
Für Menschen, die nach einer Corona-Infektion noch lange Symptome haben, gibt es keine zugelassenen Medikamente. Long- und Post-Covid zu behandeln, ist schon allein wegen der vielfältigen, sehr unterschiedlichen Symptome eine medizinische Herausforderung.
Künftig können vier Medikamente auch ohne die nötige Zulassung genutzt werden. Sie werden nun auch von den Krankenkassen bezahlt.
Dieser sogenannte Off-Label-Use ist auf den ersten Blick ein Fortschritt für Betroffene. Doch von der ersten Ankündigung einer solchen Liste bis zur Entscheidung vergingen mehr als zwei Jahre. Zeit, in der Betroffene mit ihren Beschwerden alleine blieben.
In unserem neuen Heft Mai/Juni greifen wir das Thema auf und informieren über die Off-Label-Liste.
Im Newsletter finden Sie heute weitere Artikel aus unserem Heftarchiv, die sich mit dubiosen Versprechen für diese Patientengruppe beschäftigen. Denn weil es an zugelassenen Medikamenten so lange fehlte, ist ein regelrechter Markt für fragwürdige Angebote bei Long- und Post-Covid entstanden.
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Vier Medikamente künftig verschreibbar
Als Long- und Post-Covid werden anhaltende oder neue Beschwerden, wie etwa Fatigue, Kurzatmigkeit und kognitive Störungen bezeichnet, die länger als vier (Long Covid) oder zwölf Wochen (Post Covid) nach einer SARS-CoV-2-Infektion bestehen bleiben. Die Symptome sind vielfältig, treten oft schubweise auf und können auch nach einer milden akuten Infektion bestehen bleiben. Vier Medikamente können nun auch außerhalb der ursprünglichen Zulassung bei Long- und Post-Covid eingesetzt werden: Medikamente gegen Herzrasen und bei Übergewicht zur Prävention von Post-Covid-Symptomen, Medikamente bei Fatigue und bei Depressionen.
Aus unserem neuen Heft: Symptome bei Long- und Post-Covid (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (€)
Teure und nutzlose Angebote bei Long-Covid
Die Not vieler Betroffener ist groß. Das hat einen fragwürdigen Markt geschaffen, auf dem Ärzt:innen und Unternehmen mit teilweise teuren und nicht immer seriösen Angeboten um Patient:innen werben. Was wirklich helfen kann, fasst eine Leitlinie (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zusammen. Sie führt einige lindernde und symptomatische Behandlungsansätze auf, eine heilende Therapie fehlt jedoch. Während selbst Unikliniken mangels Alternativen zum Teil auf nicht-zugelassene Behandlungen setzen, wächst ein dubioser Markt.
Aus Heft 05/2024: Long-Covid: Dubioser Markt für Betroffene (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (€)
Unzulässige Werbung für Vitamin-C-Infusionen
Die Firma Pascoe bewarb im Deutschen Ärzteblatt ihre Vitamin C-Injektionslösung Pascorbin bei Long-Covid ohne ausreichende Belege zur Wirksamkeit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Das Präparat ist nicht gegen Long-Covid zugelassen und die S3-Leitlinie zur Therapie von Covid-19 erwähnt Vitamin C nicht einmal. Es zeigte sich, dass es den Patient:innen durch Vitamin C nicht besser ging und die Behandlung sogar schaden kann.
Aus Heft 01/2025, frei lesbar: Vitamin C bei Long-Covid: Nutzen nicht belegt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Verbraucherzentrale kritisiert Werbung
Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln versuchen im Internet an Menschen zu verdienen, die noch längere Zeit nach ihrer Corona-Infektion von Beschwerden wie ausgeprägter Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und eingeschränkter Leistungsfähigkeit berichten. Bisher ist keine ursächliche Therapie bekannt, Betroffene müssen auf Termine in Spezialambulanzen oft lange warten. Das nutzen Geschäftemacher aus, wie die Verbraucherzentrale (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) kritisiert.
Aus Heft 06/2023, frei lesbar: Long-Covid: Keine Hilfe durch Vitamine (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
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Viele Grüße, Silke Jäger