
Ich habe inzwischen einige Etappen in meinem Leben durchlaufen
Wohnorte, Berufe, Hobbies
Und manchmal fühlt es sich an, wie in einem Videospiel
Man betritt eine neue Stadt,
erledigt Aufgaben und erlebt Abenteuer
und dann zieht man weiter
während die Bewohner aber schon lange vor einem dort
ihr Leben gelebt haben
Und es lange tun, nachdem man schon weg ist
Ich habe studiert, meinen Abschluss gemacht
Habe zehn Jahre dort gearbeitet, gelehrt, gelebt
Und dann habe ich die Uni verlassen
Bin an die Schule gegangen
Habe mich dort eingelebt, meine Beziehungen aufgebaut
Und bin weitergezogen
Wir mussten in meiner Kindheit sehr oft umziehen
Ich hatte nie eine Heimat,
es ging immer woanders hin
Jetzt sehe ich wie Menschen feiern,
dass sie 50 Jahre in einem Beruf waren
50 Jahre in einem Ort gelebt haben
50 Jahre in einem Sportverein waren
Und ich frage mich, ob ich jemals lange genug an einem Ort sein werde,
Um das auch zu erleben
Aber was am meisten weh tut, ist das Vergessen
Jedes Mal sagen die Menschen
„Lass uns in Kontakt bleiben“
Und jedes Mal weiß ich,
das wird nicht passieren
Ich halte oft noch lange daran fest
Versuche mich zu melden, Kontakt zu halten,
hinterherzulaufen und mich an etwas zu klammern,
was nicht mehr sein soll
Menschen, mit denen man ein Jahrzehnt verbracht hat
Intensiv in Beziehung war
Und auf einmal entgleiten sie einem
Und irgendwann lasse auch ich los
Irgendwann muss ich erkennen,
wenn ich gehe, verblasse ich aus ihren Leben
Messenger erhalten die Illusion,
dass man in Verbindung bleibt
Die letzte Nachricht in vielen Chatfenstern:
Ich meld‘ mich später bei dir
And they never did
Diese Woche hat jemand,
der mal eine große Rolle in meinem Leben gespielt hat
einen der wichtigsten Schritte in seinem Leben getan
Und ich wusste nicht mal davon
Da wusste ich, auch dieses Kapitel ist vorbei
Und ich sitze hier und es tut weh zu sehen,
wie leicht man vergessen wird
Die frühkindliche Angst,
wenn ich nicht mehr laut bin und Aufmerksamkeit erzeuge,
dann verschwinde ich
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit ❤️