Hallo lieber Juli, von der sommerlichen Leichtigkeit bin ich leider gerade meilenweit entfernt, aber ich merke auch: Vielleicht darf ich künftig einfach nicht mehr so hohe Erwartungen an die warme Jahreszeit haben. Im Sommer passiert eben genauso viel Mist wie sonst auch, es gibt genauso viel Arbeit, oft sogar noch mehr. Schön ist aber: Am 29. Juli habe ich eine Lesung bei Literatur Moths (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und im Oktober einen Urlaub auf meiner griechischen Lieblingsinsel (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) gebucht. Daran halte ich mich gerade fest!
Bevor ich mich außerdem in eine kleine Newsletter-Sommerpause im August verabschiede, gibt’s in dieser Ausgabe noch zwei schöne Tipps gegen Fernweh: ein neues Bistro in München, in dem man sich für einen Abend nach Frankreich träumen kann – und eine Hotel-Empfehlung auf Ischia, weil Italien einfach immer geht. Bis ganz bald, wir lesen uns im September wieder!

Die neue Franzi Bar: Kurzer Ausflug nach Marseille
Momentan bin ich gedanklich ganz viel in Marseille (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) – das liegt zum einen daran, dass ich für den Merian eine Geschichte über die Hafenstadt geschrieben habe, dazu letzte Woche noch eine Podcast-Aufnahme hatte und zum anderen viele Freundinnen gerade dort sind oder waren. Diese Sommerwoche im letzten Juni dort war außergewöhnlich schön: viel Freundinnenzeit, viel gutes Essen, viel Salzwasser, lange Abende, gute Drinks und schöne Menschen. Kein Wunder, dass Marseille immer beliebter wird!

Da ich den Hochsommer allerdings wie jedes Jahr stur in München verbringe (und es hier schon heiß genug ist), kommt ein Trip nach Südfrankreich gerade nicht infrage. Aber zum Glück eröffnen in München immer mehr französisch inspirierte Bistros, in denen man sich für einen Abend ans Mittelmeer träumen kann – wie im neuen Franzi (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz. Die Schwester der Franz Bar (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), die letztes Jahr in Sendling aufgemacht hat und seitdem ausreserviert ist.
Als ich dort am Freitagabend saß, bei 28 Grad, ein eiskaltes Glas Bubbles vor mir, die verschnörkelten Altbaufassaden der Isarvorstadt um mich herum und über mir die singenden Schwalben am Abendhimmel, da war ich selig.
Auch in der Franzi konnten wir nur noch einen der frühen Tische ergattern, aber als Trostpflaster gab es Happy Hour bis 18 Uhr. Das heißt, es gab Crémant für fünf Euro. Als ich dort am Freitagabend saß, bei 28 Grad, ein eiskaltes Glas Bubbles vor mir, die verschnörkelten Altbaufassaden der Isarvorstadt um mich herum und über mir die singenden Schwalben am Abendhimmel, da war ich selig, fühlte mich bestätigt in meiner Idee, den Sommer wieder in München zu verbringen – und wusste, warum ich eigentlich so gerne essen gehe.

Die letzten Monate war ich wenig in Restaurants – zum einen, weil's ein enges Jahr ist und ich nicht so gut verdiene wie sonst, zum anderen kann ich einige Preise nicht mehr nachvollziehen und mache lieber gar nicht mit, bevor ich mich ärgere. Aber im Grunde ist Essengehen so viel mehr als „nur“ Freunde treffen oder Nahrungsaufnahme – es ist ein Sich-Wegträumen, eine Alltagsflucht, ein Kurz-mal-woanders-Sein, in Italien, Griechenland oder eben Marseille. Urlaub für einen Abend sozusagen, und dafür ist die Franzi ein sehr guter Ort!
Franzi Bar & Bistro, Maistraße 10 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Italienischer Sommer: Das Umberto a Mare auf Ischia
Im Sommer ertappe ich mich oft dabei, dass ich neidisch bin auf Festangestellte – natürlich nicht darauf, bei 36 Grad zum Arbeiten gezwungen zu werden, aber darauf, im Juli kurz und knapp einen „schönen Sommer“ zu wünschen und sich dann eine Abwesenheitsmail bis September einzustellen. Diese Festangestellten fahren dann über den Brenner und verbringen so einen richtig langen, sorgenfreien August in Italien. So stelle ich es mir zumindest vor.

Wenn ihr genau so einen Sommerurlaub plant, kann ich euch Ischia nur empfehlen. Ich habe letztens schon mit einer Freundin gerätselt: Alle fahren an die Amalfiküste und nach Sardinien (vollkommen zu Recht), aber über Ischia spricht fast niemand. Warum eigentlich? Liegt es daran, dass es in den Köpfen der Deutschen immer noch die altbackene Merkel-Insel ist? Oder daran, dass man bei Thermalquellen eher an ein Rentnerparadies denkt als an Dolce Vita?
Diese besondere, ruhige, leckere und wunderschöne Insel mit ihren heißen Quellen, dem Brioche-Eis-Sandwich, der besten Pizza meines Lebens, dem glasklaren Wasser, blutroten Sonnenuntergängen auf Plastikstühlen und Pesche al vino.
Mir soll es recht sein, Ischia darf gerne weiterhin ein bisschen unter dem Radar laufen. Ich habe unseren Urlaub dort nie vergessen und denke oft an diese besondere, ruhige, leckere und wunderschöne Insel mit ihren heißen Quellen, dem Brioche-Eis-Sandwich, der besten Pizza meines Lebens, dem glasklaren Wasser, blutroten Sonnenuntergängen auf Plastikstühlen und Pesche al vino – hier wird Weißwein in einer Karaffe mit Pfirsichstücken serviert.

Bei der Unterkunft hatte ich mich wie so oft stundenlang durch Booking gewühlt und einen echten Glücksgriff gemacht: das Umberto a Mare (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Ein wunderbares, kleines Hotel direkt am Meer mit nur zehn Zimmern und einem Restaurant, das bis dahin schon jahrzehntelang im Guide Michelin empfohlen wurde – und 2025 nun tatsächlich den ersten Stern bekommen hat. Vollkommen zu Recht, denn das Essen war perfekt!
Ein wunderbares, kleines Hotel direkt am Meer mit nur zehn Zimmern und einem Restaurant, das bis dahin schon jahrzehntelang im Guide Michelin empfohlen wurde – und 2025 nun tatsächlich den ersten Stern bekommen hat.
Zum Frühstück gab es Cornetto mit selbstgemachten Marmeladen, Espresso und frisch gepresstem Orangensaft, mittags mal Calamari, Caprese, Vongole oder Sardellen und abends ein Mehr-Gänge-Menü, das einem wirklich die Schuhe ausgezogen hat. Da das Dinner im Hotel aber nicht ganz günstig war und der Ort Forio kulinarisch einiges zu bieten hatte, waren wir oft auch auswärts essen. Alles in allem war das mein perfekter Italienurlaub: unaufgeregt, entschleunigt und sehr lecker.

Umberto a Mare, d'Ischia, Via del Soccorso, 8, 80075 Forio NA, Italien (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Was ist Zeitlang?
Zeitlang ist ein unabhängiger und persönlicher Newsletter, in dem ich sowohl über Lieblingsorte in meiner Heimatstadt München als auch auf der ganzen Welt erzähle. Im Bayerischen bedeutet „Zeitlang“ Heimweh und Sehnsucht. Einmal im Monat schreibe ich hier also über besondere Restaurants, Cafés, Hotels und Orte, nach denen ich Zeitlang habe. Das kann der kleine Park nebenan sein, genauso wie das Designhotel am anderen Ende der Welt.
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Hotels, Ausflüge und Reisetipps für Sri Lanka (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Meine 25 Lieblingsorte in Sendling (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Sieben besondere Winterhotels (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Hotels, Restaurants & Lieblingsorte in Meran (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Restaurants, Ausflüge & Sehenswertes in Marseille (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Wer schreibt hier?

Ich bin Anja Schauberger, geboren in München und arbeite seit über zehn Jahren als Journalistin und Autorin mit dem Schwerpunkt auf Regionales und Reise. Von 2016 bis 2019 habe ich als Redaktionsleiterin das Stadtmagazin Mit Vergnügen München aufgebaut. Seitdem schreibe ich frei – unter anderem über besondere Hotels im SZ-Magazin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) sowie über (Sterne)-Gastronomie bei München Tourismus (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Außerdem gebe ich Reisetipps im Merian (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), Werde Magazin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und bei The Weekender (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Mehr zu meiner Arbeit gibt es auf Torial (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder meiner Website (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
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