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Wenn über Weihnachten ein starker Wind fegt

Autorin: Rebecca Dernelle-Fischer / Grafik und Empfehlungen: Judith Beständig

„Rebecca, kannst du uns etwas über Weihnachten mit erwachsenen Kindern im Haus schreiben? So ganz wie du bist, wie du es erlebst.“

„Ja klar, super gern.“ Ich habe schon so oft über Weihnachten geschrieben. Ganz besonders für Mamas, die zwischen Druck und Traditionen, Mental Load und Nein-Sagen, hässlichen gebastelten Dekorationen und hippen Tannenbäumen, und Geschenken, die man so gut versteckt hat, dass man sie nicht mehr findet, jonglieren. Es ist für mich ein bekanntes Terrain. Daher nehme ich die Challenge lächelnd an. Der Abgabetermin ist ziemlich nah und es ist mitten im November, aber bitte – das schaffe ich doch mit links, so denke ich.

Und: so die Theorie. Ich mache mir Mut: „Rebecca, du schaffst das. Es ist nicht dein erstes Rodeo, du musst ja nur…“

Ja, was genau muss ich denn nur? Zeit finden. Mich hinsetzen, hineinhorchen. Was wollen mein Herz und mein Kopf euch sagen? Ich liebe es zu schreiben. Ich packe mein ganzes Sein hinein und sage immer: „Es ist ein bisschen wie eine Blutspende.“ Ich gebe großzügig, was ich in mir finde: Gefühle, Traditionen, Geschichten, Migrationshintergrundsflair, Angsthasentricks, Psychologinnengedanken und am liebsten einen Tick Humor und Kreativität. Ich mag, wenn das, was ich schreibe, echt ist – authentisch, direkt vom Leben erzählt.

Aber diesmal hat es mich erwischt. Die Panik. Eine alte Bekannte in meinem Leben. Sie sitzt öfter mit mir im Auto, wir sind gemeinsam unterwegs. Elizabeth Gilbert beschreibt es so gut in ihrem Buch Big Magic: „Die Angst ist dabei, sie fährt mit – aber sie sollte nicht ans Steuer.“

Tja, Pech gehabt. Diesmal ist meine Angst so groß, dass sie mir ständig ins Wort fällt. Seit Tagen lasse ich den Text in mir blühen. Ich suche eine kleine Geschichte als Einstieg, ich lache, ich schmunzle, ich weiß genau, was ich dir schreiben möchte – aber ich schaffe es nicht.

Dreimal schreibe ich den ersten Absatz, dreimal fahre ich gegen eine Wand: gestoppt, ich komme nicht weiter. Wie ein Opossum im Scheinwerferlicht falle ich um – gelähmt. Naja, tot bin ich ja nicht, aber mein Gehirn scheint im Nebel zu liegen. Sind es die Wechseljahre, die mir fröhlich „Wir kommen bald!“ zuwinken? Ist es einfach meine To-do-Liste, die keine Pause findet, eine Schallplatte, die auf der falschen Geschwindigkeit läuft? Sind es die Zweifel, die mich stoppen: „Du darfst ja nicht schreiben, was willst du sagen? Deine ältesten Töchter sind ja auch nicht wirklich aus dem Haus, die studieren doch noch…“ Und dann diese Feststellung: „Also so gut im Griff hast du deine Weihnachtsplanung ja auch nicht!“

Wenn ich keine Panik gehabt hätte, hätte ich dir am liebsten geschrieben:

Sujet Wurzeln & Wunder

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