewohnte Spazierzeiten und ruhige Beschäftigungen vermitteln Sicherheit. Ein strukturierter Alltag hilft dem Hund, in dieser unruhigen Zeit Stabilität zu bewahren.

Schon im Vorfeld sollte ein geeigneter Rückzugsort eingerichtet werden – idealerweise ein ruhiger Raum, der nicht zur Straße liegt. Dort kann sich der Hund zurückziehen, sobald es draußen lauter wird.

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Sicher unterwegs: Spaziergänge anpassen und Risiken vermeiden

Am Silvestertag selbst sollten Spaziergänge möglichst früh stattfinden. Sobald erste Knallgeräusche zu hören sind, gilt eine klare Regel: Der Hund bleibt angeleint. Selbst sonst sehr zuverlässige Hunde können durch plötzliche Geräusche erschrecken und unkontrolliert fliehen.

Ein gut sitzendes Brustgeschirr, eine stabile Leine und – bei ängstlichen Hunden – eine doppelte Sicherung mit Halsband erhöhen die Sicherheit. Auf Freilauf sollte rund um Silvester vollständig verzichtet werden, auch in vermeintlich ruhigen Gebieten.

Ein sicherer Rückzugsort: Schutz vor Lärm und Licht

Ein vorbereiteter Rückzugsort ist für viele Hunde die wichtigste Hilfe an Silvester. Ob Körbchen, Hundebox oder eine gemütliche Ecke – entscheidend ist, dass dieser Platz ruhig, geschützt und vertraut ist. Gedämpftes Licht, geschlossene Vorhänge und leise Musik oder ein laufender Fernseher können helfen, Knallgeräusche und Lichtblitze abzumildern.

Wichtig ist, dass der Hund diesen Ort freiwillig aufsuchen kann. Er sollte dort weder gestört noch herausgeholt werden, wenn er Ruhe sucht.

Richtiges Verhalten während der Böllerzeit

In der Silvesternacht orientiert sich der Hund stark am Verhalten seiner Bezugsperson. Ruhe und Gelassenheit wirken beruhigend. Übermäßiges Trösten kann die Angst ungewollt verstärken, völliges Ignorieren hingegen Verunsicherung auslösen. Ein ruhiger, normaler Umgang ist daher der beste Weg.

Sucht der Hund Nähe, sollte diese zugelassen werden. Beschäftigungen wie Kauen oder Schlecken können zusätzlich entspannend wirken. Wichtig ist, den Hund nicht zu etwas zu zwingen – weder zum Spielen noch zum Kontakt mit Gästen.

Wohnung sichern: Fenster, Türen und Außenbereiche

Während des Feuerwerks sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben. Vorhänge oder Rollläden helfen, Lichtreize zu reduzieren. Balkone und Gärten sind in dieser Zeit tabu – selbst gut gesicherte Hunde können in Panik versuchen zu fliehen oder sich verletzen.

Auch das Verlassen der Wohnung während der Knallerei sollte vermieden werden. Der Hund bleibt am sichersten in seiner gewohnten Umgebung.

Hilfsmittel und Unterstützung bei starker Angst

Viele Hunde profitieren an Silvester von unterstützenden Maßnahmen. Dazu gehören beruhigende Musik, spezielle Anti-Stress-Westen, Pheromonprodukte oder Kauartikel. Bei stark ausgeprägter Angst kann auch eine frühzeitige Beratung beim Tierarzt sinnvoll sein. Dieser kann einschätzen, ob pflanzliche Präparate oder – in schweren Fällen – Medikamente helfen können.

Wichtig ist, niemals eigenständig Medikamente zu verabreichen. Nicht jedes Mittel wirkt angstlösend – manche unterdrücken lediglich die Bewegung, während der Hund weiterhin starke Angst empfindet.

Der Neujahrstag: Vorsicht auch nach dem Jahreswechsel

Auch am 1. Januar ist noch Vorsicht geboten. Nicht gezündete Böllerreste, vereinzelt nachträgliches Feuerwerk und ungewohnte Gerüche können Hunde weiterhin verunsichern. Spaziergänge sollten zunächst an der Leine erfolgen, bis sich die Situation wieder beruhigt hat.

Geduld, ruhige Abläufe und positive Erfahrungen helfen dem Hund, langsam wieder in den Alltag zurückzufinden.

Fazit: Mit Vorbereitung und Ruhe sicher durch Silvester

Silvester stellt für viele Hunde eine große Herausforderung dar, muss jedoch kein traumatisches Erlebnis sein. Mit rechtzeitiger Vorbereitung, angepassten Spaziergängen, einem sicheren Rückzugsort und einem ruhigen Umgang lassen sich Angst und Stress deutlich reduzieren. Wer die Bedürfnisse seines Hundes ernst nimmt und vorausschauend handelt, sorgt dafür, dass der Jahreswechsel für alle Beteiligten so entspannt wie möglich verläuft.

Geschichten-Karte

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