
Heute hat sich der ORF-Stiftungsrat am Küniglberg zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Gewählt wurden nicht nur Vorsitz und Stellvertreter, sondern auch die Mitglieder der beiden Ausschüsse für Finanzen und Technik sowie Programm. Ich wurde als einer von 18 stimmberechtigten Mitglieder in ersteren gewählt, teilnahmeberechtigt sind aber laut Geschäftsordnung alle Stiftungsräte.
Die Abstimmungen erfolgten gemäß ORF-Gesetz offen in vertraulicher Sitzung, Details fallen eigentlich unter das Beratungs- und Abstimmungsgeheimnis der strengen Transparenzregeln im ORF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Gleichzeitig wurde das Abstimmungsverhalten offenbar unmittelbar an Medienvertreter:innen weitergegeben, zum Beispiel berichtete u.a. der Standard noch während der Sitzung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) über meine Enthaltung bei der Wahl zu Vorsitz und Stellvertreter. Grund für meine Enthaltung war das Festhalten von den beiden Gewählten an explizit parteipolitisch strukturierten Freundeskreisen im Vorfeld der Sitzung, gegen das ich mich u.a. auch hier im Blog ausgesprochen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hatte.
Neben dem Format der Vorbesprechungen war auch die mediale Live-Begleitung der Sitzung anders, als ich es von ZDF-Sitzungen gewohnt war (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Leider nicht anders als (zumindest: in meiner Anfangszeit) im ZDF war ein enger Fokus auf kommerziell-datenkapitalistische Plattformen, wenn es um digitale Angebote jenseits des eigenen Portals ORF ON (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) ging.
Wobei hier nicht das Bespielen von Plattformen wie YouTube oder Instagram das Problem ist - natürlich müssen öffentlich-rechtliche Medien auch dort präsent sein (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Das Problem ist das Aussparen von nicht-kommerziellen Plattformen, seien es dezentrale soziale Netzwerke wie Mastodon/Bluesky oder sei es die reichweitenstarke Online-Enzyklopädie Wikipedia.
Gerade wenn es um Großprojekte wie den Eurovision Song Contests in Wien 2026 geht, wäre es wünschenswert, schon im Vorfeld die Bereitstellung von Inhalten - wo (urheber-)rechtlich möglich - unter offenen, Wikipedia-kompatiblen Lizenzen mitzudenken und dafür entsprechende Vorbereitungen zu treffen.