Passer au contenu principal

Von queerer Power in Europa

Liebe Leser:innen,

die Gleichzeitigkeit von trotzig-fröhlicher Solidarität und Angst an jenem knallsonnigen Juli-Tag in Budapest 2019 werde ich nie vergessen: Zehntausende Menschen, wummernde Musik, Tanz, alles bunt auf dem Heldenplatz mitten in der Stadt. Wenn man denn erstmal da war. In vier, fünf Reihen versperrte die Polizei in schwerer Montur alle Zugänge von der U-Bahn auf den Platz. Ausweis? Woher kommst du? Wohin willst du? Kontrolle mit scharfem Ton, aber auch Schutz. Denn als sich die Pride in Bewegung setzt durch die Innenstadt, sind da immer wieder abgesperrte Seitenstraßen, wieder drei, vier Reihen Polizei, dahinter die Gegendemo von ganz rechts, brüllend mit wutverzerrten Gesichtern, bereit zur Gewalt.

Sechs Jahre später ist die Pride in Budapest verboten. Sie findet 2025 trotzdem statt, nach Veranstalter:innenangaben mit etwa 200.000 Menschen. Eine machtvolle Demonstration gegen das autoritäre Regime.

Das macht Mut, oder? Überall in Europa gibt es zunehmend Angriffe auf queeres Leben, gerade im Osten des Kontinents. Aber gerade von da kommt auch Widerstand. Ich finde: Dieser Widerstand verdient Unterstützung, in Osteuropa und genauso bei uns. Denn auch wenn nach der Ipsos Pride Studie 2025 sich gut drei Viertel der Deutschen dafür aussprechen, queere und trans Personen vor Diskriminierung zu schützen und die rechtliche Gleichstellung befürworten, verschärft sich das Klima spürbar.

Ich werde zu einigen Prides hingehen, gerade die kleineren Städte und Gemeinden brauchen Unterstützung, haben mir Gesprächspartner:innen aus der Community schon häufiger bei Recherchen gesagt. Schon vor dem großen Pride-Monat Juni geht es im April los mit Angermünde, Schönebeck, Schwedt und vielen mehr. Eine Übersicht findet ihr hier.

Ein sonniges Wochenende wünscht,

eure Anja

Aus dem Magazin
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Pride ohne Angst

Ihr Leben ist geprägt von Anfeindungen, Aggressionen, Hass. Schmierereien auf Hauswänden, Beleidigungen auf der Straße, Kund:innen, die im Supermarkt über „abnormale Menschen” tuscheln. Die queere Community in Osteuropa wird angefeindet wie schon lange nicht mehr, besonders in Rumänien. Die ILGA-Regenbogen-Karte 2025, die jedes Jahr die rechtliche Gleichstellung von Menschen in Europa dokumentiert, ist im Osten der EU orange und rot eingefärbt – Gleichstellung zunehmend gefährdet.

Doch die Community wehrt sich mit Protesten, Kampagnen, Rechtsklagen. Bringt doch eh nichts? Von wegen. Die Reportage von Astrid Benölken und Tobias Zuttmann über Rumänien und andere Länder Osteuropas erzählt von einem Engagement, das Mut macht – und verdammt viel erreicht hat.

👉 In diesem Artikel erfahrt ihr:

  • Wie sich Osteuropa vom Vorreiter für queere Rechte zum LGBTQI-Sorgenkind entwickelt hat

  • Wie die „LGBTIQ-freien Zonen“, die seit 2019 in Polen entstanden, auch aufgrund von Protesten und Förderkürzungen der EU 2025 wieder aufgelöst wurden 

  • Wie eine Klage queerer Vorkämpfer:innen die gleichgeschlechtliche Partnerschaft in Rumänien durchdrückte

Wochenrückblick

Sieben Tage, sieben Good News

Hier sind unsere Nachrichten für realistische Optimist:innen: Die sieben besten Good News der Woche aus unserer Redaktion:

  • 🛴 Berlin will abgestellte E-Scooter auf Gehwegen verbieten: Berlin ordnet das Abstellen von E-Rollern neu. Bis 2035 sollen schrittweise etwa 3.000 Abstellplätze entstehen, an denen Nutzer:innen die Fahrzeuge abholen und zurückgeben können. Das befreit Gehwege von Stolperfallen. Quelle: RBB24 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • 🐦‍⬛ Vögel beobachten könnte das Gehirn fit halten: Wer regelmäßig Vögel beobachtet, trainiert womöglich auch sein Gehirn. Eine Studie zeigt: Erfahrene Vogelbeobachter:innen erkennen Arten schneller und ihr Gehirn weist Hinweise auf stärkere neuronale Verbindungen und mehr Neuroplastizität auf. Quelle: DEUTSCHLANDFUNK NOVA (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • 🧪 35 Millionen Euro für besonders innovative Forschung: Mit insgesamt 35 Millionen Euro fördert der Wissenschaftsfonds FWF in Österreich sechs neue Forschungsprojekte im Programm „Emerging Fields“. Die Vorhaben reichen von Krebsforschung über Umweltwissenschaften bis zu Kunst und Design und sollen besonders innovative, risikoreiche Ideen ermöglichen. Quelle: SCIENCE ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • 🇿🇼 Simbabwe führt neue HIV-Präventionsspritze ein: Simbabwe gehört zu den ersten Ländern weltweit, die das langwirksame HIV-Präventionsmedikament Lenacapavir einsetzen. Die Spritze muss nur zweimal im Jahr gegeben werden und soll zunächst mehr als 46.000 besonders gefährdete Menschen schützen. Auch Kenia bereitet bereits die Einführung vor. Quelle: DEUTSCHE WELLE (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • 🛵 Hanoi plant Verbrenner-Aus für Mopeds: Hanoi will ab Juli Verbrenner-Mopeds aus dem Stadtzentrum verbannen und nur noch E-Roller zulassen. Mit dem Schritt will Vietnams Hauptstadt die massive Luftverschmutzung bekämpfen, die jedes Jahr tausende vorzeitige Todesfälle verursacht. Quelle: WATSON (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • ​​👩‍⚕️ Endometriose wird häufiger erkannt: Laut Barmer-Arztreport stieg die Zahl der Betroffenen in Deutschland von rund 230.000 im Jahr 2005 auf über 510.000 im Jahr 2024. Fachleute führen den Anstieg vor allem auf ein größeres Bewusstsein und bessere Diagnosen zurück. Quelle: ZDF HEUTE (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

  • 💗 Beuteltiere nach 6000 Jahren wiederentdeckt: In den Regenwäldern der Vogelkop-Halbinsel in Neuguinea haben Forschende zwei Beuteltierarten entdeckt, die lange als ausgestorben galten. Die Tiere waren bislang nur aus Fossilien bekannt, nun konnten erstmals wieder lebende Exemplare nachgewiesen werden. Quelle: SPIEGEL ONLINE (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

👉 Mehr Good News entdecken: Jeden Tag suchen wir die sechs besten Nachrichten für euch in unserer Good News App (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und im Newsletter (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

ANZEIGE
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
In eigener Sache

Liebe Good Impact Leser:innen,

während ihr euch bald auf die Ostereiersuche macht, sind wir das ganze Jahr auf einer anderen Mission: Wir suchen Lösungen. Jeden Tag. Wir haben das Gefühl, dass der Hunger nach Optimismus aktuell wieder größer wird. Noch nie haben so viele Menschen unsere Good News gelesen und uns unterstützt wie in den letzten beiden Monaten. Um diese Kraft zu bündeln, startet heute Nachmittag unsere Osterkampagne (und ihr erfahrt es ein paar Stunden früher!). Wir wollen diese drei Ziele bis Ende März gemeinsam mit euch erreichen:

Seid ihr dabei, mit uns den Frühling des Optimismus einzuläuten?

Eure Osterhasen auf der Suche nach Lösungen und Optimismus,

Simon, Selina, Juliane, Bianca, Marie, Anja, Sophie & Nina

Sujet Gute Ideen

0 commentaire

Vous voulez être le·la premier·ère à écrire un commentaire ?
Devenez membre de Good Impact et lancez la conversation.
Adhérer