Über 40 Grad. Hitzewelle über mehrere Tage in der Stadt. Ohne Klimaanlage wohlgemerkt. In diesem Video zeige ich dir, was ich versucht habe, um nicht völlig zu durchzudrehen.
38… 39… 40…41 Grad. In der letzten Woche wurde der Hitzerekord im Juni gebrochen. Dabei war es nicht nur 1 Tag lang so heiß, sondern die Hitze baute sich über die Woche allmählich auf mit 38/39 Grad am Freitag und Samstag.
In den Tagen davor war es aber auch weit über 30 Grad mit 34/35 Grad am Mittwoch/Donnerstag. In einer Stadt wie Köln und mit einer Innenstadtwohnung im 3. Stock mit Südwest-Ausrichtung bedeutet das dann: Langsam gegrillt werden.
Bei solch hohen Temperaturen über mehrere Tage hinweg und vor allem bei der schwülen Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit gibt es kaum Erholung. Hier würde nur eine Klimaanlage oder ein mobiles Klimagerät helfen. Beides gibt es nicht in meiner Wohnung.
https://youtu.be/Q3unvk_BVRM?si=AaJ8v-3fR_sgL8Rt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Auch früher war es im Sommer schon mal heiß. Aber an mehrere Tage über 30 Grad kann ich mich in meiner Kindheit kaum erinnern. Es gab eher die berühmten verregneten Sommer – und wie sehr sehne ich mir diese heute zurück.
Stattdessen haben wir heute dank des Klimawandel Phänomene wie „Hitzeglocken“, bei denen sich die Hitze in einer riesigen Glocke festsetzt und sich länger nicht bewegt. Da kommt zu der körperlichen Herausforderung auch die mentale dazu.
9 nach 9 Uhr morgens. Das Thermometer zeigt 29 Grad.
Die Wohnung hat sich kaum abgekühlt, aber irgendwie ist die Nacht überstanden. Hier in der Wohnung gibt es auf jeder Seite große, hohe Fenster. Ideal zum Querlüften. Dann wird erst die Ostseite gegen die Sonne zugemacht, später auch die Südseite. Da aber die Hitze schon in der Wohnung ist, hilft das nur noch, um es nicht noch schlimmer zu machen.
11 Uhr 35. Das Thermometer zeigt etwas über 30 Grad.
Neben Pfefferminztee und Wasser trinke ich Ayran, ein türkisches Joghurtgetränk mit Wasser und Salz. Das hilft, um den Mineralverlust durch das viele Schwitzen wieder auszugleichen.
Mittags esse ich entweder meinen Salat oder diese wunderbar kühle und leckere Suppe aus Litauen: Šaltibarščiai mit Roter Beete, Kefir, Frühlingszwiebeln und Kräutern wie Dill. Solch kalte Suppen kenne ich auch aus Spanien, der Türkei, Persien und auch hier aus Deutschland.
Hier gibt es ein schön beschriebenes Rezept der Rote-Beete-Suppe (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Kurz vor 14 Uhr. Das Thermometer zeigt 31 Grad.
Die Wohnung ist jetzt verdunkelt. Damit ich nicht noch ganz trübsinning werde, fahre ich zum Training ins Neptunbad. Was sich erst einmal verrückt anhört, ist an diesem Tag genau das richtige: Der Trainingsraum ist relativ kühl und die Trainer haben zwischendrin einfach mal Zeit für mich. Hinterher gehe ich sogar noch in die Sauna und bin danach herrlich entspannt.
Um wieder Mineralien aufzunehmen, mache ich mir meinen Ayran einfach selbst: Ich fülle etwas Joghurt in eine große Flasche, fülle diese mit Wasser auf und füge noch 2 bis 3 Teelöffel Salz hinzu. Ich nutze dazu einfach Leitungswasser.
Bei der Salzmenge würde ich selbst ausprobieren, was für dich passt. An diesen heißen Tagen, wo einem die Suppe einfach nur so aus dem Körper läuft, habe ich immer das Gefühl, dass es ruhig etwas mehr Salz sein darf. Wenn du allerdings eine Herzschwäche, Bluthochdruck oder etwas mit den Nieren hast, solltest du extrem vorsichtig sein.
Ich hatte zwischendrin Kopfschmerzen und den Eindruck, dass diese von fehlenden Elektrolyten kamen, so dass ich es einfach ausprobiert habe. Geholfen hat es auf jeden Fall.
20 Uhr 23. Das Thermometer zeigt 32 Grad.
Ich dusche eigentlich den ganzen Tag immer wieder – und in der Nacht auch mehrmals. Der neue Ventilator gibt dann auch das Gefühl, dass zumindest irgendetwas in Bewegung ist.
Ansonsten lege ich feuchte Tücher auf, dusche ständig, auch nachts, trinke Eiskaffee und leide so still und manchmal laut vor mich hin.
Denn diese Hitze über mehrere Tage schlägt auch aufs Gemüt. Individuell kann ich dann akut nur versuchen, es anzunehmen. Dabei habe ich es noch total gut: Meinen Job kann ich mir zu einem großen Anteil selbst einteilen – vieles erledige ich von meinem Büro aus. Es ist kein körperlicher Job, und gerade muss ich auch nicht viel unterwegs sein. Umso wichtiger ist es, dass wir Orte finden, an denen ein bisschen Erholung zu finden ist. So wie hier zum Beispiel mit der Karte der „Kühlen Orte“ in Köln, die auch interaktiv mithilfe der Bürger*innen entstanden ist. Übrigens nicht nur in Köln, sondern deutschlandweit.
Und hier zum Schluss noch eine wunderbar einfache, effektive Idee fürs schnelle Abkühlen mit ein bisschen Spaß: einfach ein paar Löcher in einen Schlauch machen, Wasser marsch und fertig ist die Sommerdusche.