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Puma und Adidas holen sich die Bundesliga zurück!

Es ist Montag, der 14. Juli 2025 und du liest die STOFFKUNDE, den wöchentlichen trikotmagazin.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)-Newsletter. Zum ersten Mal seit der Saison 2013/14 haben die beiden Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma und Adidas zusammen wieder die Hälfte aller Vereine der Bundesliga unter Vertrag.

Ausrüsterübersicht 2025/26
Eine große Rolle bei der Zusammenarbeit zwischen einigen Vereinen und ihren Ausrüstern spielt auch der Teamsportausrüster 11teamsports, der in der Bundesliga offizieller Partner des FC Bayern, HSV, SC Freiburg und des 1. FC Heidenheim ist.

Gefühlt schien es mir viel weiter zurückzuliegen, dass Puma und Adidas so viele Bundesligisten und Vertrag hatten. In der Saison 2012/13 waren es sogar zehn Klubs, die entweder dem Formstrip- oder dem Drei-Streifen-Lager angehörten.

Der „Tiefpunkt“ für beide, seit sie Mitte/Ende der 1970er Jahre begonnen hatten, die Bundesliga unter sich aufzuteilen, war die Saison 2019/20, als mit Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern nur drei Vereine in der Bundesliga entweder Puma oder Adidas trugen.

Erwähnt werden muss, dass nach der Übernahme von Erima durch Adidas im Jahr 1976 viele Adidas-Klubs bis weit in die Achtziger Jahre hinein bei den Trikots wild hin und her wechselten. Auswärts wurde in Erima gespielt und daheim in Adidas oder umgekehrt.

Auch Hersteller wie Le Coq Sportif oder Pony gehörten indirekt zum Adidas-Reich. Horst Dassler, der Sohn von Adi Dassler, hatte mit Adidas Frankreich Le Coq Sportif eine Zeit lang komplett in seinem Besitz und war bei Pony einer der Hauptgesellschafter. Dadurch kamen dann auch solche Testballon-Versuche wie beim 1. FC Köln mit Le Coq Sportif von 1973 bis 1976 oder mit Borussia Dortmund und Bayer 05 Uerdingen mit Pony in der Saison 1983/84 zustande.

Trikot Bayer 05 Uerdingen von Pony aus der Saison 1983/84. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Spielertrikot von Horst Feilzer aus der Saison 1983/84. Neben Bayer Uerdingen und dem BVB in der Bundesliga lief im selben Jahr auch Rot-Weiss Essen in der 2. Liga in Pony-Montur auf. Foto: Ivo Burmeister/@trikotbuch

Oder es gab solche Kuriositäten, als Eintracht Frankfurt von 1976 bis 1978 „offiziell“ von Admiral Sportswear aus England ausgestattet wurde, aber in diesen beiden Spielzeiten von 92 Spielen (inkl. Intertoto-Runde, DFB- und Europapokal sowie Bundesliga) nur die Hälfte überhaupt in Admiral-Trikots absolvierte. In den anderen Spielen trug man entweder Adidas oder Erima.

Im Buch Das Eintracht Frankfurt Trikot von 1899 bis heute (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Stephan Reich, Boris Möller und mir, bin ich vor allem der „deutschen” Seite der Admiral-Geschichte nachgegangen und wie es überhaupt dazu kam, dass ein in Deutschland bis dahin vollkommen unbekanntes Unternehmen auf einmal Ausrüster bei Eintracht Frankfurt wurde.

Anzeige Eintracht-Trikots von Admiral (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Zur Saison 1976/77 unterzeichnet die Eintracht mit Admiral einen Vertrag. Doch es dauert bis Anfang April 1977, bis sich zur Verbindung von Klub und Ausrüster in der Stadion-Zeitung der Eintracht dazu etwas findet. Diese Anzeige erschien ein paar Mal, aber danach nie wieder.

Horst Dassler ist für mich einer der faszinierendsten Persönlichkeiten, die es in der Sportartikelbranche jemals gegeben hat. Aber auch eine der Umstrittensten. Denn die Wege, die sowohl die FIFA als auch das IOC über die letzten vier bis fünf Jahrzehnte beschritten haben, hat im Grunde er mit gelegt. Barbara Smit hat in ihrem Buch Drei Streifen gegen Puma (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) seinen Weg eindrucksvoll nachgezeichnet. Es ist für mich der interessanteste Teil dieses Buches, weil Horst Dassler früh erkennt, dass Adidas unbedingt Textilien brauchte, um weiter wachsen zu können. Seine Familie und vor allem sein Vater Adi wollten davon aber nichts wissen. Und so baute Horst Dassler fernab der Heimat im Elsass mit Adidas Frankreich sein eigenes Paralleluniversum auf. Sehr spannend finde ich den Gedanken, was Horst Dassler aus Adidas gemacht hätte, wäre er nicht bereits im Jahr 1987 im frühen Alter von 51 Jahren gestorben.

Interessant sind auch die Parallelen zum langjährigen und eng verbundenen Adidas-Partner Umbro in Großbritannien (siehe STOFFKUNDE von letzter Woche) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Auch bei Umbro starb mit John Humphrey der Sohn des Unternehmensgründers Charles Humphrey im Jahr 1979 schon früh mit 49 Jahren. Und wie bei Adidas entstand bei Umbro nach dem Tod ihrer charismatischen Führungspersönlichkeiten eine große Lücke, die lange Zeit nicht gefüllt werden konnte und die beiden Unternehmen in ihrer damaligen Entwicklung weit zurückwarfen.

Bis nächste Woche
Euer Steve

What else?

Jan Wouters, Europameister von 1988, wird am 17. Juli 65 Jahre alt.

Weitere Geburtstage diese Woche:
14. Juli: Serge Gnabry (30)
17 . Juli: Dieter Herzog, Mitglied der Weltmeisterelf von 1974 (79) und Robin Koch (29)
19. Juli: Kevin Großkreutz (37), Deniz Undav (29), Claus-Dieter-Pele Wollitz (60)
20. Juli: Waldemar Anton (29)

Ich glaube, ich kann die STOFFKUNDE bereits wieder einstellen. Denn wenn im Radio bei Bayern 1 in einer Nachrichtensendung! am Freitagabend das neue Auswärtstrikot des FC Augsburg ausführlich vorgestellt wird, welche Chance habe ich mit meinem kleinen Newsletter gegen solch eine Reichweite?

Schwabenliebe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) nennen der FC Augsburg und Mizuno das gute Stück. Es ist, wie der Name schon sagt, eine Hommage an die Region Bayerisch-Schwaben, deren Flagge und Wappen die Farben Rot und Gelb tragen und die sich auf dem Trikot an vielen Stellen wiederfinden. Nach dem sehr beliebten Römertrikot (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus der vergangenen Saison legen Klub und Ausrüster jetzt wieder ein Trikot vor, dass bei den FCA-Fans gut ankommen wird. Und bei Bayern 1.

https://youtu.be/8LjYDuKyqnU?si=XEWiCFuMqArbnFUx (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Kicker Sonderheft 1981/82

Der Kicker feiert heute seinen 105. Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch.

Speziell die Kicker-Sonderhefte haben mich als Kind und Jugendlicher sehr geprägt. Ich habe es schon oft erzählt, u.a. im Vorwort zu meinem ersten Buch Bundesliga-Trikots und auch in der Projektbeschreibung für trikotmagazin.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): Die ersten Blicke ins Sonderheft galten jedes Jahr den Mannschaftsfotos. Da schaute ich mir sehr genau an, welche neuen Trikots, Ausrüster und Trikotsponsoren die Vereine präsentieren.

Alte Fußball-Zeitschriften wie der Kicker, das Kicker Fußball-Magazin oder aber Stadionmagazine sind übrigens hervorragende Recherchequellen für meine Bücher. Ohne das Kicker-Archiv, meine gesammelten Fohlen-Echo Ausgaben oder das fantastische Printarchiv eines Othmar “Doc” Hermann (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) über Eintracht Frankfurt, hätte ich viele Geschichten gar nicht erzählen können.

Speziell interessiert bin ich an alten Stadionmagazin-Ausgaben von 1973 bis 1980. Denn das ist die Zeit, in dem die Trikotwerbung in die Bundesliga einzieht und sich viele Vereine das erste Mal für einen Brustsponsor entscheiden. Wenn ihr solche alten Hefte besitzt, dann durchforstet die gerne mal nach Infos zum Thema Sponsor oder Ausrüster und lasst mir gerne Scans oder Fotos davon zukommen. Kaufen kann ich mir die Hefte alle nicht, deshalb freue ich mich sehr, wenn ihr mich auf diese Weise bei meinen Recherchen unterstützt.

Ein weiteres Print-Magazin feiert dieser Tage einen runden Geburtstag:
Das Zeitspiel-Magazin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) von Hardy Grüne und Frank Willig wird zehn Jahre alt!
Seit 2019 darf ich mit meinen Trikot-Kolumnen daran mitwirken. Viele Trikots von befreundeten Trikotsammlern wurden darin bis Ende letzten Jahres vorgestellt. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Seit Anfang des Jahres habe ich die Rubrik umgebaut und unbenannt in Mein Lieblingstrikot. Hier bekommen aktuelle und ehemalige Profis sowie Trikotsammler die Möglichkeit ihr Lieblingstrikot zu präsentieren und die Geschichte dazu zu erzählen. Im Frühjahr erzählte Stefan Hampl über seine kurze Zeit beim SC Freiburg und sein Lieblingstrikot, mit dem er am 06. März 1999 in München sein erstes Bundesliga-Spiel bestritt. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

In der aktuellen Ausgabe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), die Ende Juni erschienen ist und die ihr im Abo oder als Einzelheft im Zeitspiel-Shop (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erwerben könnt, präsentiert der Ex-Gladbacher Martin Schneider exklusiv für Zeitspiel sein Lieblingstrikot, das er am 29. Oktober 1996 beim UEFA-Pokal-Rückspiel der Borussia bei der AS Monaco trug.

Martin Schneider im Diebels Alkoholfrei Trikot (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Martin Schneider in seinem Lieblingstrikot aus dem UEFA-Pokalspiel bei der AS Monaco im Oktober 1996. Die ganze Kolumne "Alkoholfrei in Monaco" findet ihr in der aktuellen Zeitspiel-Ausgabe "Kultstätten des Fußballs" - Jetzt bestellen! Foto: Martin Schneider

Ich bin auf der Suche nach weiteren Protagonisten, die sich in ihrem Lieblingstrikot abblichten lassen und ihre Geschichte dazu erzählen möchten. Mit Markus Pröll steht ein weiterer Ex-Profi für eine der nächsten Kolumnen bereits fest. Ich freue mich jedoch über jeden weiteren Kontakt zu (Ex-) Spielern oder (Ex-) Spielerinnen sowie auf eine Bewerbung von euch. Vielleicht seid ihr demnächst in dieser Kolumne oder mit einem Sammlerportrait, wie dem von Boris auf trikotmagazin.de mit dabei. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Wenn euch diese zweite STOFFKUNDE gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn ihr diesen Newsletter an eure Freunde und Bekannten weiterleitet, damit diese sich hier ebenfalls

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