(Johannes 8:7-11)
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📚 Heute habe ich eine besondere Buchempfehlung für dich:
„Nennt mich Rembrandt. Kreativität und Wettbewerb in Amsterdam 1630–1655 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)”. (Katalog des Städel Museums).
Das Buch zeigt Rembrandts Werke aus Amsterdam (1630–1655) mit exzellenten Texten von Rembrandt-Expert*innen – ein perfektes Weihnachtsgeschenk für Kunstliebhaber.
Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,
Ehebruch war schon immer ein beliebtes Thema in der Kunstgeschichte und wurde auf viele verschiedene Arten dargestellt. Heute zeige ich es dir als ein Spiel des Verstandes, ein Schauspiel der Begierde, ein Urteil und einen intimen Moment des Zweifels vor der Übertretung.
Wichtig ist, zu erwähnen, dass beim Ehebruch nicht alle den gleichen Preis für die gleiche Sünde bezahlt haben. Er wurde nur dann als Verbrechen angesehen, wenn er von Frauen begangen wurde, denn Männer konnten ihren Frauen untreu sein, ohne dass dies Konsequenzen hatte. Der Körper der Frau bildete die Grenze zwischen männlicher Ehre und Schande.
Die Malerei hat dies schnell erkannt und den Ehebruch zum Thema gemacht. Die folgenden Bilder unterscheiden sich in ihren Perspektiven, sind aber durch ihr Urteil über das, was die Gesellschaft als weibliche Schuld definiert hat, verbunden.
Schlauheit gegenüber dem Urteil
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Lucas Cranach der Ältere (1472–1553) zeigt auf diesem Werk die bekannte mittelalterliche Legende vom „Mund der Wahrheit”. Der Legende nach musste eine Frau, die des Ehebruchs beschuldigt wurde, ihre Unschuld beweisen, indem sie ihre Hand in den Mund eines steinernen Löwen steckte. Dieser biss jeden, der log.
Diese Frau entgeht dem Urteil jedoch dank ihrer Schlauheit, indem sie verlangt, dass der Dorftrottel als Zeuge dabei ist, dem sie die Hand gibt. Der Trottel ist in Wirklichkeit ihr verkleideter Liebhaber. Dann schwört die Frau öffentlich, dass sie nur von ihrem Ehemann und dem Narren, der ihr gerade die Hand gereicht hat, berührt worden sei, wodurch sie es vermeidet, zu lügen.
Die Frau besteht die Prüfung, weshalb man sie ganz entspannt sehen kann. Obwohl der „Mund der Wahrheit” die göttliche Strafe symbolisiert, zeigt Cranach, dass Symbole manipuliert werden können – eine Haltung, die ganz im Einklang mit seinem protestantischen Glauben steht. Der Künstler, der mit Luther befreundet war und ihn porträtierte, trug mit seinen Werken dazu bei, dessen Ideen zu verbreiten.
Wenn dich diese Geschichte überrascht hat, warte ab, bis du die folgenden Ehebruchgeschichten siehst: Gefangene Götter, öffentliche Gerichtsverfahren und Wünsche, die Schicksale verändern. Werde Mitglied und lies weiter.