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Newsletter 01/2026

Gedanken…

In den vergangenen Wochen erreichten mich mehrere Kommentare und E-Mails, die mich verblüfft zurückgelassen haben. Sie hatten künstliche "Intelligenz" und Brotbacken zum Inhalt. In allen Fällen drehte es sich um Hilfegesuche, die an ChatGPT, an Gemini oder Le Chat gestellt wurden. Ein Leser hatte ein Problem mit Vorteigen, die unterschiedlich gut aufgingen. Beide Vorteige bereitete er in verschiedenen Mengen an Orten mit unterschiedlichen Temperaturen zu (es waren 2-3°C Differenz). Als Behälter kamen zweitgenutzte Boxen zum Einsatz, in denen zuvor Joghurt oder Sauerkraut lagerten. Auffällig war dem Leser geworden, dass der Vorteig im Krautbehälter kaum aufging, wohingegen der andere Vorteig in einem "neutralen" Behälter bestens blubberte. Die KI wurde also gefragt, ob der Behälter die Ursache sein könne. Die KI antwortete ausführlichst, lieferte mehr als eine Hand voll Argumente, weshalb der Behälter Schuld sein könnte. Alles sah plausibel aus, aber das Problem hätte es nicht gelöst. Die Antwort war so überzeugend formuliert, dass selbst ich einen Moment brauchte, um die fachliche Absurdität erkennen und mir meine eigenen Gedanken dazu machen zu können.

Die wirklich intelligente Lösung lag auf der Hand. Beim Blick in die Zahlen fiel mir zum einen auf, dass der kaum aufgegangene Vorteig in Relation zum Mehl deutlich weniger Hefe enthielt und weniger Gesamtmasse auf die Waage brachte. Zum anderen lagerte er auch noch kühler. Es war also kein Wunder, dass dieser Vorteig nicht nur weniger Trieb pro Zeiteinheit entwickelte, sondern durch die geringere Masse auch noch schneller durchkühlte und aufgrund der niedrigeren Temperatur kaum aufreifte.

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