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2026 und die Kraft des Neinsagens

In „Sent from my wheelchair“ schreibe ich über meine Arbeit als Inklusions-Aktivist und über das, was Barrierefreiheit voranbringt (oder ausbremst).

Liebe Freund*innen der sozialen Gerechtigkeit,

willkommen zurück! 2026 ist noch lang und es ist wohl noch nicht zu spät, Euch ein gutes neues Jahr zu wünschen. Mein Jahr hat diesmal mit einem Nein begonnen. Ich habe Nein gesagt zu einer Anfrage. Es hat sich erst komisch angefühlt, weil ich eigentlich jemand bin, der gerne ungerne absagt und niemanden enttäuschen will. Aber dann hat es sich doch gut angefühlt, weil ich diese Sache, wenn ich ehrlich bin, nicht wirklich machen wollte. Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr öfter mal Nein zu sagen, wenn ich sonst nur aus Höflichkeit mitgemacht hätte. Dazu gibt es einen Literaturtipp zum Jahresbeginn: Wenn Ihr Euch auch manchmal schwer tut mit sozialen Ja-Nein-Fragen, lest unbedingt The Power of No (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Dana Buchzik!

Nein sage ich auch weiterhin und trotz eisigem Gegenwind zum Faschismus und seinen Vorstellungen darüber, wie ein Körper zu sein und auszusehen hat. Sehr klare Worte zu diesem Thema habe ich mit der New Yorker Historikerin Dagmar Herzog in meiner neuen Podcast-Folge ausgetauscht. Ein unglaublich erhellendes und emotionales Gespräch über die dramatische Lage in den USA und über radikale Fürsorge als notwendige Form des Widerstands:

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Eine große Ehre war mir auch die Aufzugfahrt mit Jan Steeger vor zwei Wochen. Jan ist Head of Communications und Marketing bei Schindler Aufzüge, super sympathisch – und ein echter Aufzugnerd. Während der Fahrt haben wir einfach mal ganz genüsslich über Fahrstühle philosophiert, mit erstaunlich witzigen und vielschichtigen Ergebnissen. Viel Spaß beim Hören:

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Eine Frage von J. an alle

In der letzten Ausgabe habe ich euch eingeladen, mir eine Frage zu schicken, die ich in dieser Ausgabe veröffentliche. J. hat mir eine Frage an alle geschickt. Habt ihr eine Antwort?

J. möchte wissen, wie der der Zugang zu medizinischer Versorgung für alle Menschen verbessert werden kann, insbesondere für jene, die aufgrund fortgeschrittener Demenz oder komplexer Beeinträchtigungen nicht verbal kommunizieren können?

Beobachtungen aus der Praxis

Aus J. Erfahrungen in der Tätigkeit als Betreuungskraft in einer Wohnstätte wird berichtet, dass viele medizinische Einrichtungen nicht auf nichtverbal kommunizierende Menschen vorbereitet sind. Ärztliche Untersuchungen basieren häufig nahezu ausschließlich auf der verbalen Erfassung von Symptomen. Dies stellt für Menschen, die Schmerzen nicht benennen oder lokalisieren können, eine große Hürde dar. Dieses Phänomen tritt unter anderem bei Menschen im Autismus Spektrum nicht selten auf.
Auch therapeutische Angebote setzen oft voraus, dass der Sinn und Zweck der Behandlung verstanden wird. Für manche Klientinnen und Klienten mit kognitiven Beeinträchtigungen ist dieses Verständnis jedoch nicht gegeben, was die Wirksamkeit und Zugänglichkeit der Therapien erheblich einschränkt.

Inklusive Medizin und Ausbildung

Vor diesem Hintergrund wird die Frage aufgeworfen, wie medizinische Versorgung inklusiver gestaltet werden kann. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Ausbildung von medizinischem Fachpersonal. J. regt an, die Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Menschen mit starken kognitiven Beeinträchtigungen deutlich zu verbessern, um eine angemessenere und gerechtere Versorgung zu ermöglichen.

Weitere Barrieren im Gesundheitswesen

Zusätzlich weist J. darauf hin, dass hier noch nicht einmal die offensichtlichen baulichen Barrieren thematisiert werden. Dazu zählen etwa Treppenstufen ohne Aufzug, fehlende Leitsysteme für sehbehinderte Menschen oder unübersichtliche Räumlichkeiten. Solche Umgebungen können insbesondere für neurodivergente Personen eine große Herausforderung darstellen und den Zugang zu medizinischer Versorgung weiter erschweren.

Einladung zum Austausch

J. sucht nach Anregungen und Perspektiven aus der Community, um gemeinsam über Lösungen für eine inklusivere medizinische Versorgung nachzudenken.

Wichtiger Hinweis für Eure Antworten:

Wenn du mir schreibst, erklärst du dich damit einverstanden, dass ich deine Antwort in einer der nächsten Ausgaben veröffentliche. Und J. weiterleite.
Solltest du komplett anonym bleiben wollen, schreib das gerne dazu. Bitte achte selbst darauf, keine privaten oder vertraulichen Inhalte zu teilen, die du nicht öffentlich sehen willst.

Zeigen wir, wie Inklusion durch gelebte Zusammenarbeit wächst!

Liebe Grüße
Euer Raul

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⭐Aus meiner Welt

Veranstaltungen von JOBinklusive (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

DNN-Podcast-Thema: Einsamkeit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Das Foto wurde auf Augenhöhe aufgenommen und zeigt eine junge Frau mit Kopftuch, die in einem Feld sitzt. Sie trägt einen Kapuzenpullover, unter dem das Kopftuch sichtbar ist. Die Frau sitzt mit angewinkelten Beinen auf dem Boden, hält ein Handy in der Hand und richtet ihren Blick darauf. Umgeben ist sie von grünen Gräsern und Blumen, von denen einige im Vordergrund des Bildes unscharf zu sehen sind. Die obere Bildhälfte zeigt einen blauen Himmel mit einzelnen Wolken. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Einsamkeit betrifft viele Menschen – quer durch alle Altersgruppen. Doch manche Personengruppen sind mehr betroffen, darunter zum Beispiel behinderte Menschen. Aber was genau ist Einsamkeit eigentlich? Wann haben wir uns eigentlich das letzte Mal einsam gefühlt? In Folge 70 unseres Bayern 2 Podcast sprechen Jonas, Raúl und Karina über Einsamkeit.

Stark sein heißt nicht, keine Angst zu haben (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Grasgrünes Hintergrundbild mit dem Logo „Die Neue Kolumne“ von Özgür Yilmaz (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Was passiert, wenn eine fortschreitende Krankheit nicht nur den Körper, sondern auch die Gedanken angreift? Özgür Yilmaz erzählt in seiner Kolumne vom inneren Kampf gegen Angst, Selbstzweifel und die ständige Ungewissheit. Und davon, wie er den Mut gefasst hat, sich diesen schwierigen Gefühlen zu stellen.

Differenz ist Wissen – Hearing Cyborg Manifest (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Mixed-Media Collage aus Farbklexen, transparenten, weißen Stoffen und zwei Fotografien eines Kindes und einer Frau, die jeweils hinter einer runden Glasglocke sind. Bildhintergrund ist zart lila. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Was manche als Defizit lesen, ist für andere ein Ort von Wissen. In ihrem Hearing Cyborg Manifest formuliert Dr. Inga Scharf da Silva eine radikale Gegenposition zur Reparaturlogik: Differenz muss nicht überwunden, sondern akzeptiert werden. Der Text zeigt, wie Menschsein sich genau dort entfaltet, wo Eigenwahrnehmung und gesellschaftliche Zuschreibung aufeinanderprallen – und warum das Dazwischen mehr weiß als die Norm.

Warum werde ich nicht gefragt? Für mehr Selbstbestimmung im Alltag (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Logo „Die Neue Kolumne“ von Natascha Höhn mit grasgrünem Hintergrund (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Was bleibt, wenn Entscheidungen an einem vorbeigehen, Einladungen nicht ausgesprochen werden und Fürsorge plötzlich wie Bevormundung wirkt? In dieser Kolumne schreibt Natascha Höhn über die leisen Stiche des Nicht-gefragt-Werdens und über die laute Erkenntnis, dass echte Inklusion erst beginnt, wenn Menschen nicht nur mitgedacht, sondern auch mit einbezogen werden.

„Who’s the Scatman?“ – Eine Graphic Novel über Mut, Musik und Sichtbarkeit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Buch-Cover „Who's the Scatman“ von Jeff Chi mit einem Mann im Anzug und mit Hut auf einer angedeuteten Weltkugel, einem Busch und pinken Himmel im Hintergrund. Grafischer Hintergrund: Noten-Elemente in der rechten Bildhälfte. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

„Who’s the Scatman“ – „Wer ist Scatman?“ rückt eine außergewöhnliche, aber oft übersehene Künstlerpersönlichkeit in den Fokus: John Larkin, besser bekannt als Scatman John. In seiner neuen Graphic Novel erzählt Jeff Chi von seinen Weg – vom stotternden Kind zum gefeierten Musiker, der seine Stimme nutzte, um anderen Mut zu machen. Unsere Autorin Andrea Schöne hat das Buch für uns gelesen.

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Inklusion in den Medien. Mein Wochenüberblick

Die wichtigsten Meldungen zum Thema Inklusion, wie immer handgepflückt in der deutschsprachigen Medienlandschaft.

Aktuell

Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Nationalsozialismus in der Berliner Philharmonie (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)(behindertenbeauftragter.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

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Am 27. und  28.01. wird in der Berliner Tiergartenstraße 4 am Gedenk- und Informationsort T4 mit verschiedenen Veranstaltungen an die Kinder, Frauen und Männer mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen erinnert, die in der NS-Zeit ermordet und zwangssterilisiert wurden.

Bildung und Arbeit

Überproportional viele Jungen: Mehr Kinder an Förderschulen eingeschult – trotz Inklusion (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (news4teachers.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

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Während bundesweit weniger Kinder eingeschult werden, wächst der Anteil an Förderschulen – trotz UN-Behindertenrechtskonvention. Besonders auffällig: Der hohe Jungenanteil bleibt; fast sieben von zehn Schulanfängern dort sind männlich.

Gesellschaft

„Ich bin nicht schwach“: Es ist falsch, von „den Schwächsten der Gesellschaft“ zu sprechen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (uebermedien.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

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Ob Arme, Alte, Kranke oder Menschen mit Behinderungen: Die angeblich „Schwächsten der Gesellschaft“ sind oft die stärksten.

Gesundheit

Bloggerin Eva über ihre CED (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (jnjwithme.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

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Es kann befreiend sein, bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Klartext zu reden – diese Erfahrung hat auch Eva gemacht. 2012 erhielt sie die Diagnose Morbus Crohn und begann 2015 über ihre Erkrankung und all ihre Nebeneffekte zu schreiben. 

Innovation

Inklusive Spielplätze: Wenn alle Kinder mitspielen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (rehacare.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

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Spielspaß für alle: Auf der REHACARE 2025 wurde eindrucksvoll gezeigt, wie Inklusion auf Spielplätzen und barrierefreies Spielen Realität werden kann.

Kultur und Medien

Wie das Dialoghaus Hamburg seit 25 Jahren verändert, wie wir Menschen mit Behinderung sehen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (goodnews-magazin.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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Das Dialoghaus Hamburg ist nicht nur ein Freizeit- oder Kulturort, sondern ein Lernraum, in dem Inklusion erfahrbar wird.

Leben

Neues Zentrum für Teilhabe: Unterstützung für Menschen mit Behinderungen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (eu-schwerbehinderung.eu (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

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Hamburg bündelt ab 2026 Teilhabe- und Unterstützungsleistungen für Menschen mit Behinderungen in einem Zentrum, um Zugang und Prozesse zu vereinfachen.

Menschen

einfach Mensch mit Lisa Lebuser von SIT'N'SKATE (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (zdf.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

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Lisa Lebuser stärkt mit SIT'N'SKATE das Selbstvertrauen im Rollstuhlsport und setzt sich aktiv für mehr Inklusion und Sichtbarkeit ein.

Politik

Neue Grundsicherung: Millionen Zusatzkosten statt behaupteter Milliardeneinsparungen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (taz.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

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Die Arbeitsagentur bekommt durch die Bürgergeldreform neue Aufgaben. Statt Geld zu sparen, kostet die Reform zunächst. Und zwar die Beitragszahler.

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Raul Krauthausen
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