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Bis jetzt und ab hier

oder auch: work-work-work-work-work-balance

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Im letzten Beitrag hab ich euch erzählt, warum überhaupt dieser Newsletter, jetzt gehen wir mal voll rein ins Jahr 2026, das ist nämlich schon zur Hälfte rum. Ahhhh. Also kleines Fazit und Ausblick, und was wollt ihr noch wissen? Lasst es mich wissen, wir können das hier gemeinsam gestalten. Also willkommen zu News&Letters heute mit:

  • Juni + Juli Termine

  • Was bisher geschah

  • Wie es mir dabei ging

  • Worauf ich mich 2026 freue

  • Buchtipp “Atmosphere” Taylor Jenkins

JUNI UND JULI TERMINE

12.06. Ranis, Poetry Slam
13.06. Berlin, Ostberlin Poetry Slam Open Air
17.06. Hamburg, Die große Lifestyle Teilzeit Show, Haus 73
28.06. Lübeck, Poetry Slam Gala, Wagner&Wagner
10.07. Münster, Best Of Poetry Slam im Schlossgarten

WAS BISHER GESCHAH

Ich war bei “Ich fühls” und hab mal versucht einen Poetry Slam Text von mir auf 10 Minuten Stand-Up-Comedy umzuschreiben und das hat richtig Spaß gemacht. In der zweiten Hälfte hab ich dann aber einen Poetry Slam Text gelesen und gemerkt: Jap, das kann ich einfach viel besser. Ist ja auch logisch, ich mach das mittlerweile seit 8 Jahren und seit 4 Jahren hauptberuflich. Aber ich will mehr über Comedy-Technik lernen. Mindestens fürs Schreiben von Texten und Theaterstücken, für Moderationen und meine Solo-Shows.

Der Best of Poetry Slam in Leer war ein kleiner Trip down the memeory lane: Das letzte Mal war ich 2022 da und hab so langsam gedacht: Hey, das hier könnte wirklich was für mich sein.

Dann stand ein Termin an der mir richtig Bauchschmerzen und Angst bereitet hat: Die Bauprobe* für meine nächste Inszenierung “Zauberer von Oz” am Theater Münster. Völlig zu Unrecht, wie sich herausstellte, alle waren super konstruktiv, das Bühnenbild wird magisch und ich hab mich danach wieder inspiriert an die Fassung setzen können.

Wir bleiben dramatisch: Die Westwind-Woche. Eine Woche Theaterfestival nur für die Junge Sparte, also Theater für Kinder und Jugendliche (nicht von). Ich war in Münster vor Ort und hatte richtig viel zu tun. Ich durfte für die Eröffnung einen Text schreiben, der bitte über das übliche “Junges Theater ist wichtig aber unterfinanziert” hinausgehen sollte und entschied mich eine Liebeserklärung an unser Publikum zu schreiben.

“Wir machen einen verdammt guten Job und wir wissen auch warum:
Wir kennen, wir verstehen und wir lieben unser Publikum

Weil dieses Publikum mich dran erinnert, was ich am Theater liebe
Musik, Magie, die Schauspielkunst und große Gefühle
Wenn da vorne jemand etwas sagt, wofür ich keine Worte finde
Wenn mich in einem Raum mit Fremden plötzlich was verbindet”

Dann hab ich ein PoeticRecording* für die Debatte zum Thema “(öffentliche?) Räume für junge Menschen” gemacht, bin noch am selben Tag von Münster nach Berlin gefahren, weil ich am nächsten Morgen noch ein PoeticRecording hatte und zwar beim Diversity Fachtag “Klimagerechtigkeit und Vielfalt” vom Bezirksamt Rathaus Schöneberg.

Danach bin ich wieder zurück nach Münster, um die englische Übersetzung für meine Inszenierung “Und dann noch…wie Stress weniger stresst” live einzulesen.

Irgendwann dazwischen habe ich mich mit der Leitung vom Theater Junge Generation Dresden getroffen und zugesagt den Roman “Schnabeltier Deluxe” für ein Publikum ab 12 zu inszenieren, Premiere Februar 2027.

Gestern am 10.06. war dann einer meiner absoluten Lieblings-Slams: Der Best Of Poetry Slam im Ernst Deutsch Theater, wo ich auch Werbung für meine nächste Show in Hamburg machen konnte: Die Große Lifestyle-Teilezit-Show am 17.06. im Haus 73.

Mittlerweile ist es auch drei Monate her, dass ich meine zweite Textsammlung an verschiedene Verlage geschickt habe und keine Antwort ist tatsächlich auch eine Antwort, denn hier gilt “Sollten Sie binnen drei Monaten keine Antwort von uns erhalten, bedeutet dies, dass wir Ihr Manuskript nicht in unser Programm aufnehmen können.”

*Bauprobe am Theater ist ein Termin, bei dem alle technischen Gewerke mit dem künstlerischen Team auf der Bühne zusammenkommen und bei dem der Bühnenbildentwurf skizzenhaft in Originalgröße auf der tatsächlichen Bühne aufgebaut wird, um Proportionen, Sichtlinien für das Publikum und insgesamt die Machbarkeit des Entwurfs zu überprüfen und final abzusegnen

**Poetic Recording ist eine poetische Zusammenfassung am Ende einer Konferenz, Fachtag, Debatte oä (siehe lisapaulinewagner.de/poetic-rec)

WIE ES MIR DABEI GING

Mir ging es viel, ich kanns nicht anders sagen und ich fang hinten an: Dass sich kein Verlag für meine 2. Textsammlung interessiert, hat mich natürlich nicht gefreut aber auch nicht überrascht. Ohne eine/n Literaturagent/in läuft da gar nichts. Meine Erste ist im Blaulicht-Verlag erschienen und das war lieb aber ich habe mir jetzt gedacht: entweder größer oder Self-Publishing. Und ich habe auch gedacht: Wenn ich schmollen will, dass ich keinen Verlag finde, dann muss ich mich davor wenigstens beworben haben. Letztes Jahr war ich sehr motiviert was meinen Roman betrifft und habe mich für Schreibstipendien beworben, doch letztlich haben mich die Absagen demotiviert und weil eh so viel anderes ansteht, liegen alle Buchprojekte auf Eis.

Ich bin bin aber froh um mein Buch, denn ich liebe es (meistens) nach einem Auftritt am Büchertisch zu stehen. Vor allem wenn ich, so wie gestern, ein bisschen geknickt bin, dass ich nicht nochmal auf die Bühne darf. Dann kommen Leute aus dem Publikum zu mir, sagen nette Dinge, kaufen ein Buch, freuen sich über eine Signatur und das motiviert mich alles ungemein.

Manchmal hab ich das Gefühl ich steh so zwischen allem: Schreiben, Auftreten, Inszenieren und hab Angst, irgendeinem dieser Leidenschaften und Standbeine nicht gerecht zu werden (und das ist ja auch nur die berufliche Seite, die work-work-work-Balance sozusagen) und einerseits versuche ich ganz bewusst mich zu entspannen, Pausen einzuplanen und einzuhalten und dann gibt es aber so Phasen, wie die Westwind-Woche in der ich so viel zu tun hatte, dass es mir total viel Energie gegeben hat auch weil ich einfach nicht so viel Energie aufs Grübeln verschwendet hab. Und dann flowt es einfach, wie mit dem Theater Junge Generation Dresden: Wir haben da nen Job, hier ist der Roman, super gefällt mir, toller Stoff, das sind die Konditionen, passt für mich, schön, Wilkommen am tjg.

Vielleicht entwickle ich aber auch langsam wieder neues Selbstbewusstsein als Theater-Regisseurin, vor allem seitdem ich festgestellt habe, wie gerne ich Theater für alle Altersgruppen mache. Nicht nur für ein immerenttäuschtes Abopublikum, bürgerliche Student:innen oder den unnahbaren Feuilleton, sondern für Familien, innere Kinder und alle von 6 bis 99.

WORAUF ICH MICH 2026 FREUE

Ein paar Termine und Vorbereitung stehen und dann ist wirklich Sommer und ich freu mich auf all diese Dinge. Ich freu mich auf Open-Air-Auftritte, das alljährliche Dorffest in Ganzer, den Besten Slam der Welt auf einer schwimmenden Bühne im Berliner Freibad, auf das Saunasplash-Festival, auf die Meisterschaften in Hannover und meine eigenen beiden, jährlich stattfindenden Stadtrand-Slams in Zehlendorf und Rahlstedt. Ich hab mit Laufen angefangen, so wie irgendwie alle gerade und das tut mir richtig gut -einfach mal vor Problemen weglaufen, was soll schon passieren. Ich würde gerne mal an einem 10 Kilometerlauf teilnehmen (erzählt es nicht meinem Grundschul-Ich sie wird es euch eh nicht glauben) und dann ist der Winter voll mit Theater, vor allem mit ZAUBERER VON OZ, Premiere am 28.11. auf der Großen Bühne im Theater Münster. Und worüber ich mich dabei die ganze Zeit freuen werde, ist, dass ich am 02.01.2027 wieder beim Best Of Poetry Slam Day in der Elbphilharmonie dabei sein werde!

BUCHTIPP

Der Roman “Atmosphere” von Taylor Jenkins hat mich sehr berührt: Eine Astronautin in den 80er Jahren, eine spannende Weltraumkatastrophe und eine queere Liebesgeschichte, die wie so nebenbei erzählt wird. Astronomisch gut.

www.lisapaulinewagner.de