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Tonya packt aus: Heldendumm-Newsletter #22

Servus, ihr Helden der absurden Geschichte!

Hier ist eure Tonya mit der brandneuen Ausgabe! Heute blicken wir glücklich auf unser überstandenes Hinterland-Treffen zurück und verraten euch, wo ihr die dazugehörige Episode ab sofort auf die Ohren bekommt.

In den „Wilden Zeiten“ schicken wir exklusive Grüße an alle Fans von schwerem Baugerät und erklären, warum ein walisischer Abrisswahn verdammt vertraute Vibes weckt. Außerdem wagen wir ein visuelles Upgrade direkt im Newsletter, um die eisigen Fehlplanungen der aktuellen Podcast-Folge zu untermauern, während euch unser heutiger Quickie zeigt, wie ein arbeitsloser Eisverkäufer das amerikanische Fernsehen mit purer Rhythmuslehre komplett in den Wahnsinn getrieben hat. Viel Spaß beim Lesen, Hören und Bilder gucken!

Steady-Freuden

Vielen Dank an:

Johannes, Jasmin, Korbinian, Patrick, Britta, Enrico, Milena, Lara, Simon, Jos, Dario, Nathalie, Katja, Isabella, Tina, Jeanine, Mike, Tim, Anne, Roland, HG, Amira, Kay, Andrea, Eva, Franz, Hartmut, Stephan, Andreas, Michaela, Hendrik, Cookie, Jochen, Sarah, Falk, Prokrastinator, Susanne, Katrin, Bjoern, Yvonne, Noah, Stephan, Samantha, Kai, Amelie, Marthe, Barbara, Sven, Olivier, Felix, Janine, Timo, Tobias, Hanne, Julius, Michael, Edith, Joshua, Lukas und Lisa.

Danke euch allen – ohne euch wäre das hier nur halb so dumm und gar nicht so heldenhaft.

Ein wenig Hausmeisterei

Schaumplakette

An dieser Stelle – wie versprochen – der kurze Hinweis: Die Episode, um die sich das Heldendumm-Treffen 2026 drehte, ist ab sofort im Podcatcher zu finden!

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Coverfoto: @mrbbling auf Instagram

Wilde Zeiten

In Wales wurde ein 35-amerikanischer Mann zu einer Haftstrafe verurteilt, nachdem er ein extrem rücksichtsloses Zerstörungswerk angerichtet hatte. Der Mann hatte sich mitten in der Nacht unbefugt Zutritt zu einem nahegelegenen Steinbruch verschafft und dort einen riesigen, 33 Tonnen schweren Kettenbagger entwendet. Mit diesem tonnenschweren Gefährt walzte er im walisischen Ort Rhigos direkt auf den traditionsreichen Pub „The New Inn“ zu und riss die gesamte Vorderseite des Gebäudes sowie das angrenzende Wohnhaus komplett nieder. Ein Zeuge, der über dem Pub schlief, konnte sich im letzten Moment wie durch ein Wunder ins Freie retten, bevor das Dach über ihm einstürzte. Die Polizei konnte den Täter kurz nach der Tat festnehmen, der für diesen nächtlichen Abrisswahn nun für viereinhalb Jahre hinter Gitter wandert.

Ganz ehrlich, bei dieser Meldung hatte ich sofort ein massives Déjà-vu! Das hat doch ganz gewaltige Vibes von unserer Folge aus Staffel 6 über den legendären Killdozer (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Scheinbar dachte sich der walisische Feuerteufel, er müsste Marvin Heemeyer Konkurrenz machen und seinen ganz eigenen, privaten Rachefeldzug mit schwerem Gerät durchziehen.

Der kleine, feine Unterschied: Heemeyer hat seinen Bulldozer wochenlang in einer Werkstatt mit Beton und Stahlplatten gepanzert – der Kollege hier ist einfach nachts besoffen oder frustriert in den nächsten Steinbruch spaziert und hat sich das erstbeste Baufahrzeug geklaut. Und während der echte Killdozer damals eine ganze Stadt in Atem hielt, hatte es dieser walisische Möchtegern-Zerstörer ausgerechnet auf den lokalen Pub abgesehen. Ich meine, ein ganzes Gebäude einzureißen, nur weil das Bier vielleicht warm war oder die Sperrstunde zu früh kam, ist schon die absolute Königsklasse der Heldendummheit. Jetzt sitzt er im Trockenen und die einzige Bar, die er in den nächsten viereinhalb Jahren sieht, ist die aus schwedischen Gardinen.

Quelle: Man jailed for driving bulldozer into pub in Rhondda Cynon Taf | South Wales Police (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Reingehört?

The Mechanical King Kong of Snow and Ice!

Hört jetzt rein in »Der Herr der Elemente« (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)!

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Ein Upgrade?

Eigentlich war dieser Block im Newsletter dazu gedacht, euch an die letzte Episode zu erinnern. Was wäre aber, wenn er einen kleinen, zusätzlichen Mehrwert hätte? Da man in Podcasts sehr schlecht Bilder und Videos zeigen kann und ihr ganz sicher nicht während der Fahrt, oder beim hören von einem völlig anderen Podcast, unsere Shownotes öffnet werdet, verschieben wir das visuelle ab heute hierhin!

Es folgt also eine kleine Bilderstrecke zum Cruiser und das Video aus der Antarktis. Viel Spaß!

Der Antarctic Snow Cruiser rollt zum ersten Mal los. (Quelle: Associated Press via theatlantic.com)
Der wahre Stresstest für Winterreifen: Sand. (Quelle: Associated Press via theatlantic.com)
Ein unüberwindbarer Bach. (Quelle: Laura Norman via Facebook)
Von links nach rechts: Sargent Felix Ferranto, Dr. F. Alton Wade, Admiral Richard E. Byrd, CPO Charls Meyer, Dr. Thomas C. Poulter (Quelle: Illinois Institute of Technology)

An dieser Stelle eine nachträgliche Korrektur: Auf den in der Recherche vorliegenden Bildern, sah es so aus, als ob man den Cruiser per Kran auf die Northstar heben musste. Natürlich ist Daniel erst im Nachhinein über ein Bild gestolpert welches zeigt, dass der Cruiser entspannt auf das Schiff gefahren ist. Ändert nichts an der Tatsache, dass man keine Idee hatte, wie man das Fahrzeug wieder vom Schiff bekommt!

Und trotzdem das Heck weg geflext! (Quelle: Boston Public Library via hagerty.com)
Passt einfach vorn und hinten nicht. (Quelle: Associated Press via theatlantic.com)
https://www.youtube.com/watch?v=jSCTmiHVGNU (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Man hat wirklich alles versucht. (Quelle: Associated Press via theatlantic.com)
Tja, da liegt der Hund begraben. (Quelle: Associated Press via theatlantic.com)

Heldendumm Quickie: Buttonmasher

Stellt euch vor, ein schümmlig beleuchtetes Wohnzimmer in Ohio im Sommer 1984. Überall stehen klobige Röhrenfernseher, auf denen im Dauerbetrieb die amerikanische Spielshow Press Your Luck läuft. Davor sitzt ein arbeitsloser Eisverkäufer namens Michael Larson, bewaffnet mit einer Fernbedienung, und drückt ununterbrochen die Pausentaste. Seine Familie denkt wahrscheinlich, er hat endgültig den Verstand verloren, aber Larson ist kein Verrückter – er ist ein mathematisches Genie, das gerade dabei ist, das amerikanische Fernsehen komplett auszurauben.

Press Your Luck war damals der absolute Renner. Drei Kandidaten traten gegeneinander an, beantworteten Fragen und durften danach an einer riesigen, blinkenden Wand namens „Big Board“ ihr Glück versuchen. Diese Wand bestand aus 18 Feldern, auf denen im rasanten Tempo Geldbeträge, Sachpreise oder das gefürchtete rote Zeichentrick-Monster, der „Whammy“, aufleuchteten. Wer den Whammy traf, verlor all sein bisher erspieltes Geld. Die Produzenten der Show klopften sich gegenseitig auf die Schultern und dachten, sie hätten das perfekte, unvorhersehbare Glücksspiel geschaffen, gesteuert von einem hochmodernen Computer. Was sie nicht ahnten: Der Computer war dumm. Und Michael Larson war schlauer.

Während die Fernsehmacher felsenfest davon überzeugt waren, dass die Lichter völlig zufällig über das Brett sprangen, entdeckte Larson bei seinen monatelangen Videoanalysen ein Muster. Der vermeintlich zufällige Algorithmus des Computers basierte in Wahrheit auf nur fünf simplen Abfolgen. Sobald man diese Muster auswendig konnte, war das Spiel kein Glücksspiel mehr, sondern reine Rhythmuslehre. Larson fand heraus, dass zwei bestimmte Felder auf dem Brett niemals einen Whammy enthielten, sondern immer Geldpreise gepaart mit einem Extrazug. Wer im richtigen Moment drückte, konnte unendlich lange weiterspielen, ohne jemals zu verlieren.

Im Mai 1984 kratzte Larson seine letzten Ersparnisse zusammen, reiste nach Los Angeles und erschlich sich mit einem gefälschten Namen und einer erfundenen Lebensgeschichte einen Platz in der Show. Am 19. Mai schlug die Stunde der Wahrheit. Larson stand im Studio, ein bärtiger Typ in einem billigen Jackett, der optisch so gar nicht in die glitzernde Fernsehwelt passte. Seine beiden Mitstreiter spielten solide, aber als Larson in der zweiten Runde den Buzzer übernahm, hielt das gesamte Studio den Atem an.

Der menschliche Computer! Quelle: https://museumofplay.org

Er schlug auf den Buzzer. Getroffen. Geld und ein Extrazug. Er schlug wieder zu. Wieder Geld, wieder ein Extrazug. Die Lichter blinkten, die Sirenen heulten, und Larson hämmerte in einem hypnotischen Rhythmus immer und immer wieder auf den Knopf. Aus zehn Zügen wurden zwanzig, aus zwanzig wurden vierzig. Im Regieraum brach nackte Panik aus. Die Produzenten starrten auf die Monitore und dachten an Sabotage. Sie riefen die Techniker an, ob der Computer abgestürzt sei, aber das System lief einwandfrei. Larson überlistete die Maschine einfach live im Fernsehen.

Normalerweise hörten Kandidaten auf, wenn sie eine stattliche Summe erreicht hatten, aus Angst vor dem Whammy. Aber Larson kannte das System zu gut, um Angst zu haben. Er spielte sage und schreibe 45 Züge in Folge, ohne ein einziges Mal das rote Monster zu treffen. Am Ende der Sendung hatte er unglaubliche 110.237 US-Dollar in bar und Sachpreisen angehäuft – die höchste Summe, die bis dato jemals in einer einzigen Folge einer amerikanischen Spielshow gewonnen wurde. Die Folge war so lang, dass der Sender CBS sie später in zwei separate Teile schneiden musste, weil Larsons Siegeszug den zeitlichen Rahmen komplett sprengte.

Nach der Aufzeichnung weigerte sich CBS zunächst, das Geld auszuzahlen. Die Anwälte des Senders durchleuchteten Larsons Performance Bild für Bild, suchten nach versteckten Sendern, Magneten oder Komplizen im Publikum. Sie wollten ihn wegen Betrugs drankriegen. Doch sie mussten zähneknirschend feststellen: Larson hatte die Regeln nicht gebrochen. Er hatte keine Knöpfe manipuliert und kein System gehackt. Er hatte einfach nur besser aufgepasst als die Programmierer der Show. CBS musste zahlen.

Larsons Triumph war monumental, aber die Geschichte wäre keine echte Heldendumm-Story, wenn das Geld am Ende für ein glückliches Leben gesorgt hätte. Statt die Summe sicher anzulegen, hortete Larson die Dollarscheine in seinem Haus, wo sie prompt bei einem Einbruch gestohlen wurden. Später verwickelte er sich in illegale Schneeballsysteme und verstarb schließlich verarmt auf der Flucht vor der Steuerbehörde. Was bleibt, ist der legendärste TV-Raubzug der Geschichte. Als Reaktion auf Larsons Coup wurde das „Big Board“ übrigens sofort umprogrammiert und mit über dreißig neuen Mustern gefüttert, um sicherzustellen, dass nie wieder ein arbeitsloser Eisverkäufer den Code des Glücks knackt.

Quelle: The Big Win Against the Whammy | HUSHED UP HISTORY (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Und das war’s schon für diese Ausgabe!

Bleibt heldenhaft,
Tonya Bone-ita Riesenhuber

P.S.: Warum gehen Skelette vor Prüfungen nie auf die Toilette?

Weil sie ihre Nerven nicht nochmal verlieren können. 🩻🧠

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