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Vergänglicher Ruhm

Die Kurzgeschichte “Vergänglicher Ruhm” ist im Dezember 2025 entstanden. Sie ist die erste Geschichte, in der ich meine Vergangenheit in einer streng religiösen christlichen Gruppierung thematisiere. Die Geschichte an sich ist fiktional, die Charaktere sind ausgedacht. Doch die Geschehnisse basieren auf realen Begebenheiten.

Bevor du die Geschichte liest, möchte ich dich kurz in den Kontext hineinnehmen.

Meine Vergangenheit in einer streng religiösen Gruppierung

Ich bin in einem sehr religiösen Umfeld aufgewachsen. Diesen Umstand allein sehe ich noch nicht als problematisch an. Eine lebendige Spiritualität und die Zugehörigkeit zu einer religiösen Gruppe können für einige Menschen sehr bereichernd sein.

Problematisch wird es dann, wenn in einer religiösen Gruppe mit Zwang und Druck gearbeitet wird und ein sehr enggefasstes Weltbild mit absolutem Wahrheitsanspruch vorherrscht, das streng zwischen “Wir-hier-drinnen” und “Die-da-draußen” unterscheidet – was bei mir der Fall war.

Als ich im Erwachsenenalter beschloss, mich aus diesem Umfeld zu lösen, das fast mein gesamtes bisheriges Leben bestimmt hatte, begann ein langer, schmerzhafter Prozess der Ablösung, der alles über den Haufen warf, was ich bis dahin für sicher und wahr gehalten hatte. Ich verlor mit einem Schlag meine Lebensmitte, fast alle meine Freunde und sozialen Kontakte.

Das war eine einschneidende Erfahrung.

Mit dem Ausstieg aus den religiösen Kreisen, aus denen ich kam, fing außerdem ein tiefer Prozess des Aufarbeitens an. Ein notwendiger, heilsamer und gleichzeitig unheimlich schmerzvoller Prozess des Erkennens und Verstehens.

Auf der Suche nach Antworten: Was ist mir da eigentlich passiert?

Nach Jahren tiefer Verunsicherung hat mein Leben heute neuen, festen Grund gefunden, auf dem es steht. Vieles habe ich bereits verarbeitet, einiges steht noch an.

Im Versuch, meine eigene Geschichte zu verstehen, habe ich mich tief in das Rabbit Hole streng religiöser Gemeinschaften christlicher Prägung begeben. Ich habe viel Literatur dazu gelesen und mich mit anderen Betroffenen ausgetauscht. Immer mit der Frage, wie genau diese engen religiösen Gemeinschaften funktionieren, wie dieser ganz eigentümliche Druck in ihnen entsteht, wie dieser die Psyche der Mitglieder formt und ihre Lebensentscheidungen beeinflusst.

Alles, was ich auf diese Weise erfahren habe, hat mich dazu bewegt, über dieses Thema sprechen.

Ich tue das nicht, weil ich meine persönliche Geschichte für so unglaublich wichtig halte. Sie ist nur deshalb wichtig, weil viele Menschen Ähnliches erleben.

Und weil ich weiß, wie schwer es ist, selbst gegenüber Freunden zu vermitteln, was genau einem da passiert ist, will ich mit meinem Schreiben Brücken bauen. Erzählungen können das, was wir mit bloßen Worten nicht erklären können, anderen zugänglich machen. Weil sie nicht erklären, sondern bildlich darstellen. Weil sie Ereignisse fühlbar und damit nachvollziehbar machen.

Davon erzählen: Das Schweigen brechen

Wer sich entscheidet, aus einem System auszusteigen, das seine gesamte Wirklichkeit geformt hat, der fällt in ein tiefes Loch aus Einsamkeit, Unsicherheit und Schweigen. Die Freiheit, die man sich äußerlich erkämpft hat, fühlt sich im Inneren zunächst wie eine Bedrohung an.

So war es bei mir. So höre und lese ich es von vielen, die diese Erfahrung gemacht haben.

Es dauert, bis die innere Freiheit mit der äußeren mitzieht. Bis auch innerlich die jahrelang aufgebauten Mauern aus Angst und Scham zu bröckeln beginnen – und wirklicher Freiraum entsteht.

Während jeder diesen Weg der inneren Entwicklung für sich selbst gehen muss – niemand kann einem diese Aufgabe abnehmen –, sind Menschen, die einen auf diesem Weg bestärken, von größter Wichtigkeit. Ob das gute Freunde, eine Therapeutin oder Menschen aus Büchern sind.

Ich sehe es als meine Aufgabe als Autorin an, das Schweigen über dieses Thema zu brechen – und damit auch ein Stück der Einsamkeit und Unsicherheit. Wenn wir erfahren, dass es anderen auch so geht; wenn es plötzlich Worte für vertraute, aber unsagbare Empfindungen gibt – dann gibt es die Möglichkeit zu Austausch und neuer Verbindung.

Fremde Welten öffnen. Unsagbares, Gefühltes in Worte fassen. Verborgene Unterströmungen sichtbar machen.

Das Gespräch darüber eröffnen.

Das ist, was ich möchte.

Ich sehe meine Kurzgeschichte Vergänglicher Ruhm dabei als Anfangspunkt an. Es ist mein erster Schritt hinein in dieses Thema. Weitere werden folgen.

Und nun zur Geschichte.

Die Kurzgeschichte: Vergänglicher Ruhm

Wir befinden uns in einer eiskalten Kirche, an einem Sonntagabend kurz vor dem Advent. Kati, ein vierzehnjähriges Mädchen, hört mit ihrer Familie den alljährlichen Adventsvortrag, den sie aus unzähligen Jahren auswendig kennt. Doch dieses Jahr hinterlassen die Worte, die sie hört, tiefe Spuren…

Die Geschichte liegt hinter der Paywall.

Wenn du sie lesen möchtest, schließe bitte hier eine Mitgliedschaft deiner Wahl ab (du kannst auch nur für einen Monat Mitglied werden). (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Bonus:

Ich habe Vergänglicher Ruhm für euch eingelesen und stelle sie neben dem Text zusätzlich als Audiodatei zum Anhören zur Verfügung.

Sujet diary of a writing woman

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