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Dann werde ich eben Taxifahrerin

Oje, unsere Autorin würde am liebsten alles hinschmeißen. Aber keine Sorge, es handelt sich (hoffentlich) nur um eine kleine Schaffenskrise…

7 Uhr morgens, und ich komme gerade nach Hause. Nein, nein, nicht vom Feiern. Bin doch keine 17 mehr! Nein, ich war nur schnell am Flughafen in München, weil ich im Nebenjob der kleine freche Chauffeur meiner Mutter bin, immer dann, wenn sie mal wieder irgendwohin fliegt, wo ihr mitten im Winter der Wind warm über den Nacken pustet. Und während ich in meinem kleinen Auto durch den Schneesturm zurück nach Starnberg flog, fragte ich mich ein bisschen mürrisch, wieso ich das eigentlich nicht auch mache? Mein Köfferchen packe und einfach abhaue? Ich gab mir die Antwort gleich mit: Weil ich einen Job habe, weil ich eine Deadline habe, und weil ich eine berufstätige Frau mit Terminen bin, auch wenn man das oft nicht sieht. Kurz vor München geriet ich mitten in die Rushhour. Dabei war es doch gerade mal 6 Uhr morgens, und ich fragte mich irritiert, was hier eigentlich los ist. Noch nicht mal die Sonne stand am Himmel und machte ihren Job. Alle anderen aber hatten es offenbar furchtbar eilig, in die Arbeit zu kommen. Fleißige Leute, emsig geschäftig unterwegs. Ich fühlte mich schlagartig faul und unnütz, weil ich für gewöhnlich um diese Zeit noch in meinem mollig warmen Bett liege und schlafe. Und weil mir nie jemand dabei zusieht, wenn ich fleißig bin. Ich habe keine Zeugen für mein Tun. Niemanden, der mich beobachtet oder ein Schwätzchen mit mir in der Teeküche hält, keine Chefin, die mir über die Schulter lunzt, mich tadelt oder lobt, keine Kollegen, vor denen ich vorgaukeln muss, total gestresst zu sein, auch wenn gerade nix los ist. Erst, wenn meine Texte erscheinen, wird meine Arbeit sichtbar. Bis dahin sieht es aus wie Däumchen drehen. Als wäre ich den lieben langen Tag bei der Maniküre/im Café/beim Shoppen/bei der Beichte/bei der Wahrsagerin. Dabei ist Schreiben ein echt harter Job. So hart, dass ich neulich mal wieder alles in Frage stellte. Nicht mein Talent selbst, aber die Sinnhaftigkeit meiner Beschäftigung. Ich weiß doch auch nicht,

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