
Obwohl es hier um Musik geht, ist das Komponistenquartier zunächst einmal ein Ort der Ruhe. Umgeben von unangenehm lauten Straßen wie dem Holstenwall oder der Willy-Brandt-Straße reichen nur wenige Schritte in Richtung Peterstraße aus, um plötzlich in einer anderen Zeit aufzutauchen. Historische Backsteinhäuser, gemütliche Kopfsteinpflaster und meist wenige Menschen schaffen eine ganz besondere Atmosphäre.
Das passt zu den bekannten Persönlichkeiten, um die es in diesem Viertel geht. Gustav Mahler, Johannes Brahms, Georg Philipp Telemann oder Fanny und Felix Mendelssohn gehören dazu, die meisten stammen aus dem 19. Jahrhundert, alle haben eine Verbindung zu Hamburg. Und auch wer sich nicht besonders für klassische Musik interessiert, sollte dem Charme dieses einzigartigen Ortes erliegen, der das spezielle Lebensgefühl anderer Epochen zeigt.
Jedem der Musikgenies sind in dem Museumsensemble nur ein oder zwei Räume gewidmet. Doch das Ausstellungskonzept (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) wirkt frisch, es gibt eine “Wundermaschine” und ein selbstspielendes Klavier. In Japan und Südkorea ist das Komponistenquartier bereits ein Hit, für viele Menschen ein Muss auf ihrer Europareise. Da wäre es doch schön, wenn zum zehnjährigen Bestehen 2025 auch mehr Hamburgerinnen und Hamburger diese kleine Oase entdecken.