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Der überraschende Pokal-Seriensieger!

Es ist Montag, der 02. Februar 2026, und du liest die STOFFKUNDE, meinen wöchentlichen Trikot-Newsletter.
Morgen beginnt der erste Teil des Achtelfinales im DFB-Pokal und auch wenn die Fortuna aus Düsseldorf nicht mehr mit dabei ist, habe ich ihr meine heutige Trikotgeschichte gewidmet. Denn die Fortuna hält einen Rekord im DFB-Pokal, den die meisten von euch wahrscheinlich einem anderen Klub zuschreiben würden.

Fortuna Düsseldorf vorm DFB-Pokalendspiel 1978 in Gelsenkirchen gegen den 1. FC Köln, das man mit 0:2 verlor.
Eine Niederlage, die wehtat. Denn durch das verlorene Pokalfinale im April 1978 gegen den 1. FC Köln wäre die Siegesserie der Fortuna im Pokal noch länger als ausgefallen als 18 Spiele am Stück. Abgesehen davon, dass die Fortuna drei Mal in Folge DFB-Pokalsieger hätte sein können, was im Übrigen noch keinen Klub je gelungen ist. Foto: Imago/Sporfoto Rudel

Angefangen habe ich die heutige Ausgabe der STOFFKUNDE bereits am Mittwochnachmittag, denn am Freitagmorgen bin ich nach Bremen gefahren, um erstmalig meiner Borussia bei einem Auswärtsspiel im Weserstadion beizustehen.

Da zudem mein Co-Autor von „Das Gladbach-Trikot von 1900 bis heute“, Matthias Gorke, in der Nähe von Bremen wohnt, habe ich dieses Auswärtsspiel mit einem Besuch bei Matthias verbunden. Denn wie schon öfter hier erwähnt erscheint im Herbst 2026 die um 48 Seiten erweiterte Neuauflage von diesem Buch. Wir haben die Gelegenheit genutzt, über die (Trikot-)Geschichten zu sprechen, die noch abgeschlossen werden müssen bis zum finalen Abgabetermin im Sommer. Im März bin ich auch noch einmal in Mönchengladbach, um die letzten Gespräche zu führen, die meine geplanten Geschichten abrunden.

Im Dezember letzten Jahres sind die Macher der Trikotverkaufsplattform kitts.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) groß mit einem Exklusiv-Interview im Kicker und einem aufmerksamkeitsstarken Insta-Reel mit Christoph Kramer in der Hauptrolle in der Öffentlichkeit aufgeschlagen. Seitdem ist es jedoch relativ ruhig geworden um die Plattform. Weitere Marketingaktivitäten blieben aus und auf der Website selbst scheint sich auch wenig zu tun. Da habe ich mich schon gefragt, ob das Ganze vielleicht nur viel Rauch um nichts gewesen ist.

Aus diesem Grund habe ich vor einer Woche ein Hintergrundgespräch mit Alexander Herlach, einem der Co-Gründer von kitts.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) geführt und mal nachgefragt, was es mit der Funkstille so auf sich hat. Denn nach so einem Markenaufschlag hatte ich eigentlich erwartet, dass es Schlag auf Schlag weitergeht. Im Gespräch mit Alexander kam heraus, dass das durchaus so gewollt ist und das Projekt sich aktuell noch in der Beta-Phase befindet und man mit dem Feedback und der Resonanz, die dieses Interview im Kicker und auch das Reel mit Christoph Kramer gebracht haben, den Machern genügend Resonanz gebracht hat, um das Projekt weiterzuentwickeln und zu verbessern. Ich verstehe jetzt etwas besser, woran noch gearbeitet wird und was man erreichen will und warum man sich entschieden hat, erstmal mit einer Beta-Phase weiterzumachen.

Aus Marketingsicht bin ich jedoch skeptisch, ob man mit dem großen und erfolgversprechenden Auftakt im Dezember nicht eine Chance vertan hat, sofort nachzulegen, auch auf die Gefahr hin, dass noch nicht alles perfekt läuft.

Die Zeit wird es zeigen und ich werde weiter über das Projekt berichten.

Bis nächste Woche.
Herzlichst, euer Steve

Trikotgeschichte

Der überraschende Pokal-Seriensieger aus Düsseldorf!

Original-Spielertrikot, getragen von Egon Köhnen im verlorenen DFB-Pokalendspiel gegen den 1. FC Köln am 15. April 1978. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Original-Spielertrikot, getragen von Egon Köhnen im verlorenen DFB-Pokalendspiel gegen den 1. FC Köln am 15. April 1978. Interessante Fakten für Trikotsammler: Auf dem DFB-Bundestag im Oktober 1975 hatte der Verband beschlossen, dass in Endspielen und Endturnieren des DFB keine Werbung auf der Spielkleidung getragen werden durfte. Eintracht Frankfurt hatte bei seinen beiden Pokalsiegen im Jahr 1974 und 1975 noch mit Trikotwerbung von Remington gespielt. Diese neue Regel bestand bis zur Saison 1982/83, als auch die UEFA erlaubte, in internationalen Endspielen mit Trikotwerbung aufzulaufen. Trikot und Foto: Markus Küppers
Original-Spielertrikot, getragen von Egon Köhnen im verlorenen DFB-Pokalendspiel gegen den 1. FC Köln am 15. April 1978.
Produziert wurde das abgebildete Trikot von der Firma „Format Sportbekleidung“ aus Albstadt auf der schwäbischen Alb, die für die Raubkatze aus Herzogenaurach nach eigenen Angaben eigentlich ausschließlich Trainingsanzüge und Freizeitbekleidung hergestellt hat und keine Trikots. Was offenkundig nicht stimmte, zumal auch diverse Torwarttrikots nachweislich von „Format“ im Auftrag anderer Marken produziert wurden. Trikot und Foto: Markus Küppers

Man mag es kaum glauben, aber nicht alle Rekorde im deutschen Fußball gehören dem FC Bayern. Denn trotz 20 DFB-Pokalsiegen bei 24 Finalteilnahmen halten nicht die Münchner, sondern hält Fortuna Düsseldorf den Rekord mit den meisten Siegen in Pokalspielen in Serie. Zwischen dem 6. August 1978 und dem 31. Januar 1981 verlor die Fortuna keines ihrer 18 Pokalspiele und verweist damit die Bayern und den 1. FC Köln mit jeweils 17 Siegen in Serie auf den gemeinsamen zweiten Platz. Die Siegesserie der Fortuna hätte sogar noch länger und für alle nachkommenden Mannschaften deutlich unerreichbarer ausfallen können, wäre nicht das Finale am 15. April 1978 im Gelsenkirchener Parkstadion gegen eben jene Kölner mit 0:2 verlorengegangen. Die Revanche gegen den rheinischen Rivalen gelang zwei Jahre später an gleicher Stelle durch einen 2:1-Erfolg. In der nachfolgenden Saison 1980/81 drang Fortuna dann wieder bis ins Viertelfinale vor, wo sie Hertha BSC mit 1:2 unterlag. Jene Hertha, die man 1979 im Finale noch geschlagen hatte – einer der ersten Höhepunkte der langen Siegesserie. Irgendwie passend, dass ausgerechnet Hertha für das Ende der Serie sorgte.

Spielertrikot von Josef Hickersberger, getragen bei diversen Spielen in den Jahren 1976 bis 1978. Auf dem Trikot sind die Unterschriften des Fortuna-Kaders von 1977/78 zu sehen. Der ehemalige Kaiserslautern-Profi Heinz Wilhelmi hatte mit befreundeten Bundesliga-Spielern Trikots getauscht und gebeten, diese von der jeweiligen Mannschaft signieren zu lassen. Das Trikot wurde von Wilhelmi im Rahmen einer Charity-Auktion zugunsten der Lebenshilfe in Schifferstadt und Ahrweiler versteigert. Trikot und Foto: Markus Küppers

Nicht nur im DFB-Pokal waren die Düsseldorfer damals erfolgreich, sondern auch im Europapokal. Da der 1. FC Köln als Doublesieger im Landesmeisterwettbewerb antrat, durfte die Fortuna als Finalverlierer 1978/79 die deutschen Farben beim Europapokal der Pokalsieger vertreten. Zur großen Überraschung erreichte man das Endspiel im Basler St. Jakob-Park gegen den FC Barcelona mit seinen Stars Johan Neeskens und Hans Krankl. Vor 58.000 Zuschauern, die überwiegend auf Seiten der Spanier waren, zwang die Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Tippenhauer den großen Favoriten in die Verlängerung und verlor am Ende denkbar knapp mit 3:4. In der Saison 1980/81 schafften es die Düsseldorfer im gleichen Wettbewerb dann noch einmal bis ins Viertelfinale und schieden gegen Benfica Lissabon aus. Es war der bis heute letzte Auftritt von Fortuna auf internationaler Ebene.

Spielertrikot von Gerd Zimmermann aus der Saison 1978/79. Dieses Trikot kam in mindestens drei Europapokalspielen zum Einsatz. Mit 13 Toren war diese Saison die für „Zimbo“ erfolgreichste. Trikot und Foto: Markus Küppers
Allerdings wurde Zimmermann im Europapokalfinale 1979 durch ein rüdes Foul so schwer am Knie verletzt, dass er seine Karriere nach der Saison 1979/80 nach lediglich fünf weiteren Bundesligaspielen beenden musste. Trikot und Foto: Markus Küppers

Interessant und ungewöhnlich ist, dass Fortuna Düsseldorf vom verlorenen Pokalfinale gegen den 1. FC Köln im April 1978 bis zum Ende der Pokalsiegserie und dem Europapokal-Aus gegen Benfica im Frühjahr 1981 von vier verschiedenen Trainern betreut wurde. Dietrich Weise hatte die Mannschaft zur Saison 1976/77 übernommen. Nach dem verlorenen Pokalfinale wechselte er als Trainer der U18-Nationalmannschaft zum DFB. Tippenhauer übernahm, wurde 1979 Pokalsieger und erreichte das Europapokalfinale gegen den FC Barcelona. Da es in der Bundesliga zugleich mau lief, wurde er im Oktober 1979 durch Otto Rehhagel ersetzt. Rehhagel ereilte im Dezember 1980 nur ein paar Monate nach dem Pokaltriumph 1980 das gleiche Schicksal. Er musste Heinz Höher Platz machen, der ebenfalls nur bis Saisonende bleiben durfte.

Diese Trikotkolumne erschien erstmals im Zeitspiel-Magazin #34 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) im Frühjahr 2024. Die Trikots stammen aus der Sammlung von Markus Küppers, dessen Fortuna-Sammlung ihr auf seiner Website ww w.f95-trikots.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und bei Social Media unter @f95_trikots (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (Instagram) und @Fortunatrikotsammler (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)(Facebook) besuchen könnt.

Sondertrikots

Nachdem Borussia Mönchengladbach im August 2025 bei der großen Jubiläumsveranstaltung zum 125. Vereinsgeburtstages im Testspiel gegen den FC Valencia in den Jubiläumstrikots aufgelaufen ist, kommen diese jetzt am kommenden Wochenende gegen Bayer 04 Leverkusen nun auch noch einmal in einem Pflichtspiel zum Einsatz. Zudem werden sie erneut in einer limitierten Anzahl an die Fans verkauft. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Im Sommer wurden insgesamt bereits ca. 46.000 Stück davon abgesetzt. Wie groß die Zahl der erneuten Limitierung jetzt ist, geht aus dem Newsletter von Borussia leider nicht hervor.

https://www.borussia.de/news/borussia-spielt-gegen-bayer-im-125-jahre-trikot (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Der VfL Bochum wollte am vergangenen Wochenende gegen den FC Schalke 04 eigentlich in schwarzen Sondertrikots spielen, die unter dem Motto „Pulsschlag aus Stahl“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) an die Historie als Standort des Bergbaus und vor allem der Stahlindustrie angelehnt sind. Und über die Herbert Grönemeyer in seinem Lied Bochum ja ebenfalls singt. Doch die aktive Fanszene störte sich an den Trikots, weil sie kaum bis keine blau-weißen Elemente enthielten. Speziell im Derby gegen den FC Schalke 04 fanden die Fans das Trikot als unangebracht. Also gewannen die Bochumer in Blau. Jetzt soll das Sondertrikot beim nächsten Heimspiel gegen den SC Paderborn eingesetzt werden. Bei der Recherche zu diesem Thema habe ich einen schönen Artikel gefunden, der die ganze Diskussion zusammenfasst, die ich persönlich ziemlich albern finde. Denn im Fanshop sind die limitierten Trikots längst vergriffen.

https://www.faszination-fankurve.de/news/115159/die-vereinsfarben-sind-blau-weiss-ultras-fanclubs-in-bochum-kritisieren-neues-pulsschlag-aus-stahl-sondertrikot (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Auktionen

Birmingham City: Arthur-Memorial-Matchshirts gegen Stoke City. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Die Auktion dauert noch bis zum 10. Februar.

News und Links

Adidas rüstet weiter auf und wird in der kommenden Saison den FC Energie Cottbus ausstatten. In Zusammenarbeit mit WOSZ Fan Shop GmbH, dessen Inhaber Dirk Neubert, laut Pressemitteilung stark an dem Zustandekommen des Deals mitgewirkt hat.

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Worüber ich hier schon seit Monaten immer wieder berichtet habe, ist jetzt wahr geworden. Der chinesische Sportartikelhersteller Anta hat 29% der Anteile von Puma von der französischen Familie Pinault übernommen.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/sportartikel-chinesischer-konzern-anta-wird-groesster-puma-aktionaer/100194985.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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