Foto- und Video-Shooting / Reitsportmode
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)So kann es losgehen: Im Januar diesen Jahres (2026) für mich als Fotograf bereits das erste Highlight: Eine spannende Modeproduktion für die innovative Reitsport-Marke eaST Riding Wear: Die Frühjahr/ Sommer Kollektion 2026.
Challenges
Die Ausgangssituation erst einmal herausfordernd: Der enorme Bedarf an Fotos und Videos die wir in 1,5 Shootingtagen produzieren sollten.
Das ganze dazu in mehreren Setups für Fashion-Produkt im Studio, Detailfotos, Image-Fotos on Location, Mitarbeiter Portraits an verschiedenen Orten sowie ein Team-Foto.
Da wir unsere wichtigsten Motive auch mit Pferden fotografieren wollten, sollte die Produktion demnach mehr oder weniger draußen stattfinden, was uns die erwartete Witterung im Janaur ebenfalls nicht leicht machen könnte. Der heftige Schneefall beim Meeting zwei Wochen vor Produktion hatte dazu einen Vorgeschmack geliefert.
Eine sehr schöne ehemalige Scheune war ursprünglich als Location für die Image-Motive gedacht, da sie sich allerdings als sehr zugig und kaum heizbar erwies, schwenkten wir um auf den etwas wärmeren Pferdestall.
Außerdem entschieden wir, dass der Showroom groß genug und gut geeignet ist, um ein temporäres Studio für die Produktfotos mit Model aufzubauen. Somit könnten wir mindestens die Hälfte der Aufnahmen im Warmen produzieren.

Apropos Pferde: Obwohl ich bereits mit Pferden gearbeitet hatte, gab es noch viel zu lernen. Andrea von eaST Riding berichtete, dass Pferde extrem gut hören können und somit als Fluchttiere nicht nur auf hektische Bewegungen sondern auch auf mögliche Geräusche meiner Lichtanlage reagieren könnten.
Auch sollte einer meiner besonderen Geistesblitze leider nicht umsetzbar sein: Ein Motiv mit Model und Pferd in der Box. Falls das Pferd in Panik geriete, würde es für alle Beteiligten inklusive Pferd Lebensgefahr bedeuten.
Konzept und Bildsprache
Bereits im Vorfeld wurde das neue Konzept vom Kunden und der betreuenden Agentur in weiten Teilen definiert: Die Verbindung von Produkt, Mensch und Pferd im Riding-Stage-Setting. Eine an für sich unübliche und auffällige Bühne sollte die Transformation in eine neue Zeit symbolisieren.
Aber wie könnte die Idee tatsächlich in der Realität umgesetzt werden?
Hier kam ich als Fotograf ins Spiel und ein Meeting mit Kunden und Agentur wurde anberaumt.
Nach Abwägung mehrerer Möglichkeiten haben wir schließlich entschieden, eine weiße Papierrolle als kontroverses Element im Hintergrund einzusetzen. Im Vergleich zu einem festen Aufbau wie einer Bühne würden wir so auch mehr Flexibilität behalten.
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Licht
Eine sehr entscheidende Frage für mich als Fotograf: Welche Beleuchtung sollte ich einsetzen?
Für Fashionfotos ist Blitzlicht grundsätzlich erste Wahl, da es sich präzise einstellen läßt und mit viel Power Unschärfen vorbeugt. Da ich bei dieser Produktion aber zusätzlich auch Videos erstellen und dabei den Aufwand gering halten wollte benötigte ich auch noch Dauerlicht.
Ich liebe Lampen, die beides können, so vermeide ich langwierige Umbauten und kann den gleichen Lichtformer einsetzen.
Da die kombinierten Varianten im Dauerlicht-Bereich aber doch etwas schwach erschienen, entschied ich mich für eine Dauerlicht Lösung mit LED Technik sowohl für Foto als auch Video - mit dem Risiko möglicher leichter Unschärfen beim Foto-Einsatz.
Als Lichtformer habe ich große und kleine Softboxen verwendet, allerdings nur für die Funktion als Aufhell-Licht, das Hauptlicht hingegen direkt per Spot - für mehr Farbintensität und Bildkontrast. Die Hintergrundbeleuchtung übernahmen ein Schirm im Studio und zwei Spots im Stall.

Shooting
Die Produktion ist dann reibungsloser gelaufen als gedacht: Das Wetter war schöner als befürchtet, die Pferde zeigten sich eher neugierig als verschreckt und ein ganz besonderes Vergnügen war die Arbeit mit unserem Model Franziska.
Klar, dass sie die Posingpalette beherrschte wie im Schlaf, aber wie sie mit Engagement und Spaß - für den emotional-berührenden Kick bei den Bildern - mit den Pferden auf Tuchfühlung ging, das war beeindruckend.
Was macht am Ende ein gutes People-Fotoshooting aus?
Intersive Vorbereitung und eine Teamarbeit, die die Stärken des Einzelnen vervielfacht.



