Es ist Montag. Zeit für eine neue Folge deines Lieblings-Podcast "Wie übt eigentlich..?" . Im Newsletter erzähle ich dir von meinen Highlights, den Technik-Tipps meines Gastes und was sie oder ihn beim Üben motiviert.
Lesezeit: 4 Minuten
Methoden zu Routen kombinieren
Was ist effektiver als eine Übe-Methoden? Genau, du ahnst es wahrscheinlich schon: Mehrere unterschiedliche Methoden. Das hat sich mein aktueller Podcast-Gast Ulrich Menke ebenfalls gedacht und überlegt, wie man verschiedene Methoden beim Üben in Verbindung setzen kann. Das Methoden-Navi. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Mein Lieblingszitat
“Frage direkt: Wie kann ich…? Was muss ich tun, damit…? – dann entsteht Handlungssprache statt Fehlerbezeichnung.”
Ulrich Menke
🌳 Unsere Methoden-Route aus dem Podcast
Dvořák: Sonatine op. 100, Finale

Methode 1 - Slow Motion
Ziel: Intonation, Bewegung und Klanggefühl schärfen
So mache ich’s jetzt:
Fokus setzen – „Mein Tonraum ist Cis-Moll.“ Ich spiele die Skala nur bis zur Terz/Quinte/Oktave/None etc.
Zeitlupe an – Ich spiele die Passage extrem langsam. Jeder Ton bekommt „Luft“, der 3. Finger-Umgriff im Notenbeispiel hat Priorität.
Parameter reduzieren – Erst Bogenbewegung ohne Ton (Air-Bowing), dann leere Saite, dann Tonraum anschließend alles zusammensetzen
Atmen + Hören – Auf Reinheit (Schwebungen) und Übergänge der Töne achten. Wenn’s wackelt: noch langsamer.
Mini-Loop – Zum Beispiel dreimal die gleiche Mikro-Bewegung in Zeitlupe wiederholen, dann erst weiter.
Methode 2 - Looping
Ziel: Wiederholung mit Variation, Bewegungsautomatismen sauber verankern.
So mache ich’s jetzt:
Loop definieren – Ich markiere 2–4 Schläge inkl. kritischem Übergang.
Rhythm First – Ich „spreche“ und spiele den Rhythmus - lässt sich auch bereits auf die Tonraum-Übung aus Slow Motion anwenden
Zieltempo annähern – „Von 0 auf 180“ in feinen Stufen und Sprüngen (vgl. z.B. “Warum du nicht schneller spielen kanst” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))
Methode 3 - Auswärts- & Heimspiel
Ziel: Flexibilität erhöhen, dann zur Originalstelle zurück
So mache ich’s jetzt:
Heimspiel – Stelle einmal sauber im aktuellen Setup spielen (Original-Saite/Lage/Oktave).
Auswärtsspiel wählen –
Streichinstrumente: gleiche Passage auf anderer Saite oder in anderer Lage.
Klavier: eine Oktave höher/tiefer, ggf. andere Fingersätze.
Blasinstrumente: sofern möglich Oktav-Transposition, oder z.B. Halbton höher/tiefer
Langsam + sauber – erst wieder in Zeitlupe, dann Loop-Stufen.
Zurück ins Heimspiel – Transfer spüren: „Fühlt sich leichter/übersichtlicher an?“
Methode 4 - Kofferpacken
Ziel: Fragmente wieder ins Stück integrieren
So mache ich’s jetzt:
Mikro → Makro – Ton für Ton die gesamte Phrase zusammenbauen.
Zielton definieren – „Wohin möchte die Phrase?“
Dynamik & Bogenplanung – Cresc./Decresc., Bogenaufteilung, Atmung skizzieren.
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“Wie übt eigentlich..?” Playlist
Die Musik-Empfehlungen von Ulrich Menke findest du natürlich auf meiner “Wie übt eigentlich..?” Playlist. Plus: Das was mein Gast gerade hört und ihn musikalisch geprägt hat.
https://open.spotify.com/playlist/6dIfUEw8wfOezeshbsFrIC?si=b02c7144590b488f (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Das Interview
https://open.spotify.com/episode/1aNryTVX7FffbDl0yGq0rD?si=602e994759794015 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Zum Nachlesen
Alle Interviews kannst du auch in Ruhe jederzeit nachlesen. Schau dazu einfach auf meinem Blog what-is-practice.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) vorbei!
Aus meinen Recherchen
In der Vorbereitung habe ich das Buch von Ulrich Menke gelesen. Eine Zusammenfassung meiner Eindrücke findet ihr auf dem what-is-practice Blog.