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#67 Das Leben geht weiter

Gofigramm

Der Fluss Hunte bei Oldenburg. Ein Kahn fährt im Sonnenuntergang darauf entlang. Im Hintergrund erkennt man die Skyline der Stadt.

Mich haben in der letzten Woche viele Nachrichten von Euch erreicht, in denen Ihr mir Euer Beileid zum Tod meines Vaters ausgesprochen und mir Trost gewünscht habt. Manche haben mir mehrere Sätze geschrieben, andere haben durch eine Geste ihr Mitgefühl ausgedrückt. Jemand hat mir sogar eine Karte geschickt. Ganz herzlichen Dank für Eure Anteilnahme! Das hat mich sehr bewegt. 

Es ist merkwürdig. Wenn große Ereignisse geschehen, geht das Leben oft dennoch ganz normal weiter. Ein Mensch geht. Ein Erfolg wird errungen. Ein Lebensabschnitt wird abgeschlossen. Diese Ereignisse sind Zäsuren, an die wir uns später erinnern werden. Damals, als Werder Meister wurde, als Opa starb, als ich mein Studium abschloss, als wir uns verlobten, als ich krank wurde. Und natürlich verändern sie auch etwas in unserer Wahrnehmung, unserer Art, zu leben, und wie wir auf die Zukunft blicken. 

Und dennoch. Draußen, vor dem Fenster, geht die Sonne auf, Vögel bauen ihre Nester, Menschen gehen zur Arbeit, eine Straßenbahn rasselt vorbei. Als wäre nichts geschehen. Und so ist es ja auch. Oder vielmehr: Es passiert ständig irgendetwas, und zwar so viel, dass meine kleinen Ereignisse nur ein Teil des großen Stroms sind. Wenn wir hineinzoomen, erkennen wir einzelne individuelle Ereignisse. Von weiter weg betrachtet aber, ist das Leben einfach das Leben.

Da stellt sich die Frage, wie wichtig das überhaupt ist, was ich erlebe und was mit mir geschieht. Ich habe mich irgendwann gefragt, warum ich mich so sehr darüber freuen soll, dass meine Fußballmannschaft einen Pokal erringt, wenn schon in wenigen Wochen alles wieder von vorn beginnt und die nächste Niederlage sich so anfühlt, als würde die Welt untergehen.

Sicher, es ist nur Fußball. Aber ist es mit anderen Dingen nicht auch so? Vielleicht kennst Du das Gefühl, Dich Monate auf eine Prüfung vorbereitet zu haben. Dann hast Du sie bestanden. Und nachdem die Euphorie abgeklungen ist, folgt der Kater: Und jetzt? Was kommt jetzt? Die nächste Herausforderung.

Vielleicht hilft es manchmal, bewusst aus unserem persönlichen Ergehen herauszuzoomen und uns als Teil eines großen Ganzen zu verstehen. Vor längerer Zeit schon habe ich in einem Buch des Theologen Leonardo Boff gelesen, dass es gute Gründe dafür gibt, den gesamten Planeten Erde als einen großen Organismus zu begreifen, der von kleineren Lebewesen bewohnt wird und deren Leben mit seinem Leben unmittelbar zusammenhängen. Das ist vergleichbar mit unserem Körper, in dem unzählige winzig kleine Lebensformen entstehen, wohnen und sterben. Täglich. 

Nein, ich möchte mich nicht mit einer Darmbakterie vergleichen. Aber ich wäre gerne Teil von etwas Größerem, das fortbesteht, wenn ich gegangen bin. Und das Schöne ist: Das bin ich bereits, Teil der Erde, Mitglied einer großen Gemeinschaft.

In den vergangenen Tagen habe ich seit Längerem mal wieder Liedtexte geschrieben. Mein Freund Martin Denzin ist Musiker und wird im Juni mit mir gemeinsam auf Tour gehen, um Ausschnitte aus meinem neuen Roman WUT. LIEBE. FILMRISS. vorzulesen und dazu eigene Songs zu spielen. Diese Lieder geben Szenen wider oder Konflikte und Gedanken der Protagonist*innen. Einer der Texte passt gut zu obigen Gedanken. Es ist mir wichtig zu betonen, dass er keine Botschaft enthält, sondern die Gedanken eines Charakters wiedergibt. Aber auch die können ja hilfreich sein.

Der große Strom

Du hast kapiert 
Dass das Leben endlich ist
Darum liebst du jeden Augenblick 

Und du nimmst mit
Was auch immer dir geschieht 
Weil es alles Teil des Lebens ist

Du weißt 
Irgendwann ist Schluss 
Wann und wie weiß keiner so genau
Bis dann
Halten wir nicht an
Der große Strom trägt jeden weit hinaus

Der große Fluss
Zieht gemächlich weit ins Meer
Und die Angst wiegt plötzlich nicht mehr schwer

Und ziehst du mit
Ist die Einsamkeit vorbei
Weil wir alle Teil des Zuges sind

Du weißt 
Irgendwann ist Schluss 
Wann und wie weiß keiner so genau
Bis dann
Halten wir nicht an
Der große Strom trägt jeden weit hinaus

Ich wünsche Dir eine tolle Woche. Bis nächsten Montag!

Dein Gofi

Danke für Dein Interesse! Ich bin Gofi, Künstler, lebe in Marburg und engagiere mich für den Erhalt von Kunst, Kreativität, Gemeinschaft und einer menschenfreundlichen Spiritualität. Das GOFIZINE veröffentliche ich bewusst kostenlos für alle, weil ich möchte, dass jede/r Zugang zu guten Inhalten hat, unabhängig von Einkommen und finanziellen Möglichkeiten. Wenn Du mir bei meiner Arbeit helfen möchtest, bin ich Dir sehr dankbar.

Podcast

Hossa Talk #279 Mythen in der Bibel (m. Martin Thoms) 

Von der Schöpfungserzählung bis Hiob und dem Turmbau zu Babel 

„Die Schöpfung ist nicht binär. Es gab keinen Sündenfall. Gott schickte nie eine Flut. Und die Sprachverwirrung beim Turmbau war keine Strafe, sondern eine Befreiung.“ Äh, warte mal, was?! Diese Thesen vertritt der Gast der aktuellen Folge Martin Thoms in seinem neuen Buch über die biblische Urgeschichte. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Nach den faszinierenden Talks über das Kreuz, zur Allversöhnung und dem kosmischen Christus nimmt Martin die drei Hossa Talker diesmal mit hinein in seine Gedanken und exegetischen Tiefenbohrungen zu den ersten Kapiteln der Bibel. Und wie die Zitate am Anfang zeigen – es gibt eine ganze Menge zu besprechen und zu diskutieren.

Im Gespräch mit Jay, Marco und Gofi geht es um den Begriff des Mythos und was diese Art der Überlieferung für unser Verständnis von Wahrheit bedeutet. Von der Schöpfungserzählung und dem Menschen im Garten Eden über den sogenannten Sündenfall und den ersten Mord bis zur Sintfluterzählung und dem Turmbau zu Babel geht der theologische Streifzug durch die Texte. Und sogar bei Hiob wird kurz vorbeigeschaut in Martins Ausführungen. Fundiert, faszinierend und voller Freiheitsmomente. 

Das Logo des GOFIZINEs

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News

Poetry Talk in Marburg

Marco Michalzik und ich treten am 26. März im UND Projektladen zu einem Poetry Talk auf. Steinweg 26. Einlass 19:30h, Beginn 20h. Eintritt frei. Um eine Spende wird gebeten.

Sei bei der HossaCon dabei!

Die Hossa-Community kommt zusammen. Dieses Mal aber nicht regional begrenzt, sondern es sind ALLE herzlich eingeladen. Sei mit dabei, wenn wir uns zum ersten Mal in unserer Geschichte zu einem großen Hossa Get Together versammeln.

Wir wollen Euch sehen, Euch in den Arm nehmen, mit Euch reden und diskutieren, gemeinsam nachdenken, am Lagerfeuer sitzen, Gottesdienst feiern, Kunst genießen und voneinander lernen.

Die HOSSA CON findet statt vom 27.-29. März 2026 in der EC Tagungsstätte Altenau. Was genau Dich an diesem Wochenende erwarten wird, erfährst Du von uns in den nächsten Wochen.

Save the date. Wir freuen uns auf Dich!

Du kannst Dich direkt auf der Seite der EC Tagungsstätte anmelden.

https://www.ec-altenau.de/veranstaltungen/veranstaltungen-details/veranstaltungen_3 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
  • Ab 25 Jahre: 199 €

  • 14-25 Jahre: 169 €

  • 6-13 Jahre: 99 €

  • 1-5 Jahre: 69 €

  • Unter 1 Jahr: frei

  • Übernachtung im Mehrbettzimmer

  • Vollverpflegung in Buffetform

  • Teilnahme an allen Veranstaltungen

  • Kurtaxe

  • Bettwäsche bitte selbst mitbringen, kann vor Ort gegen Gebühr geliehen werden

Ich gehe endlich mal wieder vorlesen. Mein Roman wird frühestens im Sommer beim Verlag ruach.jetzt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erscheinen. Aber Du kannst Dir schon vorher Passagen daraus von mir gelesen anhören. Folgende Termine stehen bereits fest:

  1. April - Stadtbibliothek Bremen Bremen Huchting

  2. April - Bremen (privat)

  3. April - Lemgo, Galerie Aussergewöhnlich 2.0

  4. April - Bremen (privat)

  5. April - Bad Segeberg (privat)

  6. April - Schleswig, EFG Schleswig

Genauere Informationen findest Du auf meiner Webseite. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Die Griechenlandreise findet bald statt. Es gibt noch einige wenige Plätze!

Vom 17.-24. Mai werden wir den Spuren von Saulus von Tarsos a. k. a. Paulus in Griechenland folgen. Er lebte zu einer Zeit, in der sich umwälzende Veränderungen bereits abzeichneten. Davon ging er ganz fest aus, dass noch zu seinen Lebzeiten Ereignisse stattfinden würden, die die ganze Welt erschüttern würden. Angetrieben von seinem Glauben an Jesus, brach er deshalb in die Welt auf, um Gemeinschaften zu gründen, die sich darauf vorbereiten und die Lehre von Jesus in ihr gemeinschaftliches Leben implementieren sollten.

Unsere Reise wird uns an die Orte führen, an denen Paulus europäischen Boden betrat.

Einen Einblick in das Programm erhältst Du hier: Programm_Die_Griechenlandreise (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) 

Mehr Informationen zu Chavaja – Bildungs- und Begegnungsreisen erfahrt Ihr hier: https://www.chavaja.de/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Falls Du dabei sein möchtest, dann melde Dich schnell an. Es gibt nur noch wenige Plätze.

Danke für Dein Interesse! Wenn Du mir bei meiner Arbeit helfen möchtest, kannst Du das zum Beispiel hier.

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