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Hormone und Umwelt

4 Kinder, 3 Jungs und ein Mädchen, liegen auf dem Gras. Die Köpfe bilden einen Stern, die Kinder lachen.
Kinder sind besonders empfindlich für Gesundheitsschäden durch chemische Stoffe Bild: ©Sonya Etchison/Fotolia

In vielen Produkten, die wir täglich benutzen, befinden sich Stoffe, die in der Lage sind, das Hormonsystem zu beeinflussen. Diese Stoffe werden als Endokrine Disruptoren bezeichnet, kurz EDCs.

Menschen können auf unterschiedlichen Wegen mit EDCs in Kontakt kommen, zum Beispiel durch Plastikprodukte, durch Pestizide oder durch verschiedene Verbraucherprodukte. Dazu gehören auch Kosmetika und Medikamente.

Eine mögliche Belastungsquelle ist ein bestimmter UV-Filter, der in manchen Sonnenschutzmitteln vorkommt: DHHB (Diethylaminohydroxybenzoylhexylbenzoat). Allerdings ist nicht der UV-Filter selbst das Problem, sondern ein Stoff, der als Verunreinigung bei seiner Herstellung entstehen kann: DnHexP. Dieser Weichmacher ist seit 2019 verboten. Das Umweltbundesamt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) meldet, dass in fast allen Urinproben der untersuchten Kinder und Jugendliche in Deutschland ein Abbauprodukt dieses Weichmachers gefunden wurde.

Dem Thema EDC widmet sich ein Beitrag in unserem neuen Heft. Es ist seit einigen Tagen erhältlich und Sie können es auch online lesen.

Unser Newsletter widmet sich heute der Frage, wie sich Umweltfaktoren auf Hormone auswirken können.

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Sonnenschutzmittel können eine Quelle für EDCs sein

Bei 92 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen in Deutschland wurde MnHexP in Urinproben nachgewiesen, ein Abbauprodukt des seit 2019 verbotenen Weichmachers DnHexP, der als fortpflanzungsschädigend gilt. Bereits 2024 war MnHexP in Urinproben von Erwachsenen nachgewiesen worden. Nachuntersuchungen von älteren Proben belegen, dass die Belastung mit diesem Weichmacher seit Jahren steigt. Die Behörden (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) nehmen an, dass die Hauptquelle Sonnencremes (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und andere Kosmetikprodukte sind und dass der verbotene Weichmacher durch Fehler oder Verunreinigungen im Herstellungsprozess in manche Sonnencremes gelangt. Ein bewusster Umgang mit Sonnenschutzmitteln ist empfehlenswert. Die EU plant Verordnungen, die zu einer Reduktion der DnHexP-Belastung führen sollen.

Aus unserem aktuellen Heft, frei lesbar: Verbotene Weichmacher in Sonnencremes (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Gesundheitsschädliche Wirkung vor allem für Kinder

Endokrine Disruptoren (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (EDC) sind allgegenwärtig, sie finden sich beispielsweise in Kinder­geschirr, Kleidung, Decken oder Spielzeug. Sie interagieren mit den Hormonsystemen, teilweise sogar irreversibel. Zu ihnen gehört auch die Stoffgruppe der PFAS (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), als Ewigkeitschemikalien bekannt, sowie Weichmacher, bromhaltige Flammschutzmittel und weitere Substanzklassen. Besonders gefährdet für gesundheitsschädliche Wirkungen sind Babys und Kleinkinder (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), da die Schutzfunktion ihrer Haut und Schleimhäute noch nicht vollständig entwickelt ist. Zudem nehmen sie Gegenstände häufig in den Mund.

Aus Heft 02/2026, frei lesbar: Warum sind Endokrine Disruptoren schädlich? (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Problematische Tropfen gegen trockene Augen

Tränenersatzmittel helfen gegen trockene Augen. Mit Evotears® bietet der Pharmahersteller Ursapharm ein wasserfreies Mittel an. Der Anbieter preist als Vorteil an, dass dadurch keine Konservierungsmittel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), die das Auge reizen können, notwendig seien. Das klingt erst einmal gut. Wenn man allerdings genauer hinschaut, gibt es ein erhebliches Problem: Evotears® enthält stattdessen nämlich Perfluorhexyloktan. Der Stoff gehört zu den PFAS. Studien an größeren Bevölkerungsgruppen weisen darauf hin, dass bestimmte PFAS unter anderem die Leber, das Hormon- und Immunsystem schädigen und den Fettstoffwechsel stören.

Aus Heft 02/2024: Tränenersatz mit Ewigkeitschemikalie (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (€)

Wie zwei Physiologen die Hormone bekannt machten

Anfang des 20. Jahrhunderts erforschten Ernest Starling und William Bayliss die Bauch­speicheldrüse. Dabei stießen sie auf ein Hormon. Eine neue wissenschaftliche Disziplin war geboren. Die Entdeckung der Hormone war auch deshalb so bedeutend, weil die chemischen Botenstoffe über den Blutkreislauf lebenswichtige Vorgänge im Körper wie den Wasserhaushalt, den Stoffwechsel und das Wachstum steuern. Sie sind dabei eng aufeinander abgestimmt und an physiologische Vorgänge rückgekoppelt. Unsere medizinhistorische Rückblende erzählt, wie es zur Entdeckung der Hormone kam und was dazu führte, dass sie bedeutsam für die medizinische Forschung wurden.

Aus Heft 02/2024: Von der Entdeckung der chemischen Botenstoffe im Blut (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (€)

Wie kleine Moleküle Liebe, Gewicht, Stimmung und mehr steuern

In unserer Rubrik Buchtipp (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) sammeln wir lesenswerte Bücher über Medizin und Gesundheit. Das Sachbuch Hormone – ihr Einfluss auf mein Leben (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erzählt in vier Hauptabschnitten, wie sich unsere Hormonsystem entwickelte, wie unser Hormonorchester funktioniert, wie es wichtige Lebensphasen beeinflusst und welche Fragen Patient:innen dazu häufig stellen. Das Buch bietet einen verständlichen Überblick zu diesem komplexen Thema, wenngleich es bei manchen Behandlungsempfehlungen einen kritischen Blick braucht …

Aus Heft 02/2021, frei lesbar: Buchtipp: Hormone – ihr Einfluss auf mein Leben (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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Viele Grüße, Silke Jäger

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